verzargen

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Buch

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Beschreibung

»Riechturn // Das Frühjahr fließt aus dem Tal herauf. / Überall rufen Vögel oder sind unterwegs /zu zweit, damit sie sich nicht verlieren, beisammen / turnen im Jetzt ohne Nest. Es braucht den gemeinsamen / Ort, an dem das Finden schmeckt und riecht und zum Atlas wird. […] Auf Abszisse und Ordinate tanzt die / Maschinerie der Zeit das Formulierte mit und rümpft die Phase.« Nach schwarz drosseln aus 2017 erscheint nun mit verzargen | ein hölzernes alphabet der zweite Gedichtband von Frank Milautzcki im gutleut verlag, abermals in der Reihe staben [Band 22]. Gereimtes neben Cut-Up und Textcollage? Dann ist es Frank Milautzcki! In seinen neuen Gedichten aus den letzten fünf Jahren deutet sich eine Entwicklung an, die – von architektonischen An- und Bemaßungen bis hin zu Notizen – wie post-its an verschiedenen Kalenderblättern kleben. Aus unterschiedlichsten Textformaten steigen dabei viele Atmosphären auf und das Spiel um Text und Struktur verwindet sich mit der Musik des Satzes. Das Erzählerische der Gedichte wird sofort Melodie. Das Ziel, das die Gedichte anstreben, ist der Weg, den sie gehen: Ihre Bewegung lässt jede erstarrende Landschaft hinter sich – in ihr zeigt sich der Mensch. Poesie geschieht beim Einbau der Zargen und Durchgänge, beim Umwandeln von Ausblick in Einblick. »Belank // Die Worte zeigen sich erkältet in diesem Mai. / Es gibt ein Level, das ich schwimme, / blankgeschabt vom Raumergreifen. Spiegel / eines müden Mühens in der leeren Landschaft./ Wo ist das Poem? Dümmer fragen / kann man nicht, im Meer nach dem Wasser. / Tauche.« »Der Sinn ist nie / verborgen – nur der Blick / borgt sich / an falschen Stellen / sein Alphabet und sucht / nach Chromjuwelen« Wie verwandelt sich Bemerkung in Bewirkung, wie verhält sich das dennoch Mögliche zur diffusen Gewalt der Verhinderung? Wie Flimmerhaare fangen die Worte An-Sätze auf: Manchmal scheint es, dass die Texte sich selbst gedichtet haben; in ihnen ist viel poetische Neugier virulent, die in der Engführung von Collagetechniken eine eigene Form (er)finden. Ingredienzien durchdringen sich gegenseitig. In der Aufkündigung jedweden Teilfriedens wird Irritation in Wachsamkeit umgemünzt. Dabei gibt es Melodien, die inwendig als Resonanz gehört werden können. Angestimmt sein von außen und den dort (un)möglichen Sätzen. Eine rasante Mixtur aus ganz unterschiedlichen Wortschnipseln, Findungen, Splittern und etlichen aus dem hölzernen Alphabet ausgebrochenen Geschichten. »Befund // ohne dich bin ich bei dir und bin nicht hier / wenn ich wohne und wohne woanders / wie ein kleiber bäume beläuft wenn ich schreibe / bin ich bei mir wie ich bei dir bin / in dem vielen von dir bin ich da und auch wir / gebissen vom frühstück allein / das schön gesagte für den kaffee / verschlissen, gewälzt in verschiedenen kissen / bin ich ohne dich wieder bei dir«

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
N/A
Format
Buch
Seitenzahl
104
Preis
31.00 €

Autorenbeschreibung

Frank Milautzcki, geboren 1961 in Miltenberg, lebt in Klingenberg am Main. Nach einem Studium der Sozialarbeit in Frankfurt am Main arbeitete er von 1989 bis 2009 als Schichtarbeiter in der chemischen Industrie, wo er seit 2009 als HSE-Coordinator für Gesundheit, Arbeitssicherheit und Umwelt tätig ist. Seit 1996 veröffentlicht er Gedichte und Texte in Anthologien [u. a. in: Jahrbuch der Lyrik (2022) Der große Conrady: Das Buch deutscher Gedichte (2008), Versnetze (2008, 2009, 2021), Rock Lyrik (2011), a global visuage – an international visual poetry anthology (2012)] und Zeitschriften [u. a. in: Akzente, L. Der Literaturbote, Ort der Augen, poet]. Ferner erschienen diverse Einzelbände, zuletzt sprich: malhorndekor und barbotine, zusammen mit Armin Steigenberger, (Black Ink, 2021), schwarz drosseln (gutleut verlag, 2017), Hemden denken (2009) sowie Langustenbäume die auch reden, Gedichte zu Collagen von Stefan Heuer (2009), zudem zahlreiche Essays, u. a. Reinhard Goering – ein Unbekannter auf dem Berg der Wahrheit. Ein Essay und Kommentare zu drei Prosaskizzen (2007), ›Karten‹ in Sprache im technischen Zeitalter (2013), sowie online bei fixpoetry.com und lyrikkritik.de [u. a. Langweilige Spracharbeit (2016), Fallen für Wittgenstein (2016)]. Seit 1996 ist er Herausgeber der handgemachten Literaturzeitschrift DAS ZWEITE BEIN sowie von 2014 bis 2015 der Online-Anthologie Lost Voices – im Ersten Weltkrieg gefallene Lyriker des literarischen Expressionismus auf fixpoetry.com. Als Grafiker veröffentlichte er 2005 das Mappenwerk Ich träumte der Welt ein Zuhause – ein Poem (alleskunstlabor, Bremen) und 2006 Die Gegenden unweit der Mitte (Duo-Edition, Annaberg-Buchholz) und zuletzt die Illustrationen der Zeitschrift ]trash[pool (2012) sowie die Ausstellung Arbeit in Auslage (2013) bei Babsi Daum, Wien.