Wenn niemand nach dir sucht

Wenn niemand nach dir sucht

Hardcover
3.02

Durch das Verwenden dieser Links unterstützt du READO. Wir erhalten eine Vermittlungsprovision, ohne dass dir zusätzliche Kosten entstehen.

Beschreibung

Schon vor acht Monaten ist Cleo Sherwood verschwunden. Abgesehen von ihren Eltern und ihren beiden Söhnen scheint sich niemand darum zu scheren. Im Jahr 1966 interessieren sich weder Polizei noch Öffentlichkeit oder Presse für eine schwarze Frau, die als vermisst gilt. Madeline »Maddie« Schwartz, die als Redaktionsassistentin beim Baltimore Star arbeitet, hat sich erst vor Kurzem von ihrem Mann getrennt und klare Vorstellungen von ihrem künftigen Leben: endlich nicht mehr bloß das Anhängsel eines erfolgreichen Mannes sein, endlich sich selbst verwirklichen - und den eigenen Namen unter ihren Artikeln lesen. Als Maddie von einer Frauenleiche hört, die im Brunnen eines Parks gefunden wurde, wittert sie die Story ihres Lebens. Ihr Ehrgeiz ist geweckt. Sie ahnt nicht, wie viel Ärger ihr diese Geschichte einbringen wird - eine Geschichte, die niemand hören will.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Hardcover
Seitenzahl
384
Preis
22.70 €

Autorenbeschreibung

Laura Lippman, geboren 1959 in Atlanta/Georgia, hat mit ihrer erfolgreichen Detektivfigur Tess Monaghan mindestens zweierlei gemein: Beide leben in Baltimore, und beide haben als Journalistinnen gearbeitet, Lippman allerdings mit deutlich größerem Erfolg. Als Tochter einer Bibliothekarin und eines Journalisten spielten die Literatur und das Schreiben schon früh eine wichtige Rolle in Laura Lippmans Leben. Die ersten sieben Tess-Monaghan-Romane schrieb sie neben ihrem Fulltime-Job bei der Baltimore Sun, für die schon ihr Vater arbeitete. 2001 zog sich Lippman aus dem journalistischen Tagesgeschäft zurück, um sich ganz dem Schreiben von Büchern zu widmen. Ihre Kriminalromane – ob mit oder ohne Tess Monaghan – wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem weltweit renommiertesten Preis für Kriminalliteratur, dem Edgar Allan Poe Award. Lippman ist mit dem Drehbuchautor David Simon (The Wire) verheiratet. Das Paar hat eine Tochter.

Beiträge

1
Alle
4

Es ist das Jahr 1966. Cleo Sherwood aus Baltimore wird seit acht Monaten vermisst. Außer ihrer Eltern und ihrer beiden Söhne interessiert sich jedoch niemand für ihr Verschwinden. Madeline Schwartz, die bei einer ortsansässigen Zeitung tätig ist und endlich ihren Namen in einer Verfasserzeile lesen möchte, wittert eine große Story und versucht herauszufinden, was wirklich mit Cleo Sherwood passierte. Vorherrschende Themen in diesem thrillerlastigen Roman sind der Alltagsrassismus in den Vereinigten Staaten der 1960er Jahre und die Emanzipationsbemühungen vieler Frauen. Als eine junge dunkelhäutige Frau im US-Bundesstaat Maryland spurlos verschwindet, ist das für Öffentlichkeit und Presse keine weiteren Bemühungen wert, den Fall aufzuklären. Madeline Schwartz, Mutter eines jugendlichen Sohnes und frisch von ihrem Ehemann getrennt, sucht eine neue Herausforderung in ihrem Leben. Sie möchte unabhängig sein und die Möglichkeit nutzen, sich sowohl privat als auch beruflich neu zu erfinden. So nimmt sie sich dem ungelösten Fall an und begibt sich damit häufig in große Schwierigkeiten. Schon nach den ersten Kapiteln war ich von der Handlung und insbesondere seiner Figuren gefesselt. Sehr gut umgesetzt sind die Perspektivwechsel. Lippman schreibt den Hauptteil der Handlung in der dritten Person, während jedes zweite Kapitel aus der Sicht eines Charakters erzählt wird, der zuvor thematisiert wurde. So lernt die Leserschaft auch Nebenrollen kennen, die nicht immer von großer Relevanz für den weiteren Handlungsverlauf sind, aber einen außergewöhnlichen Erzählstil aufzeigen, der mich komplett mitnehmen konnte. Ich bin keine große Verfechterin von Kriminalromanen, fühlte mich hier mit dem Gesamtpaket aber durchweg wohl. Laura Lippman schafft eine interessante Story, die durch ihre Art zu schreiben und die sehr gut ausgearbeiteten Figuren wirkt. Ich mochte auch das Setting sehr gerne, weil es in den 1960er Jahren spielt und sich mit den wichtigen Themen Rassismus und Rollenbild von Mann und Frau beschäftigt, die damals übermächtig waren. Die Autorin rückt diese zentralen Themen der Gesellschaft in den Mittelpunkt, um die herum sich ein wahrer Thriller entfaltet, der starke weibliche Persönlichkeiten schafft und den Finger in die Wunde legt. Mordermittlungen die geprägt sind von rassistischem und sexistischem Gedankengut werden ebenso deutlich gemacht wie ganz allgemein die mangelnde Gleichberechtigung der Geschlechter als auch von schwarz und weiß. Ein Buch, das mich konstant einfangen konnte. Von Anfang bis Ende ein sehr gelungener Roman mit Thriller-Charakter, der spannungsgeladen ist und besonders durch seine interessanten Charaktere überzeugt.

Beitrag erstellen
Wenn niemand nach dir sucht