Väter und Söhne

Väter und Söhne

Hardcover29,80 €Softcover12,80 €
3.52

Durch das Verwenden dieser Links unterstützt du READO. Wir erhalten eine Vermittlungsprovision, ohne dass dir zusätzliche Kosten entstehen.

Beschreibung

Ivan Turgenev: Väter und Söhne Erstdruck in: Russkij vestnik, Moskau 1862. Erste Buchausgabe: Moskau 1862. Hier nach der Ausgabe: Leipzig: Insel-Verlag, [1911]. Neuausgabe mit einer Biographie des Autors. Herausgegeben von Karl-Maria Guth. Berlin 2016. Textgrundlage ist die Ausgabe: Turgenjeff, Iwan: Väter und Söhne. Leipzig: Insel-Verlag, [1911] Die Paginierung obiger Ausgabe wird in dieser Neuausgabe als Marginalie zeilengenau mitgeführt. Umschlaggestaltung von Thomas Schultz-Overhage unter Verwendung des Bildes: Mary Cassatt, Alexander Cassatt und sein Sohn Robert, 1884. Gesetzt aus der Minion Pro, 11 pt.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
N/A
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
204
Preis
12.80 €

Beiträge

1
Alle
4

Ivan Turgenev hat subtile Charakterdarstellung im Sinne von show don't tell perfektioniert. Die Personen die diese Geschichte bevölkern, sind wunderbar vielschichtig ausgearbeitet sowohl männliche als auch weibliche Charaktere. Sie alle sind auf ihre Weise interessant und verschieden, Inbegriff für bestimmte politische Ansichten und Generationen aber doch zu vielseitig um als reiner Typ zu gelten. Im Gegensatz zu Dostojewskis Archetypen und Urgestalten, sind Turgenevs Figuren greifbarer und realer, der Stil erinnert mehr an Tolstoi wenn auch viel spielerischer, weniger ernst und weniger drastisch als dieser. Die Generationenkonflikte in Russland Mitte des 19. Jhd. waren mir in diesem Maße nicht bewusst. Tolstoi erwähnt in seinen Werken zwar auch die Landreformen, Abschaffung der Leibeigenschaft und ähnliches, jedoch konzentriert er sich mehr auf die politische und bäuerliche Seite. Er stellt weniger tiefgreifend wie Turgenev dar, was dieser Ideologieumsturz und die Reformen für unterschiedliche Schichten und Generationen bedeuteten. Die Reibungen zwischen den Idealen der Alten und den neuen Ideen der Jüngeren könnten so auch ohne Weiteres in die heutige Zeit passen. Turgenev porträtiert hier jedoch keinen simplen Kampf von alten, verbissenen Menschen gegen die unbelehrbare, naive Jugend. Seine Zeichnung ist viel tiefgründiger und vielschichtiger, so bemühen sich beide Seiten um ein gewisses Verständnis füreinander, auch wenn sie es nur schwer oder nicht finden. Am Ende muss derjenige gehen, für dessen Ansichten noch kein Platz ist, sinnbildlich für viele junge Menschen für die das russische Zarenreich keine Perspektiven mehr geboten hat.

Beitrag erstellen