Obwohl sich diese Geschichten für mich alle sehr russisch anfühlten, so ist dies laut des Nachwortes gar nicht der Fall. Der junge Gasdanow, von welchem die gesammelten Texte stammen, wurde in der Szene der russischen Exilanten in Paris als kleine Merkwürdigkeit betrachtet. Auf jeden Fall haben die meisten Geschichten einen starken Eindruck bei mir hinterlassen, was ich aber erst nach Beendigung des Buches so richtig merke. Die Texte müssen ein wenig nachwirken, ein wenig ziehen lassen. Ich hoffe sehr, dass ich die Szenen aus diesen Geschichten noch lange in Erinnerung behalten werde. Wir betreten hier eine dunkle, nächtliche Welt. Gasdanow beschäftigt sich mit Kriegstraumata, persönlichen Verlusten, dem Sterben an sich. Nachdem ich die Kurzbiographie im Nachwort gelesen habe, ist dies überaus verständlich und vielleicht vieles auch autobiographisch angehaucht. Gasdanow hat bereits als junger Mann vieles mitgemacht. Dies schlägt sich auch in der Tiefe und der Qualität seiner Texte nieder. Wer sich für russische Literatur interessiert, dieser Person sei Gaito Gasdanow ans Herz gelegt. Auch dessen Romane bzw. Novellen sind stimmungsvoll, atmosphärisch und dicht. Dies schafft der Autor auch in die kürzeren Texte einzuarbeiten. Ich konnte mich voll und ganz in diese Trauer, diese Melancholie versenken, in der doch immer der Hoffnungsschimmer durchdringt. Irgendwo treibt das Leben stets seine Knospen. Auch bei Gaito Gasdanow.
21. Dez.21. Dez. 2024
Schwarze Schwänevon Gaito GasdanowHanser, Carl

