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Über das Buch

So ist über den 11. September noch nie berichtet worden: persönlich, berührend und manchmal sogar komisch. Alexander Osang, damals Spiegel-Korrespondent, erzählt von seiner Odyssee durch das geschockte New York, immer auf der Suche nach 'seiner' Geschichte. Seine Frau und Kollegin Anja Reich sieht die schwarzen Wolken aus Manhattan auf ihr Haus in Brooklyn zukommen. Sie durchlebt diesen Tag mit den gemeinsamen Kindern und Nachbarn in der Straße ganz anders, nicht weniger dramatisch – und ohne Nachricht von ihrem Mann. Jeder von beiden schreibt nun seine eigene Geschichte über den längsten Tag von New York City. So entstehen zwei Erzählungen, die zusammen einen ungemein dichten, mitreißenden und farbigen Bericht eines Paares ergeben – über die Katastrophe und da - rüber, was diese mit ihnen macht.

Editionen (2)

ISBN9783492054362
VerlagPiper
Erscheinungsdatum30.09.11
Seitenzahl272

Rezensionen & Bewertungen

6 Bewertungen

3 Rezensionen

3,7

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  • bookbutterflies
    bookbutterflies

    413 Follower

    2,0

    Ich hatte so viele Hoffnung in diesem Buch, welches viel zu lange im Bücherregal vor sich hinstaubte. Vielleicht war es die Sorge, dass es mich emotional zu sehr mitnehmen würde? Irgendwie hat es das schon, aber nicht auf die Art und Weise wie ich vermutete. Alexander Osang mag ein guter Reporter sein, aber er ist in meinen Augen kein guter Ehemann und Familienvater. Mehrmals musste ich in diesem Buch mit dem Kopf schütteln und fragte mich, warum er überhaupt geheiratet und Kinder in die Welt gesetzt hat? Wer so egoistisch mit seinem Job verliebt ist, sollte sich besser darauf konzentrieren. Gleichzeitig wird dieser schreckliche Tag der New Yorker Geschichte auch aus Sicht seiner Frau geschrieben, die für mich nur bemittleidenswert war. Es klingt immer wieder durch, dass sie nicht glücklich in dieser Ehe ist und ihre Karriere für seine aufgegeben hat. Ein sehr merkwürdiges Paar in meinen Augen. Und neben all diesen "Gedanken zur Situation des Paares" passiert natürlich am 11.09.2001 auch noch der Terroranschlag auf das World Trade Center und Pentagon. Alex, ganz kischeehafter Reporter wie er ist, macht sich natürlich nicht auf den Weg zu seiner Familie, sondern jagd der Story hinterher, durchbricht die Absperrungen, um möglichst nahe an die Unglücksstelle zu kommen und seine Geschichte zu finden. Die er dann auch findet, als er sich vor den Staubwolken in einen Keller mit anderen Überlebenden flüchtet. Nur um hier mit Stift und Block bewaffnet die Leute auszufragen und sich Notizen für "seine Story" zu machen. Zitat: "ICH WAR DABEI!" Ein wahnsinnig unsympathischer Mann, der nur in einem kurzen Anflug von Reue - nämlich als er glaubt sterben zu müssen - einsieht was für ein schrecklicher Job es doch ist und er sich selbst schämt. Das vergeht aber schnell wieder und am Ende sehe ich bei keinen der beiden eine Entwicklung, die ich mir erhofft hatte, um meine Bewertung vielleicht noch ein wenig nach oben zu korrigieren. Alles in allem ist die Geschichte aus Sicht von Anja Reich immerhin etwas emotionaler, auch wenn sie in Brooklyn weit weg ist vom Geschehen. Hier lernen wir aber auch die Nachbarn kennen, was ganz interessant ist. Alles in allem war das Buch allerdings eine herbe Enttäuschung! PS: Vielleicht ist man mittlerweile sensibilisiert, aber mir ist hier verstärkt aufgefallen, dass Menschen (Nachbarn, andere Überlebende) als "schwarz" bezeichnet werden ohne, dass es in irgendeiner Form relevant wäre. Weiße Menschen, werden schließlich auch nicht ständig als "weiß" bezeichnet. Aber das nur am Rande...

