Unfollow

Unfollow

Buch
3.817
KlimaaktivistenYoutubeBloggerDigitales Zeitalter

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Beschreibung

Dass Earthboi, der so alt ist wie das Leben auf der Erde selbst, sich ausgerechnet zu unserer Zeit in menschlicher Form manifestiert, kann kein Zufall sein. Er kennt die Natur und ihre Lebewesen in allen Facetten, er hat ihre Entstehung beobachtet und begleitet. Und nun betrachtet er entsetzt die verheerenden Auswirkungen des Anthropozäns auf die Natur, die nicht mehr rückgängig zu machen sind. Er entwickelt eine App, die UserInnen ein ökologisches Bewusstsein "einpflanzt" und wird zu einem globalen Anführer, einer Art Messias, dessen Anhängerschar stetig wächst. Ist die Rettung des Planeten vereinbar mit der Rettung der Menschheit? Lukas Jüligers "Unfollow" stößt mitten in die Klimadebatte. Kritisch setzt er sich mit aktuellen Fragen auseinander: Gibt es alternative, nachhaltige Lebensentwürfe? Wie gehen wir mit den gewaltigen ökologischen und sozialen Umwälzungen als Folge des Klimawandels um, mit denen wir uns künftig immer stärker konfrontiert sehen werden? Und ist ein Personenkult im digitalen Zeitalter plan- und konstruierbar?

Buchinformationen

Haupt-Genre
Comics
Sub-Genre
Graphic Novel
Format
Buch
Seitenzahl
160
Preis
18.50 €

Autorenbeschreibung

Lukas Jüliger, geboren 1988, studierte Illustration an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg und am ENSAD in Paris. 2013 debütierte er mit der enigmatischen Coming-of-Age-Erzählung „Vakuum“ bei Reprodukt und wurde von der Kritik als vielversprechendes neues Talent gefeiert. 2018 erschien „Berenice“, eine Edgar-Allan-Poe-Adaption im modernen Gewand in der von Isabel Kreitz kuratierten Reihe „Die Unheimlichen“ beim Carlsen Verlag. Mit „Unfollow“ legt Lukas Jüliger seine bislang umfangreichste Arbeit vor.

Beiträge

3
Alle
4

Tolle Illustration, leicht bizarre Story

Optisch wirklich sehr ansprechende Graphic Novel. Tolle Illustrationen, die meinst in einem Farbschema pro Seite gehalten sind. Leicht bizarre Story, die mich mit Fragezeichen zurücklässt. Die Themen Klimakrise, Auswüchse der Influencer-Kultur und alternative Lebensentwürfe stehen im Vordergrund.

Tolle Illustration, leicht bizarre Story
4

Meine Meinung: Die Graphic Novel »Unfollow« ist mein erster Kontakt mit Lukas Jüligers Artwork, das sich durch mangaeske Zeichnungen und einen ausgeprägten Stil mit Wiedererkennungswert auszeichnet. Jüliger verzichtet vollkommen auf die übliche Panelführung und Sprechblasen, sondern reiht die Bilder untereinander an und lässt von einer auktorialen Erzählstimme durch die Geschichte des Klima-Influencer und Öko-Gruru »Earthboi« führen. Zunächst kommt etwas Verwirrung auf, denn unweigerlich fragt man sich als Leser*in, wer denn da spricht und über das Leben von Earthboi, dessen Erinnerungen bis zum Kambrium zurückreichen und der als Inkarnation der Natur verstanden werden kann, berichtet. An dieser Stelle bitte am Ball bleiben, denn sobald sich der Blickwinkel erweitert und einem klar geworden ist, dass die Fangemeinschaft des Influencers, die sich mit Jüngern oder Sektenmitgliedern vergleichen lassen, die Erzählenden sind, bekommt die Geschichte noch einmal eine ganz neue Note. Nach einer Kindheit die durch Besuche beim Kinderpsychologen und Psychiatrieaufenthalte geprägt ist, bricht der Junge mit der besonderen Verbindung zur Natur aus einer dieser Einrichtungen aus und folgt seiner Bestimmung. Um den Menschen die verheerenden Auswirkungen der Ausbeutung des Planeten Erde vor Augen zu führen, benutzt er die sozialen Medien und wird damit zum neuen Phänomen im World Wide Web. Doch wie kann die Menschheit die nahende Klimakatastrophe abwenden, ohne dabei die Weltordnung völlig umzukrempeln? »Earthboi« passt mit seinem digitalen Instrument und seiner Anpassung als stylische Influencer-Ikone ohne Frage in die moderne Zeit wie kein anderer, aber auch ihm fehlt noch der nötige Funke, um einen Prozess in Gang zu setzen, der die Welt verändert. Ein wichtiges Instrument hat er jedoch schon an der Hand: unzählige Follower und Anhänger. »Earthboi« die Installationskünstlerin Yu kennenlernt, scheint das fehlende Puzzle-Stück gefunden. Gemeinsam gründen sie eine Art Öko-Kommune, die durch VIP-Besuche die nötige Aufmerksamkeit und Vermarktung erfährt. Die Botschaft der Gemeinschaft verbreitet sich immer rasanter. Doch Earthboi hat in Yu jemanden gefunden, der ihn menschlicher und für weltliche Genüsse verführbar macht. Das gefällt den Hardcore-Jüngern aber überhaupt nicht und so kommt es zu Differenzen im Paradies. Lukas Jüliger legt mit »Unfollow« eine Graphic Novel vor, die sich durch die strukturierte Aneinanderreihung von Text und Bildern auch für Comic-Einsteiger anbietet. Zudem wird die Aufmerksamkeit durch die großflächige Kolorierung in Blau und zarten Rot-Tönen auf das Wesentliche gelenkt. Lukas Jüliger wirft mit seiner kritischen Erzählung das Scheinwerferlicht auf die gegenwärtige Gesellschaft und gibt damit Denkanstöße. Trotz des wichtigen Themas und der gelungenen Umsetzung, die mit subtiler Spannung an die Seiten zu fesseln weiß, kam mir das Ende etwas zu abrupt und unrund daher. Fazit: »Unfollow« gleicht einer utopischen Fabel, die die Klimakrise und die bizarren Auswüchse der Social-Media-Kultur in einer Geschichte vereint. -------------------------------- © Bellas Wonderworld; Rezension vom 06.07.2020

