Was das Valley denken nennt

Was das Valley denken nennt

Taschenbuch
3.97
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Beschreibung

»Aus Erfahrung gut« – das war ab 1958 der Reklamespruch des Elektrogeräteherstellers AEG. Unternehmen wie Google oder Uber würden mit einem solchen Slogan nie werben, geht es ihnen doch gerade darum, mit der Erfahrung zu brechen und bestehende Geschäftsmodelle aufzumischen: »Disruption«. Wie »Content« oder »Kommunikation« gehört das Konzept zu jenen Motiven, die in Aktionärsprospekten, aber auch in Porträts über Elon Musk, Mark Zuckerberg & Co. häufig bemüht werden. Adrian Daub lehrt in Stanford, kennt die Tech-Branche also aus nächster Nähe. In seinem Essay verfolgt er die Lieblingsideen des Silicon Valley zu Autorinnen wie Ayn Rand, Marshall McLuhan und Joseph Schumpeter zurück und zeigt, dass dabei stets auch die Gegenkultur der sechziger Jahre mitschwingt.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Fachbücher
Sub-Genre
Gesellschaft & Sozialwissenschaften
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
159
Preis
18.50 €

Autorenbeschreibung

Adrian Daub, geboren 1980 in Köln, ist Professor für vergleichende Literaturwissenschaft an der Stanford University. Er schreibt u. a. für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung sowie die Neue Zürcher Zeitung.

Beiträge

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Egal, ob das jetzt genau so stimmen mag - Adrian Daub macht ja selbst plastisch, dass sich seine Überlegungen nur an den in der Öffentlichkeit agierenden Personen orientieren können - die formulierten Gedanken sind zumindest sehr nachvollziehbar. Dass der Techsektor ein gestörtes Verhältnis zur Realität hat, liegt ja tatsächlich schon in seiner Konzeption begründet und Daub schlüsselt die Grundbegriffe dieser Industrie verständlich auf. ,,Was das Valley denken nennt" ist auch nicht überholt. Im Laufe der Zeit verändert sich vieles, aber da Daub eine sehr generelle Sicht auf das Silicon Valley und seine Akteure, sowie deren Denkprozesse richtet, gelingt ihm eine gewisse Zeitlosigkeit. Auf das Nachfolgewerk ,,Was das Valley herrschen nennt" darf man trotzdem (oder genau deswegen) gespannt sein.

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Ein sehr interessantes, aber sowohl sprachlich, als auch intellektuell stellenweise anspruchsvolles Buch. Adrian Daub stellt die Frage, wovon die "Denkweise" des Silicon Valleys beeinflusst wurde und wird, und verweist dabei auf Autor:innen von Ayn Rand bis Samuel Beckett. Ein anspruchsvolles Buch, das dank seiner relativen Kürze einem aber nicht überlädt, auch wenn ich stellenweise nicht alles verstanden habe, bzw. allem folgen konnte. Er zeigt dabei auf, dass das Silicon Valley nur halb so innovativ ist, wie es sich gerne darstellt und einzelne Phrasen von einflussreichen Autoren des 19. und 20. Jahrhunderts aus dem Kontext reisst und diese dann ohne sie wirklich verstanden zu haben verbiegt und umdeutet, so dass sie den (oft nicht genau erklärbaren) Erfolg gewisser Unternehmen im Valley legitimieren und erklären können. Führte bei mir zu vielen Denkanstössen auch über das persönliche Leben und dessen Verständnis. Sowohl historische, als auch grundlegende philosophisch-gesellschaftliche Fragen werden angesprochen, und laden zu Selbstreflexion und dem "Weiterspinnen" seiner Ausführungen ein. Sehr empfehlenswert!

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