Wilde grüne Stadt

Wilde grüne Stadt

Hardcover
1.51
Ijoma MangoldCover Mit LabyrinthMigrationDebütroman

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Beschreibung

Iran, 1960. Der junge Reza wird vom Schah-Regime als Spion nach Europa verschickt. Studieren soll er, sich ein Leben aufbauen, Wissen sammeln und es in die Heimat transferieren. Über Umwege verschlägt es ihn ins erzreligiöse Westfalen, wo er auf Clara trifft, die in ihrer Heimat fremdelt und gegen die ständige Angst ankämpft, zu enttäuschen. Auch Reza taumelt in der Fremde. In ihrem Wunsch nach Selbstbestimmung finden sie zueinander, doch die Fliehkräfte ihrer Geschichten torpedieren ein dauerhaftes Miteinander. Daran ändert auch die Geburt ihres Sohnes Niklas nichts, der sich schämt für die überbordende Liberalität seiner Eltern. Als Reza 1979 die Islamische Revolution live im Fernsehen verfolgt, begreift er, dass es kein Zurück gibt. Er kollabiert und gerät in Abhängigkeit – von einer Familie, deren Hoffnungen er selbst stets enttäuscht hat. Fesselnd, sinnlich und einfühlsam dringt Marius Hulpe bis zum Kern dessen vor, was ein Familienleben heute bedeuten kann. Eindrucksvoll erzählt er davon, wie Ideologie und Repression, aber auch ein ungerichteter Freiheitsdrang ein Labyrinth ohne Ausweg bilden können. Ein souveränes, abgründiges, hellsichtiges Debüt. Ein Roman unserer Zeit.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Hardcover
Seitenzahl
400
Preis
24.00 €

Autorenbeschreibung

Marius Hulpe, geboren 1982 in Soest, lebt nach Auslandsaufenthalten in Polen und Indonesien heute wieder in Berlin. 2008 erschien sein vielbeachteter erster Gedichtband ›Wiederbelebung der Lämmer‹ im Ammann Verlag. Es folgten die Bände ›Einmal werden wir‹ (2013) und ›Süße elektrische Nacht‹ (2014) sowie der Essay ›Der Polen-Komplex‹ (Hanser 2016). Für seine Gedichte, die in sieben Sprachen übersetzt und für Rundfunk und Bühne adaptiert wurden, erhielt er u. a. den Literaturförderpreis des Landes NRW, das LCB-Stipendium des Berliner Senats und das Stipendium der Villa Decius in Krakau. ›Wilde grüne Stadt‹ ist sein erster Roman.

Beiträge

1
Alle
1.5

"Wilde grüne Stadt" beschreibt das Leben des iranischen Soldaten Reza, der 1960 nach Deutschland geschickt wird, um Industriespionage zu betreiben. Dort lebt er sein Leben, zeugt diverse Kinder mit mehreren Frauen und ist stets hin- und hergerissen zwischen dem Iran und Deutschland. "Wilde grüne Stadt" ist das erste Buch, das mir vom READO-Algorithmus empfohlen wurde, welches mir so gar nicht gefällt. Von der Story her klingt es, als sei es genau mein Ding, den Stil von Hulpe finde ich aber sehr schwierig. Die Sprache ist äußerst gekünstelt, die wörtliche Rede schwülstig und unecht (das Weglassen sämtlicher Redebegleitsätze macht es nicht besser). Hinzu kommt, dass der Roman nicht chronologisch erzählt, sondern wild zwischen den Jahrzehnten springt. Dies ist ja ein Kunstgriff, der momentan sehr häufig gewählt wird und mir normalerweise auch gefällt, da sich dadurch nach und nach ein Bild vervollständigt. Hier wirkt es aber absolut willkürlich (ebenso wie die Einteilung in vier Bücher, die keinen Sinn erkennen lässt). Es werden wichtige und absolut banale Stellen irgendwie hintereinander gestellt, Figuren werden eingeführt und verschwinden wieder, Handlungsstränge aufgenommen und nicht weitergeführt, das gesamte Werk wirkt in meinen Augen ziellos. Auch thematisch übernimmt sich Hulpe mMnach: ein bisschen Rassismus und umbewältigte Nazivergangenheit hier, ein bisschen Feminismus und Selbstbestimmung da, ein wenig Coming-of-Age und Politik dort. Vermutlich verarbeitet Marius Hulpe, Sohn eines Iraners und einer Deutschen, eines von neun Halbgeschwistern, geboren in Soest, der wilden grünen Stadt, eigene Erfahrungen, mich persönlich konnte er mit seinen Debütroman aber leider nicht überzeugen.

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