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Meine Meinung: Die Graphic Novel »Unfollow« ist mein erster Kontakt mit Lukas Jüligers Artwork, das sich durch mangaeske Zeichnungen und einen ausgeprägten Stil mit Wiedererkennungswert auszeichnet. Jüliger verzichtet vollkommen auf die übliche Panelführung und Sprechblasen, sondern reiht die Bilder untereinander an und lässt von einer auktorialen Erzählstimme durch die Geschichte des Klima-Influencer und Öko-Gruru »Earthboi« führen. Zunächst kommt etwas Verwirrung auf, denn unweigerlich fragt man sich als Leser*in, wer denn da spricht und über das Leben von Earthboi, dessen Erinnerungen bis zum Kambrium zurückreichen und der als Inkarnation der Natur verstanden werden kann, berichtet. An dieser Stelle bitte am Ball bleiben, denn sobald sich der Blickwinkel erweitert und einem klar geworden ist, dass die Fangemeinschaft des Influencers, die sich mit Jüngern oder Sektenmitgliedern vergleichen lassen, die Erzählenden sind, bekommt die Geschichte noch einmal eine ganz neue Note. Nach einer Kindheit die durch Besuche beim Kinderpsychologen und Psychiatrieaufenthalte geprägt ist, bricht der Junge mit der besonderen Verbindung zur Natur aus einer dieser Einrichtungen aus und folgt seiner Bestimmung. Um den Menschen die verheerenden Auswirkungen der Ausbeutung des Planeten Erde vor Augen zu führen, benutzt er die sozialen Medien und wird damit zum neuen Phänomen im World Wide Web. Doch wie kann die Menschheit die nahende Klimakatastrophe abwenden, ohne dabei die Weltordnung völlig umzukrempeln? »Earthboi« passt mit seinem digitalen Instrument und seiner Anpassung als stylische Influencer-Ikone ohne Frage in die moderne Zeit wie kein anderer, aber auch ihm fehlt noch der nötige Funke, um einen Prozess in Gang zu setzen, der die Welt verändert. Ein wichtiges Instrument hat er jedoch schon an der Hand: unzählige Follower und Anhänger. »Earthboi« die Installationskünstlerin Yu kennenlernt, scheint das fehlende Puzzle-Stück gefunden. Gemeinsam gründen sie eine Art Öko-Kommune, die durch VIP-Besuche die nötige Aufmerksamkeit und Vermarktung erfährt. Die Botschaft der Gemeinschaft verbreitet sich immer rasanter. Doch Earthboi hat in Yu jemanden gefunden, der ihn menschlicher und für weltliche Genüsse verführbar macht. Das gefällt den Hardcore-Jüngern aber überhaupt nicht und so kommt es zu Differenzen im Paradies. Lukas Jüliger legt mit »Unfollow« eine Graphic Novel vor, die sich durch die strukturierte Aneinanderreihung von Text und Bildern auch für Comic-Einsteiger anbietet. Zudem wird die Aufmerksamkeit durch die großflächige Kolorierung in Blau und zarten Rot-Tönen auf das Wesentliche gelenkt. Lukas Jüliger wirft mit seiner kritischen Erzählung das Scheinwerferlicht auf die gegenwärtige Gesellschaft und gibt damit Denkanstöße. Trotz des wichtigen Themas und der gelungenen Umsetzung, die mit subtiler Spannung an die Seiten zu fesseln weiß, kam mir das Ende etwas zu abrupt und unrund daher. Fazit: »Unfollow« gleicht einer utopischen Fabel, die die Klimakrise und die bizarren Auswüchse der Social-Media-Kultur in einer Geschichte vereint. -------------------------------- © Bellas Wonderworld; Rezension vom 06.07.2020

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