9. Dez.
Bewertung:3

Ein interessantes Buch, für Leser vom Fach. Ob Nicht-Psychologen oder Nicht-Psychologie-Interessierte an diesem Buch Spaß finden werden, ist fraglich. Streckenweise sehr langatmig. Italienreisen und Kunsthistorie bilden einen Großteil des Inhalts. Der auf dem Klappentext mit großen Worten angekündigte Konflikt steht zwar im Mittelpunkt, wird aber erst nach Seite 100 thematisiert. Fachlich ist das Buch mutig, das muss man dem Autor lassen. Mit ca. 45 Jahren Abstand zu den Geschehnissen beschreibt er seine bröckelnde erste Ehe und den gescheiterten Versuch seine Frau von ihrer psychischen Krankheit zu heilen. Mit erfrischender Ehrlichkeit schildert er seine damalige Selbstüberschätzung und professionellen Fehltritte. Der Erzähler blieb mir trotz ehrlicher Selbstkritik bis zum Ende hin unsympathisch. Mit Arroganz und Überheblichkeit analysiert er krampfhaft fachlich seine Familie und sein Umfeld. Für Freunde der Psychoanalytischen Schule interessant, im großen Ganzen aber kein besonders empfehlenswertes Buch.

Die Seele des Psychologen
Die Seele des Psychologenvon Wolfgang SchmidbauerOrell Füssli Verlag