Zeit der Abschiede

Zeit der Abschiede

Hardcover
4.47

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Beschreibung

Ein bewegendes Buch über Loslassen und Neuanfang, den Tod und das Leben

Da ist diese Zeit im Leben, in der sich die Abschiede häufen: von Träumen, Gewohnheiten und Gewissheiten, von Vertrauten, Partnerinnen, Freunden und von jenen Menschen, die uns geprägt und am längsten begleitet haben, unseren Eltern. In dieser Lebensphase löst sich die Zuversicht auf, dass alles weitergehen werde wie bisher.

«Am Schreibtisch meines Vaters blicke ich mich um. Hinter mir die Lateinbücher, Cicero, Vergil, Cäsar: Der Gallische Krieg. Blicke ich nach vorne, sehe ich Fotos von Jutta und mir. Ich sehe den Spruch an der Wand, den er liebte: Wenn die Kinder klein sind, gib ihnen ein Nest; sind sie groß, gib ihnen Flügel. Und ich denke zurück und nach vorn und verstehe: Trauer gehört zum Leben, weil Abschied zum Leben gehört. Beides ist Teil der menschlichen Erfahrung, es gibt kein Leben ohne Abschied und Trauer. Sei dankbar, für alles, für die gesamte menschliche Erfahrung, lasse sie also zu, und nimm dir Zeit, und nimm die Abschiede und die Trauer wahr und nimm sie an, denn nur so kannst du das ganze Leben wahrnehmen und annehmen und leben Trauer ist nichts Schlimmes, Trauer ist unsere Antwort auf etwas Schlimmes.»

Buchinformationen

Haupt-Genre
Biografien
Sub-Genre
Memoiren
Format
Hardcover
Seitenzahl
208
Preis
24.70 €

Autorenbeschreibung

Klaus Brinkbäumer schrieb seit 1993 für den SPIEGEL und war von 2015 bis 2018 dessen Chefredakteur. Er gewann u.a. den Egon Erwin Kisch-Preis sowie den Henri-Nannen-Preis. Zwischen 2021 und 2024 hatte er die Programmleitung des MDR inne, heute arbeitet er als Moderator, Autor, Filmemacher und Kolumnist. Von ihm erschienen zuletzt die beiden SPIEGEL-Bestseller "Im Wahn. Die amerikanische Katastrophe" (zus. mit Stephan Lamby, C.H.Beck, 2020) und "Das kluge, lustige, gesunde, ungebremste, glückliche, sehr lange Leben: Die Weisheit der Hundertjährigen. Eine Weltreise"(zus. mit Samiha Shafy, S. Fischer, 2019).

Beiträge

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Alle
5

Ein Buch wie ein Schlag ins Herz – und eine Umarmung dazu

Manchmal stolpert man über Bücher, die eigentlich viel zu ernst klingen, um sie freiwillig in die Hand zu nehmen – und dann erwischen sie einen mitten in der Brust, wie ein Punch von Mike Tyson. Zeit der Abschiede ist genau so ein Buch. Klingt nach schwerer Kost: Tod, Eltern, Vergänglichkeit. Das volle Programm. Aber Klaus Brinkbäumer schreibt so, dass man nicht in Selbstmitleid versinkt, sondern fast schon schmunzelnd über das große Drama des Lebens nachdenkt. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass mir jemand einen Spiegel vorhält, in dem nicht nur Falten und Augenringe, sondern auch jede Erinnerung an Menschen auftauchen, die wichtig waren. Der Ton ist dabei nie pathetisch, sondern klar, warm, manchmal sogar überraschend leichtfüßig. Man merkt: Da schreibt einer, der seine eigene Trauer nicht versteckt, sondern aufmacht wie ein Fenster. Und durch dieses Fenster kommt frische Luft – auch wenn draußen gerade Herbst ist und die Blätter fallen. Was ich besonders mochte: Brinkbäumer schafft es, die ganz großen Themen – Verlust, Dankbarkeit, Weitergehen – mit so viel Leben zu füllen, dass man nach der Lektüre nicht betrübt, sondern fast gestärkt zurückbleibt. Ich hatte richtig Lust, alte Fotos rauszukramen, ein Glas auf die Menschen zu erheben, die nicht mehr da sind, und gleichzeitig nach vorne zu schauen. Kurzum: Ein Buch, das nicht nur beim Lesen, sondern auch danach arbeitet. Trauer wird hier nicht als Sackgasse dargestellt, sondern als Teil der Strecke. Und die Pointe ist klar: Wenn man den Abschied annimmt, kann man das Leben umso mehr feiern. Klingt kitschig? Mag sein. Aber es fühlt sich verdammt echt an.

Ein Buch wie ein Schlag ins Herz – und eine Umarmung dazu
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