Herzerwärmend
“Dann kamst Du und decktest Schichten in mir auf, von deren Existenz wir beide überhaupt nichts geahnt hatten.” S. 130 Bei “Mit Liebe und Safran” habe ich mit einem Wohlfühlbuch gerechnet, doch es ist so viel mehr. Der Briefroman beginnt mit einem “Fanbrief” der 27-jährigen Joan aus Los Angeles an die 59-jährige Imogen, die auf Camano Island bei Seattle bereits seit zehn Jahren ihre erfolgreiche Kolumne “Letter from the Island” schreibt. Anfangs noch voller “Plaudereien” wird der Briefwechsel im Laufe der Zeit immer inniger und eine wundervolle Freundschaft entsteht. Es werden Rezepte ausgetauscht, über den Alltag geschrieben, aber auch Probleme besprochen. Beide entdecken neue Seiten an sich, was nicht nur für Joan und Imogen bereichernd ist, sondern auch für ihre Familien und Freunde. Der Roman spiegelt wunderbar den Zeitgeist der 1960er in den USA wider und beim Lesen hatte ich die Filme mit Doris Day vor Augen. Doch dieses Buch ist keine leichte Komödie, sondern beschäftigt sich en passant auch mit der damaligen gesellschaftlichen Stellung der Frau und - insbesondere - der mexikanischen Bevölkerung sowie den noch immer nachhallenden Kriegserfahrungen von Francis, dem Mann von Imogen, und vielem mehr. “Mit Liebe und Safran” ist ein herzerwärmendes Buch, das zu mehr Neugier und Offenheit gegenüber Neuem anregt.


