Blick ins Buch

Fantasy

Wie die Karnickel

4,3(28)
Sprache
Deutsch
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Über das Buch

In seinem »bisher ernüchterndsten und realistischsten Buch« (The Guardian) spielt der postmoderne Fantasy- und Bestseller-Autor Jasper Fforde alle Mechanismen von Rassismus und Xenophobie klug und unterhaltsam durch, und zwar in einer absurd-komischen Parallelwelt, die – abgesehen von vermenschlichten Kaninchen – der unseren doch erschreckend ähnelt. Das britische Dörfchen Much Hemlock, nah an der walisischen Grenze, war immer ein Hort des Friedens. Sauber. Traditionell. Die Menschen aufrecht und beflissen. Doch dann kommen sie. Mit ihrer seltsamen Religion, ihrer aggressiven veganen Agenda und viel zu vielen Kindern. Zwar geben sie sich ruhig und friedliebend, aber wer weiß, wie lange noch? »Sie« sind eine Familie vermenschlichter Ka­nin­chen – das Ergebnis eines unerklärlichen Ereignisses vor rund einem halben Jahr­hundert. Ihr Nachbar, der langjährige Dorfbewohner Peter Knox, muss sich entscheiden: Kann er Zaungast der Entwicklung bleiben und weiterhin eine ruhige Kugel bei der Rabbit Compliance Taskforce schieben oder soll er den neuen Nachbarn beistehen, denen, wie allen anderen 1,2 Millionen Kanin­chen im Ver­einigten Königreich, die Zwangsumsiedlung nach Wales droht?

Editionen (1)

ISBN9783910775350
VerlagSATYR Verlag
Erscheinungsdatum01.09.25
Seitenzahl408

Rezensionen & Bewertungen

28 Bewertungen

17 Rezensionen

4,3

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  • seitenfrieda
    seitenfrieda

    215 Follower

    4,0

    „Unwissenheit ist die Ursache der Angst…“ Was passiert, wenn plötzlich Karnickel ganz selbstverständlich unter Menschen leben? Klingt erstmal schräg – ist es auch ein bisschen. Aber genau daraus entsteht eine richtig kluge Geschichte über Vorurteile, Fremdenangst und das, was wir oft vorschnell beurteilen. Mit viel Humor, kurzen Kapiteln und teilweise echt witzigen Fußnoten zeigt das Buch, wie schnell „anders sein“ zum Problem gemacht wird.

    🚨kostenloses Rezensionsexemplar von NetGalley/ Meinung unbeeinflusst🚨 Ich wusste am Anfang ehrlich gesagt nicht so ganz, was mich erwartet – aber ich mochte es wirklich gern. Das Buch ist satirisch, gesellschaftskritisch und hält einem ziemlich deutlich den Spiegel vor, gerade wenn es um Vorurteile, Rassismus und fremde Bräuche oder Religionen geht. Und das Ganze mit… Karnickeln 😄 Die Integration der Karnickel in die menschliche Gesellschaft ist dabei eigentlich nur die „Verpackung“, um zu zeigen, wie wir Menschen mit dem umgehen, was wir nicht kennen oder verstehen. Und genau da trifft es manchmal ziemlich gut. Was ich besonders mochte: Die Mischung aus ernsten Themen und diesem leichten Zwinkern zwischendurch. Es ist nicht schwer oder belehrend, sondern eher so „ups… ertappt“. Die kurzen Kapitel fand ich super angenehm und die Fußnoten waren stellenweise echt witzig und haben dem Ganzen nochmal so einen kleinen Extra-Charme gegeben. Für mich ist es keine klassische Dystopie, eher eine satirische, leicht überspitzte Parallelwelt – aber mit sehr realen Themen dahinter. Fazit: Ein ungewöhnliches Buch, das unterhält, aber auch zum Nachdenken anregt. Ich mochte es – gerade weil es auf eine leichte Art wichtige Themen anspricht.

