6. Jan.
Bewertung:3.5

Ich habe es nur für dich getan.

Die Story entwickelt sich recht langsam. Die Geschichte wird aus Sicht von Charlie und Violet sowie in zwei Zeitebenen erzählt. Es beginnt mit einem Rückblick ins Jahr 1994. Damals sorgten ein tragischer Todesfall und zahlreiche Geheimnisse dafür, dass Charlie und Lucile sich langsam aus den Augen verloren haben. Zeitgleich erleben wir das Jahr 2010, wo Charlie zwischenzeitlich als Dozentin arbeitet und auf Violet trifft. Als Violet plötzlich verschwindet und Charlie sich auf Spurensuche begibt, verweben sich die Zeitebenen und Charlie erkennt viele Momente in einem anderen Licht. Die Autorin schafft es, von Anfang an eine düstere Stimmung aufzubauen – und das in beiden Zeitebenen. Die Auflösung und die genauen Zusammenhänge zwischen den beiden Storylines 2010 und 1994 empfand ich aber nicht so gut gelungen. Insgesamt ist es aber ist ein spannender Roman, der ohne große Schockmomente und Cliffhanger auskommt.

Liebste Schwester
Liebste Schwestervon Helen Vossbergdtv Verlagsgesellschaft
21. Okt.
Bewertung:4.5

Spannender Roman, der ohne große Schockmomente und Cliffhanger überzeugt

Kennt ihr das, wenn sich die Geschichte eines Buchs ganz anders entwickelt, als ihr es erwartet habt? So ging es mir mit "Liebste Schwester" von Helen Vossberg. Die Story entwickelt sich recht langsam, was nicht zuletzt an den verschiedenen Erzähl- und Zeitebenen sowie Erzähltechniken liegt, zwischen denen die Autorin hin und her wechselt. Die Geschichte wird aus Sicht von Charlotte und Violet erzählt, die beide toll ausgearbeitet und sympathisch sind, wenngleich sie auch eine gewisse Traurigkeit ausstrahlen. Violets Kapitel sind dabei alle als Briefe an ihre ältere Schwester Lucile formuliert, was mir sehr gut gefallen hat. Darüber hinaus gibt es auch regelmäßige Rückblicke ins Jahr 1994. Damals sorgten ein tragischer Todesfall und zahlreiche Geheimnisse dafür, dass Charlotte und ihre beste Freundin Lucile sich aus den Augen verloren haben. Die Autorin schafft es, von Anfang an eine düstere Stimmung aufzubauen – und das in beiden Zeitebenen. Vossbergs Schreibstil ist so einnehmend und atmosphärisch, dass ich beim Lesen die ganze Zeit ein bedrückendes Gefühl hatte und das Buch am liebsten gar nicht mehr weglegen wollte. Vor allem das Setting im alten Wohnheim fand ich so gut gewählt und gruselig, dass mir ein Schauer nach dem anderen über den Rücken gelaufen ist. Überall knarzt es, Violet fühlt sich beobachtet, und dann verschwindet sie auch noch plötzlich – das war einfach so spannend und unheimlich. Die Auflösung und die genauen Zusammenhänge zwischen den beiden Storylines 2010 und 1994 habe ich so nicht kommen sehen. Auch wenn ich das Ende etwas konstruiert fand, war es doch ein schlüssiger und gelungener Abschluss. Insgesamt ist "Liebste Schwester" ein sehr spannender und atmosphärischer Roman, der ohne große Schockmomente und Cliffhanger überzeugt. Ich habe jetzt noch Gänsehaut, wenn ich an die Story zurückdenke, und freue mich schon sehr auf den nächsten Roman der Autorin. 🙂

Liebste Schwester
Liebste Schwestervon Helen Vossbergdtv Verlagsgesellschaft