    23. Okt. 2023

  • bea777
    bea777

    483 Follower

    4,5

    Ein Buch über den Tag, von dem jeder weiß, wo er war

    Anja Reich und Alexander Osang, ein ostdeutsches Journalist*innenpaar, die sich zur Wendezeit bei der Berliner Zeitung kennengelernt haben, später heirateten und im Jahr 1999 nach New York zogen scholdern ihr 9/11. Am 11. September 2001 sind sie morgens zu Hause in Brooklyn, als sie die Nachricht erhalten, dass ein Flugzeug in eines der Türme des World Trade Centers geflogen ist. Zunächst gingen sie noch, wie so viele, von einem Sportflugzeug aus. Alex macht sich nach anfänglichem Zögern auf den Weg nach Manhattan. Als er zu Fuß auf der Brooklynbridge ist, stürzt der erste Tower ein. Er kehrt nicht um, sondern ist auf der Jagd nach einer guten Story. Anja bleibt mit ihrer dreijährigen Tochter zu Hause, versucht sich mit Bastelarbeiten abzulenken, spricht mit den Nachbar*innen, holt den Sohn Ferdinand aus der Schule ab. Der Fernseher läuft die ganze Zeit und bringt das Unfassbare in ihr Wohnzimmer. Lange weiß sie nicht, wie es Alex geht. Das Buch erzählt den Tag abwechselnd aus der Perspektive von Alex und Anja. Er, der sich in akuter Lebensgefahr befindet, als auch der zweite Turm einstürzt und sie, die zum Abwarten verdammt ist, versucht die Sorgen zu verdrängen und den Kindern zu Liebe den Alltag aufrecht erhält. Spannend finde ich die selbstkritische Haltung von Alex, der sowohl seinen Berufsethos hinterfragt und zum anderen auch seine privilegierte Stellung in der Beziehung kennt. Anja ist zwar selbst Reporterin, aber hier in NY eher die mitreisende Ehefrau. Ihre Karriere als Journalistin ist zu diesem Zeitpunkt fast zum Erliegen gekommen (Spoiler: wer das Leben von Anja Reich verfolgt, weiß, dass das zum Glück nicht so geblieben ist). Ich empfehle das Buch allen, die an einer authentischen Schilderungen der Ereignisse von 9/11 interessiert sind. Ich habe es gerne gelesen.

    29. Mai 2026

  • nancyspencer
    nancyspencer

    42 Follower

    2,5

    Zwischendurch als Hörbuch gehört, ich war eigentlich auf der Suche nach einer Doku oder einem Podcast zum 11. September. An sich ist es nicht schlecht geschrieben oder erzählt, man erfährt abwechselnd aus beiden Perspektiven, wie Alexander Osang und Anja Reich diesen Tag in New York erlebt haben. Aber der Inhalt war dann doch eher mäßig, oder sagen wir vor allem die unglaublich selbstverliebten Abschnitte von Osang. Einerseits könnte man meinen, dass er ja wunderbar offen mit seinen Schwächen als Ehemann und Vater (und auch als Mensch) umgeht, andererseits ist da wenig Reflektiertes. Es kommt mir vor als trägt er selbst seine Fehler nur wie ein eitler Gockel vor sich her: Schaut her, wie reflektiert ich bin, wow ich gebe selbst meine Fehler offen zu, grandios! Dabei hört er bis zum Ende nicht auf, sich (und seine Arbeit als Reporter) unglaublich wichtig zu nehmen. Er und seine Reportertätigkeit kommen immer an erster Stelle, egal, wie es seiner Frau geht, egal, ob da gerade Menschen in einem brennenden Turm sterben, egal ob seine Kinder ihn vielleicht brauchen könnten. Die Beschreibung der Beziehung hat mich regelrecht abgestoßen, und mich hat auch erstaunt, dass Anja Reich das alles hingenommen hat (und offenbar immer noch mit ihm zusammen ist). Es wurde in der Story fast als witzig verkauft. Haach, so ist er halt, der tolle heldenhafte Alexander! Was dieser letztlich wirklich erlebt, bleibt auch dünn und sein Handeln (rein in die Stadt, so nah ran an die Türme, wie möglich) von dümmlichem Ehrgeiz getrieben. Er entkommt der Aschewolke des Nordturms nur knapp und hockt dann kurz mit anderen Leuten in einem Keller. Dort - stets ganz Journalist - notiert er Details für seine Story. Er feiert es als Triumph, er hat „es geschafft“. Also nicht zu entkommen, sondern sich so nah an das Inferno ranzutrauen, dass er was zu erzählen hat. Dann gefällt er sich auch noch in geschmacklosen Witzen über die einstürzenden Türme (der Südturm taucht aus der Aschewolke ja gar nicht mehr auf, ein „Weltwunder“). Also alles in allem irgendwie die Selbstbeweihräucherung eines eitlen Journalisten nebst latent unzufriedener Ehefrau. Vielleicht eher ein Sittengemälde der Zeit um 2001 als eine interessante Erzählung zu den Anschlägen am 11. September.

    2 Tage vor

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