19. Juni
Bewertung:5

Eine klare Leseempfehlung, wenn man vielleicht am Anfang denkt, so viele Namen, aber es findet sich alles. Gut geschrieben.

Diese Bewertung gelesen und so würde ich es auch sagen.: Ich muss sagen, das ich mich etwas erschlagen gefühlt habe von den vielen Informationen und historischen Fakten die hier aufeinander treffen. Ich hatte zunächst das Gefühl in ein Sachbuch zu lesen als in einem Roman. Je länger ich aber in die Geschichte von Irene abgetaucht bin, umso mehr hat sie mich gefesselt.  Für mich ist jedes Kapitel ein Puzzleteil,  das sich ausführlich mit jener Person des Namens beschäftigt. Zusammengesetzt ergeben diese Mosaiksteinchen ein Gesamtbild.   Kaum ist eine Frage halbwegs beantwortet, tauchen aus diesen Antworten neue Fragen auf. Wie ein Spinnennetz ergeben sich neue Spuren, die nicht immer zum Ziel führen, sondern auch in diverse Sackgassen oder zunächst unbedeutenden Nebenschauplätzen enden. Hier den Überblick zu bewahren, ist die große Kunst der Mitarbeiter des Arolsen Archives. Eine Schwierigkeit bei dieser Arbeit ist es auch, die noch vorhandenen Quellen richtig in den historischen Kontext einzuordnen. Denn, als klar wird, dass der Krieg verloren ist, wird ja angeordnet, so viele Dokumenten wie möglich, zu vernichten, um keine Beweise über ihre Gräueltaten den Siegermächten zu überlassen. Außerdem habe sich zahlreiche Nazis geschickt ihre eigenen Legenden gebastelt, um nicht zur Rechenschaft gezogen zu werden.   Mit diesem eindrucksvollen historischen Roman hat Gaëlle Nohant die akribische Arbeit der Arolsen Archives vor den Vorhang geholt. Gerne gebe ich diesem Buch eine Leseempfehlung

All die gestohlenen Erinnerungen
All die gestohlenen Erinnerungenvon Gaëlle NohantPiper