Volkswagen Blues

Volkswagen Blues

Hardcover
3.84
American DreamQuebecFreundschaftKerouac

Durch das Verwenden dieser Links unterstützt du READO. Wir erhalten eine Vermittlungsprovision, ohne dass dir zusätzliche Kosten entstehen.

Beschreibung

Der kanadische Kultroman über eines der schönsten und ungewöhnlichsten Paare der Literatur, das in einem alten VW-Bus von Québec bis nach San Francisco fährt, ist unvergesslich. Der Zufall führt sie zusammen. Jack Waterman, ein schweigsamer Träumer in der Schreibkrise, auf der Suche nach seinem Bruder Théo. Und die Halb-Innu Pitsémine, rastlos und lesewütig, wegen ihrer langen, dünnen Beine auch die Große Heuschrecke genannt. Mit einer Nähe, die nur Fremde verbindet, tun sie sich zusammen. Sie sichten alte Karten und Bücher, suchen das traurigste Chanson der Welt, und durchqueren auf Théos Spur in Jacks altem VW-Bus den Kontinent, von Québec bis San Francisco. Mit seinem Kultroman über eines der ungewöhnlichsten Paare der Literatur ist der gefeierte kanadische Autor Jacques Poulin endlich auch hier zu entdecken. Eine Roadnovel voller Weite, erzählt mit feinem Witz und einer seltenen Wärme.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Weitere Themen
Format
Hardcover
Seitenzahl
256
Preis
23.70 €

Autorenbeschreibung

Jacques Poulin wurde 1937 in Saint-Gédéon-de-Beauce (Québec) geboren. Er studierte Psychologie und arbeitete als Übersetzer, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Poulins mehrfach ausgezeichnetes und in zahlreiche Sprachen übersetztes Werk umfasst vierzehn Romane. Volkswagen Blues (1984) ist sein bekanntestes, mehrfach preisgekröntes Buch und ein moderner Klassiker der frankokanadischen Literatur.

Beiträge

2
Alle

Bei dem Roman hat man es mit einem etwas skurrilen, aber durch und durch charmanten und auch teilweise wütend wirkendem Roman zu tun. Es fiel mir beim Lesen etwas schwierig, den Roman in eine wirklich eindeutige Kategorie einzuordnen. In Erster Linie würde ich sagen, dass es sich hier um einen Roadtrip basierenden Roman handelt, welcher jedoch Einflüsse einer Liebesgeschichte hat und sich auch mit der Geschichte Amerikas und dem damit verbundenen Konflikt zwischen den Indianern und den Kolonisierenden befasst. Der Protagonist, ist der 40-jährige Schriftsteller Jack, welcher in seinem alten VW-Bus, auf der Suche nach seinem Bruder Théo ist. Auf seiner Suche begegnet Jack einer Tramperin, welche aufgrund ihrer langen beine den Spitznamen „Große Heuschrecke“ trägt. Die Heuschrecke ist Mechanikerin und immer mit ihrer schwarzen Katze unterwegs. Die Reise führt die beiden vom Osten Kanadas, quer durch Amerika, bis nach San Francisco. Ein absolut interessanter, liebenswerter und mit Liebe zu Kanada und Amerika gefüllter Roman, in dem der kleine VW-Bus schon fast eine eigene Persönlichkeit einnimmt. Mir hat es sehr viel Freude bereitet dieses Buch zu lesen und ich hatte teilweise den Wunsch, den Reisenden selbst mit zu folgen. Die ganzen kleinen und feinen Nuancen haben dieses Buch somit für mich zu einem echten Pageturner gemacht, welcher ganz viel Aufmerksamkeit verdient hat!

2

Ich bin hin- und hergerissen. Im Roadnovel Volkswagen Blues spricht der frankokanadische Autor Jacques Poulin wichtige Themen an, schöpft aber ihr Potential nicht aus. Würde der 1984 erschienene Roman auch heute noch zu einem modernen Klassiker werden & Preise erhalten? Ich bezweifle das. Jack Waterman, Schriftsteller in einer Schaffenskrise, sucht nach seinem Bruder Théo, den er seit 20 Jahren nicht mehr gesehen hat. Einziger Anhaltspunkt ist eine Postkarte, aufgegeben in Gaspé im Osten Québecs. Hier trifft er auf Pitsémine, Große Heuschrecke genannt, die eine indigene Mutter hat. Sie schließt sich Jack an & gemeinsam durchqueren sie den nordamerikanischen Kontinent, Großteils entlang des Oregon-Trails, den im 19. Jhd. die Pioniere zurücklegten. Jacks Suche nach Théo scheint vielmehr eine Suche nach der eigenen Identität zu sein. Dabei hält er sich an Kindheitserinnerungen fest: Théo verehrte ruhmreiche Pioniere. Jack muss während der Reise allerdings den Fall dieser Helden verarbeiten – die Große Heuschrecke spricht immer wieder die Gräuel an, die diese vermeintlichen Helden der indigenen Bevölkerung Amerikas angetan haben. Die teils längeren Monologe werden von Jack völlig unkommentiert im Raum stehen gelassen, er nennt sie „Unwetter“. Mir ist nicht klar geworden, ob das von Poulin gewollt war, oder ob er – wie Jack – unfähig ist, den Verbrechen seiner Vorfahren eine Reaktion entgegenzubringen? Auch Pitsémine wirkt dadurch unausgeschöpft, wo doch die Figur so interessant ist! Sie fühlt sich ausgeschlossen, weder weiß noch indigen. Schade, dass auch diese innere Zerrissenheit beinahe komplett unkommentiert bleibt. Viel mehr Gewicht legt Poulin bei seiner weiblichen Protagonistin auf ihre „Offenherzigkeit“. Ein junges Mädchen, das ohne Fragen zu einem deutlich älteren Mann in den VW-Bus steigt & mit ihm monatelang den Kontinent durchquert, sich dabei regelmäßig vor ihm & anderen Männern auszieht. All das wird als komplett normales Verhalten dargestellt – so kann das nur von einem Mann geschrieben worden sein & erinnerte mich stark an ein von mir verhasstes Buch. Einzig Jacks Unbeholfenheit im Umgang mit Frauen hat die Situation leicht gerettet, aber wirklich besser macht es das Gesamtbild nicht. Ich hatte mir deutlich mehr erwartet.

Beitrag erstellen