    7. Apr. 2026

  • pietri
    pietri

    36 Follower

    4,0

    „Victor war so durchschaubar wie Luft, wenn auch nicht annähernd so nützlich.“

    Der Roman „Wie die Karnickel“ von Jasper Fforde erschien 2025 im Verlag Satyr und hat in der Print-Ausgabe 408 Seiten. Bei dem spontanen anthropomorphenden Ereignis vermenschlichten sich im Vereinigten Königreich achtzehn Kaninchen, was seither zu politischen Unsicherheiten führt. Peter Knox verfügt über eine genetische Anomalie und kann deswegen die Kaninchen von einander unterscheiden, anders als die meisten Menschen. Er bezeichnet sich nicht als „leporiphob“ und seine Nachbarn beschimpfen ihn sogar als Linken. Dennoch arbeitet Peter in der Kaninchen Wiedererkennung. Eine staatliche Organisation, die Kaninchen legal jagt und sogar lyncht. Eines Tages zieht eine alte Bekannte, Constanze, mit ihrer Kaninchenfamilie im Nachbarhaus ein. „Achtzehn Kaninchen verwandelten sich durch das Ereignis über Nacht, nahmen eine halb menschliche Form an, gähnten - und baten dann um ein Glas Wasser und eine Karotte..“ Peter Knox weiß, dass die Firme für die er arbeitet moralisch verwerflich ist. Er ist ein einfacher Mitläufer. Die Familie Rabbit wirbelt das kleine zu „rechter Tendenz“ neigendes Dorf ziemlich auf und auch Knox fängt an etwas gegen seine Ignoranz zu tun. Der Roman ist aus Peter‘s Sicht geschrieben. Er erzählt von seinem Erlebnis seit die Rabbits ins Dorf gezogen sind. Der Roman ist seine Erinnerung. Der Satzbau ist kompliziert und sehr intellektuell geschrieben. Die Wortwahl ist gebildet, ironisch und neu, wie zum Beispiel: „Humansuprematisten“, „sozio-elagitären Prinzipien“, „anthropozentrischen“ und „Öffnungszeitenüberwachungsbeamte“. Häufig kommen Fußnoten im Text auf, die witzig und humorvoll und manchmal überhaupt nicht aufschlussreich sind. „Nimm deine bescheuerte Religion, deinen veganen Fundamentalismus und deinen sinnfreien Idealismus und steck ihn dir in deine Köttelritze!“ Thema ist definitiv Rassismus, aber auch Politik, Machtmissbrauch, Gewalt gegenüber Minderheiten, gesellschaftliche Ungleichheiten, die Frage nach dem Ursprung, Religion und so vieles mehr. Dieser Roman ist nichts zum Wegsnacken, sondern zum langsam Verdauen. Die Themen sind heute aktueller denn je. Es erinnert an andere große Lektüren und bleibt etwas besonderes. Ich hätte beinah schon beim ersten Kapitel aufgegeben, weil es total kompliziert geschrieben wurde und ich wegen der Namen die Hälfte nicht verstanden haben. Zum Glück habe ich weiter gelesen. Man kommt in den Schreibstil rein und die Handlung wird leichter zu verfolgen. Es war eine wirklich amüsante Lektüre. Super ironisch! „Ihr versucht, die Welt des 21. Jahrhunderts mit Gedanken und Gefühlen aus der Steinzeit zu begreifen.“ Ich kann es empfehlen. Ein toller Roman für Hochschulklassen oder Buchclubs.

    „Victor war so durchschaubar wie Luft, wenn auch nicht annähernd so nützlich.“

    17. Jan. 2026

  • gaiasolisko
    gaiasolisko

    115 Follower

    4,5

    Eine Satire, wie sie nur Jasper Fforde schreiben kann. Intelligent, lustig und definitiv etwas schräg.

    In dem Ort Much Hemlock zieht ein vermenschlichtes Kaninchenpaar in eines der Häuser. Die eher traditionellen Bewohner des Ortes fühlen sich von den Kaninchen bedroht, wegen der vielen Kinder, wegen ihres Veganismus und wegen ihrer seltsamen Religion. Und so lassen die Probleme für die Kaninchen auch nicht lange auf sich warten. Ich habe am Anfang etwas gebraucht, um in die Geschichte zu kommen, aber danach gab es kein Halten mehr und ich habe das Buch nur so verschlungen. Mit diesem Buch ist Jasper Fforde eine großartige gesellschaftspolitische Satire über Fremdenhass, Rassismus und Vorurteile gegenüber anderen Kulturen gelungen. Versehen mit dem einzigartigen FForde-Humor hat man viel Spaß beim Lesen. Zwischen Wortwitz und skurrilen Ideen hält dieses Buch unserer Gesellschaft den Spiegel vor. “Vielleicht funktioniert Satire so. Sie bewirkt keine grundlegenden Veränderungen, sondern stupst das kollektive Gewissen in Richtung Gerechtigkeit und Gleichheit.” Lest dieses Buch! *Danke an netgalley für das Rezensionsexemplar*

    7. Jan. 2026

3 von 17 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 143%
dasbuchzuhause
dasbuchzuhause3. Jan. 2026

Der Anfang ist schon vielversprechend und klingt nach einer typischen Ffordschen Fantasie mit vielen skurrilen Details.

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1 Kommentar verdeckt

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Autorin / Autor

Über Jasper Fforde

Jasper Fforde (geboren 1961) hat zwanzig Jahre als Kameramann im Filmbusinsess gearbeitet, bevor er mit »Der Fall Jane Eyre« einen internationalen Bestseller landete. Sechs weitere Romane um die Buch-Agentin Thursday Next folgten (hierzulande bei dtv), daneben weitere Einzelromane und Roman-Zyklen. Die Jugendbuch-Serie »Die letzte Drachentöterin« wurde für Sky verfilmt. Ffordes Bücher wurden in Deutschland bei verschiedenen Verlagen ver­öffentlicht. Zuletzt erschienen »Eiswelt« bei Heyne und »ROT« bei Eichborn. Jasper Fforde lebt und arbeitet in seiner Heimat Wales.

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