Manche Geschichten sind mir bissel zu verwirrend aber sonst ein ganz nettes Buch
Wie kann so ein Werk nur fast 100 Jahre missachtet worden sein? Seit 2014 ist es wieder verlegt, zum Glück möchte ich sagen.
Ruth ist 20 Jahre alt und lebt in einer Welt voller Geheimnissen und Doppelmoral. Die großbürgerliche Familie mit ihren Dramen, Prestigestreben und Versteckungen - Ruth reagiert auf diese Widersprüche auf pathetischste Weise. Sie lügt, betrügt, versucht auszubrechen. Selbst- und fremdzerstörerisch. Lazars Schreibstil muss dem Expressionismus zugeordnet werden. Ein Paradebeispiel, für die Schullektüre geeignet, so expressiv. Die gerade erst 20-Jährige Lazar verfasste es 1915, das erste Mal verlegt wurde es 1920. Die Vergiftung wird mich noch eine Weile begleiten, das merkte ich schon beim Lesen. Die Konstruktion verlangt nach großer Aufmerksamkeit, ich werde es wieder lesen, da bin ich mir sicher, hier lässt sich noch viel entdecken.

