16. Okt.
Bewertung:3

weird girl fiction at it’s best

Die Prämisse des Buches fand ich super spannend. Wir begleiten Jessa die das Familienunternehmen, ein Laden der „tote“ Tiere präpariert, übernimmt nachdem sie ihren Vater der sich suizidierte aufgefunden hat. Neben dem plötzlichen Tod des Vaters haben Jessa und ihr Bruder Milo zusätzlich das Verschwinden seiner Ehefrau und Jessas großer Liebe zu verarbeiten. Bis es dazu kommt das ihre Mutter anfängt die Tiere für obszöne Skulpturen zu verwenden und alles droht auseinander zu brechen. Die Kernpunkte der Geschichte liegen hierbei zentral auf der Trauerverarbeitung. Jessa stützt sich in Arbeit, die Mutter erschafft Kunst und Milo zieht sich in sich zurück. Um heilen zu können müssen sich alle Protagonisten mit unschönen Wahrheiten auseinandersetzen. Zusätzlich ist die gesamte Familienkonstellation super spannend, Streit, Missverständnisse und Verletzungen stehen hierbei im Vordergrund. Trotzdem lieben sie sich und sind durch die Verluste stark aneinander gebunden. Auch das öffnen für neue Menschen fällt den Charakteren sehr schwer. Das Loslassen der Vergangenheit ist gerade für Jessa ein großer Schwerpunkt. Die Thematik der taxidermy fand ich super spannend und man hat sehr intensive Einblicke bekommen, die nicht für jedermann sind. Die Charaktere auf ihren individuellen und gleichzeitig gemeinsamen Reisen zu verfolgen war sehr faszinierend und hat wieder deutlich gemacht wie wir bestimmte Dinge einfach nicht beeinflussen können und jeder anders auf Erlebnisse reagiert. All in all ein gutes literary fiction Buch, mit Florida-vibes und einem queeren sub-plot, was sich gut zwischendurch lesen lassen hat aber auch nicht allzu sehr in die tiefe gegangen ist. Das genre muss man einfach mögen 🤷‍♀️

Ziemlich tote Dinge
Ziemlich tote Dingevon Kristen ArnettHarperCollins Taschenbuch