"Danke. Die Ballonfahrt war wunderschön, und das Essen war..." "Ekelhaft?" Sie lachte. "Na ja, Kochen ist vielleicht wirklich nicht deine Stärke, aber dafür kannst du bestimmt andere Sachen sehr gut." Das Licht war aus und sie konnte sein Gesicht nicht sehen. "Und du? Was kannst du gut?" "Wie bitte?", fragte Saffy. "Das hier?" Joe strich ihr zärtlich über die Schulter, über das Schlüsselbein. "Wie eärs damit?" Er beugte sich vor und küsste sie leicht auf den Hals. Eine nette, aber banale Liebesgeschichte. Kritik: Seit dem Lesen sind ein paar Tage vergangen. Ich wollte nicht vorschnell urteilen. Eigentlich mag ich gerne Liebesgeschichten. Doch diese fand ich insgesamt nur durchschnittlich.Saffy ist eine selbstbewussste, erfolgreiche junge Frau. Sie hat alles: Erfolg im Job, einen gut aussehenden Mann, Geld, eine schöne Wohnung. Doch ihr gutaussehender Freund will sie nicht heiraten. Und darüber kann man zu keinem Zeitpunkt traurig sein, denn Greg war mir im ganzen Buch durchweg unsympathisch und ich habe mich gefragt, was eine Frau wie Saffy von solch einem Typen will. Die ganze Geschichte um die beiden kam mir sehr konstruiert und unrealistisch vor. Irgendwie konnte ich mich da nicht reinfühlen. Dann sind da noch Jill und Conor mit ihren Zwillingen. Beide sympathisch. Aber auch diese wandeln sich im Buch. Auch sie befinden sich an einem Wendepunkt ihrer Liebe, als Conor das Angebot bekommt, ein Buch zu scheiben. Diese Geschichte war für mich fast intressanter als die um Saffy, obwohl sie eher die Nebengeschichte war. Beiden fühlte ich mich verbunden und hoffte, dass sie zueinader finden. Und die dritte Geschichte ist die um Saffys Vergangenheit, ihren Vater und wie ihrer Mutter zur Alleinerziehenden geworden ist. Dieser Teil der Geschichte ist traurig, wahrhaftig. Auch dieser Teil kommt aber irgendwie zu kurz. So kratzt auch die Geschichte über die Beziehung zu ihrer Mutter nur an der Oberfläche. Insgesamt gibt es also mindestens drei Geschichten, die Potential zu einer eigenen Geschichte hätten. Und gerade die uninteressanteste wird zum Zugpferd. Am Ende krieg ich das, was ich mir für Saffy gewünscht habe. Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack, weil ich keinem der Charaktere wirklich nah gekommen bin und die symapthsichste Person (Joe) nur kurze Zeit vorkommt. Fazit: Eine banale Liebesgeschichte. Der Versuch Tiefgang zu erzeugen, misslingt meiner Meinung nach. Das könnte daran liegen, dass in dem Buch eiegtnlich drei Geschichten erzählt werden, für die am Ende nicht genug Zeit/Wörter übrigen bleiben. Es ist nicht direkt schlecht, aber nichts was mich länger bewegt oder in Erinnerung bleibt.
Kurzrezi
Also am Anfang kam ich ja gar nicht so gut ins Buch rein. An ein paar Stellen merkt man auch das es älter ist (wenn von Diversität gesprochen wird, war aber nix allzu kritisches, wurde teilweise auch wieder entkräftet, weil Figuren dem gegenüber auch sehr offen waren, wenn ihr Kinder z.B. schwul wären oder nicht) Trotzdem konnte ich den Titel des Buches »An und für Dich« lange nicht mit dem Buchinhalt in einklang bringen, der hat für mich wenig Sinn ergeben, bis das besagte Kapitel kam, wo dann plötzlich alles (auch das Ende des Buches) sehr viel Sinn ergeben haben. Am Anfang dachte ich es geht um Saffy und ihr Liebesleben (was tatsächlich auch einen Großteil des Buches füllt), aber es ging vielmehr um das Chaos eines jeden Menschen im Leben, alltägliche und soziale Konflikte die bewältigt werden müssen und das oftmals ein offenes Ohr und Kommunikation, der richtige Schlüssel gewesen wären, diese Konflikte schnell aus der Welt zu schaffen. Am Ende ging es (in Bezug auf dem Titel) nicht nur um Saffy und ihre Mitmenschen, sondern vor allem um Saffy und die Beziehung zu ihrem Vater, die sie nie haben durfte. Was dahintersteckt würde zu sehr spoilern, da müsst ihr also selbst nachlesen. Ich hatte so meine Schwierigkeiten durch das Buch zu kommen und die emotionale Stelle (=Plotttwist) fand ich irgendwie viel zu weit hinangesetzt bzw. Das hat eine kurze Rolle gespielt, dann kam wieder das Chaos Leben dazwischen und nur am Ende hat es nochmal eine Rolle gespielt, das fand ich persönlich schade und hätte es mir etwas anders umgesetzt gewünscht. Trotz allem kein schlechtes Buch und perfekt um einem die kleinen Problemchen im Alltag bewusst zu machen, denen sich Menschen tagtäglich gegenübergestellt sehn.

