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Romane

Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war

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Über das Buch

Zu Hause in der Psychiatrie – das kommt davon. Der zweite Band des Zyklus »Alle Toten fliegen hoch« von Joachim Meyerhoff, ein brüllend komischer und tieftrauriger Familienroman.

Ist das normal? Zwischen Hunderten von körperlich und geistig Behinderten als jüngster Sohn des Direktors einer Kinder- und Jugendpsychiatrie aufzuwachsen? Der junge Held in Joachim Meyerhoffs zweitem Roman kennt es nicht anders – und mag es sogar sehr. Sein Vater leitet eine Anstalt mit über 1.200 Patienten, verschwindet zu Hause aber in seinem Lesesessel. Seine Mutter organisiert den Alltag, hadert aber mit ihrer Rolle. Seine Brüder widmen sich hingebungsvoll ihren Hobbys, haben für ihn aber nur Häme übrig. Und er selbst tut sich schwer mit den Buchstaben und wird immer wieder von diesem großen Zorn gepackt. Glücklich ist er, wenn er auf den Schultern eines glockenschwingenden, riesenhaften Insassen übers Anstaltsgelände reitet.

Joachim Meyerhoff erzählt liebevoll und komisch von einer außergewöhnlichen Familie an einem außergewöhnlichen Ort, die aneinander hängt, aber auseinandergerissen wird. Und von einem Vater, der in der Theorie glänzt, in der Praxis aber stets versagt. Wer schafft es sonst, den Vorsatz zum 40. Geburtstag, sich mehr zu bewegen, gleich mit einer Bänderdehnung zu bezahlen und die teuren Laufschuhe nie wieder anzuziehen? Oder bei Flaute mit dem Segelboot in Seenot zu geraten und vorher noch den Sohn über Bord zu werfen?

Am Ende ist es aber wieder der Tod, der den Glutkern dieses Romans bildet, der Verlust, der nicht wieder gutzumachen ist, die Sehnsucht, die bleibt – und die Erinnerung, die zum Glück unfassbar pralle, lebendige und komische Geschichten produziert.

Editionen (3)

ISBN9783462046816
VerlagKiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum08.01.15
Seitenzahl352

Merkmale

1 Bewertungen

MittelEinfachAnschaulichGlaubwürdigEntwickelndVielschichtig

Rezensionen & Bewertungen

393 Bewertungen

31 Rezensionen

4,0

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  • fr.reise_liest
    fr.reise_liest

    88 Follower

    5,0

    Am Anfang Trönen gelacht, am Ende Trönen vergossen

    Mein erster Meyerhoff- ich war so tief drin in der Geschichte. Der Autor trifft genau den Ton, ich fühlte mich oft zeitversetzt in meine Kindheit ( bin ähnlich alt) und der Irrwitz auf dem Gelände einer Kinder und Jugendpsychiatrie aufzuwachsen, macht etwas…. die Brüder sind ein unschlagbares Trio, der Witz vieler Erlebnisse war so unkomisch, dass ich sogar meinem Mann vorgelesen habe und wir beide so lachen mussten. Dennoch ergriff mich gegen Ende eine tiefe Traurigkeit und so viel Mitgefühl, dass ich wieder Weinen musste….. Ein toller Roman, mir hat er super gut gefallen!! Grossartig, Herr Meyerhoff!! Und Danke an meinen Literaturkreis für dss Leseerlebnis!

    23. März 2026

  • jisymi
    jisymi

    13 Follower

    5,0

    Ein absolut und in jeder Hinsicht tolles Buch. Meyerhoffs Schreibweise ist einzigartig.

    5 Tage vor

  • andrea030
    andrea030

    52 Follower

    4,0

    Auf dieses Buch wäre ich vermutlich selbst nie gestoßen – gelesen habe ich es im Rahmen eines Buchclubs. Umso überraschter war ich, wie sehr mich die Geschichte schließlich begeistert hat. Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war von Joachim Meyerhoff ist zwar der zweite Band seiner autobiografischen Reihe, erzählt zeitlich jedoch die früheste Phase seines Lebens: seine Kindheit. Der Autor beschreibt in kurzen, sehr kurzweiligen Kapiteln sein Aufwachsen auf dem Gelände einer Kinder- und Jugendpsychiatrie. Sein Vater ist dort der Anstaltsleiter, und so lebt Meyerhoff gemeinsam mit seinen Eltern und zwei älteren Brüdern mitten zwischen den Gebäuden und Patienten der Klinik. Diese ungewöhnliche Kindheit bildet den Kern des Buches und eröffnet den Leserinnen und Lesern einen ganz besonderen Blick auf den Alltag einer psychiatrischen Einrichtung. Besonders beeindruckend ist, wie Meyerhoff es schafft, humorvolle und nachdenkliche Momente miteinander zu verbinden. Viele Episoden aus dem Klinikalltag sind skurril und sehr komisch erzählt – etwa Begegnungen mit Patienten oder die eigenwilligen Beobachtungen eines Kindes, das in dieser außergewöhnlichen Umgebung aufwächst. Gleichzeitig begegnet der Autor den Menschen mit großer Wärme und Respekt, sodass der Humor nie auf Kosten der Patienten geht. Im Laufe des Buches wird der Ton jedoch zunehmend ernster. Gegen Ende gewinnt die Geschichte deutlich an emotionaler Tiefe und berührt sehr, ohne dabei pathetisch zu wirken. Gerade dieser Wechsel zwischen Leichtigkeit, absurdem Humor und berührenden Momenten macht den besonderen Reiz des Buches aus. Mich hat das Buch wirklich überrascht. Obwohl ich es vermutlich nie selbst ausgewählt hätte, bin ich sehr froh, dass ich durch den Buchclub darauf aufmerksam geworden bin. Meyerhoff erzählt seine Erinnerungen lebendig, ehrlich und mit viel Selbstironie. Dadurch entsteht eine sehr persönliche Geschichte über Familie, Kindheit und das Aufwachsen an einem außergewöhnlichen Ort. Insgesamt ist Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war ein warmherziges, unterhaltsames und zugleich berührendes Buch, das lange nachklingt – und eine klare Leseempfehlung.

    6. März 2026

3 von 31 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 288%
fr.reise_liest
fr.reise_liest11. März 2026

Wunderbar geschrieben, der erste Abschnitt mit dem Fund des Toten. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie sich die Etzählung von mal zu mal steigert und die eigene Erinnerung verschwimmt. Und weiter dann sein Schulweg, wie er dich jeden Morgen den Weg an den Patienten der Klinik vorbei bahnt… was für eine ungewöhnliche Begebenheit!

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Autorin / Autor

Über Joachim Meyerhoff

Joachim Meyerhoff, geboren 1967 in Homburg/Saar, aufgewachsen in Schleswig, hat als Schauspieler an verschiedenen Theatern gespielt, unter anderem am Burgtheater in Wien, am Schauspielhaus in Hamburg, an der Berliner Schaubühne und den Münchner Kammerspielen. Dreimal wurde er für seine Arbeit zum Schauspieler des Jahres gewählt. 2011 begann er mit der Veröffentlichung seines mehrteiligen Zyklus »Alle Toten fliegen hoch«. Seine Romane wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, zuletzt 2024 mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor.

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