13. Apr.
Bewertung:5

Mein erstes Buch dieses Autors, und ich war begeistert. Neben Tschinag und Aitmatov gilt er als einer der drei grossen "Steppen-/Stammesautoren". Im Gegensatz zu den beiden anderen Autoren ist dies eine Geschichte im klassischen "westlichen" Sinne. Der berühmte Polarforscher Amundsen überwintert in der Tschaun-Bucht ganz im Nordosten Sibiriens/Russlands nahe der Beringstrasse bei Alaska. Hier kommt es zur Konfrontation von Kulturen zwischen den indigenen Tschuktschen, den bürgerlichen Norwegern und den revolutionären Bolschewiki der Russischen Revolution. Dabei zeigen alle Seiten sowohl Unverständnis, als auch Neugier und Respekt. Zentraler Bestandteil der Handlung ist die Figur des Tschuktschen Kagot, der Schamane des Dorfes, der auf dem Schiff Amundsens zu arbeiten beginnt und eine Faszination für eine ihm unbekannte "Sprache" entwickelt. Rytchëu, selbst als Tschuktsche geboren, erzählt sehr packend und empathisch die Gedankengänge und Interaktionen der Figuren, die möglicherweise so stattgefunden haben könnten. Die Leserschaft erfährt viel über die mir bis anhin gänzlich unbekannten Sitten und Bräuche einer Zivilisation, die ein sehr entbehrungsreiches und einfaches, aber auch sehr friedliches Leben im ewigen Eis führt. Kann es kaum erwarten weiteres von Rytchëu zu lesen!

Die Suche nach der letzten Zahl
Die Suche nach der letzten Zahlvon Juri RytchëuUnionsverlag