Und was hat das mit mir zu tun?

Und was hat das mit mir zu tun?

Taschenbuch
3.914
Opa War Kein NaziElfriede JelinekNazis RausVergessene Generationen

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Beschreibung

Welchen Einfluss haben Ereignisse auf uns, die vor siebzig Jahren stattgefunden haben? Sacha Batthyanys Großtante war in eines der schrecklichsten Nazi-Verbrechen am Ende des Zweiten Weltkriegs verwickelt. Als er ihre Geschichte aufschreibt, stößt er auf ein altes Familiengeheimnis.

Wenige Wochen vor Kriegsende gibt Gräfin Margit Thyssen-Batthyány im österreichischen Rechnitz ein rauschendes Fest. Gegen Mitternacht verlassen die Gäste das Schloss und erschießen 180 Juden, die am Bahnhof auf den Weitertransport warten. Was genau in dieser Nacht geschieht, ist bis heute unklar. »Und was«, fragt der Schriftsteller Maxim Biller den Autor, »hat das mit dir zu tun?«

Sacha Batthyany beginnt, nach Antworten zu suchen. Seine Reise führt ihn ins alte Ungarn, ins Österreich der Nachkriegszeit, in die Schweiz der Gegenwart, in die Lager des Gulag nach Sibirien, auf die Couch eines Pfeife rauchenden Psychoanalytikers und bis ins Wohnzimmer einer Auschwitz-Überlebenden in Buenos Aires. Dabei entdeckt er ein Geheimnis, das seinen Blick auf seine Familie und sich selbst verändert.

Prägen vorangegangene Generationen die Art, wie wir leben? Sind wir doch alle Kriegsenkel? Dabei dachten wir doch, wir seien so aufgeklärt und modern und selbstbestimmt? Sacha Batthyanys Buch ist eine ungewöhnliche, gegenwärtig erzählte Familiengeschichte, ein Panorama Mitteleuropas, das nur vermeintlich verschwunden ist, und zugleich Psychogramm einer Generation.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Biografien
Sub-Genre
Memoiren
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
256
Preis
14.40 €

Autorenbeschreibung

Sacha Batthyany, geboren 1973, studierte Soziologie in Zürich und Madrid, war Redakteur bei der Neuen Zürcher Zeitung und arbeitet seit 2010 beim Magazin des Tages-Anzeigers. Er ist Dozent an der Schweizer Journalistenschule und lebt seit 2015 in Washington, D.C., wo er für den Tages-Anzeiger und die Süddeutsche Zeitung als Korrespondent über Politik und Gesellschaft berichtet.

Beiträge

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Alle
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Sacha Batthyany lebt in der Schweiz, ist Journalist und es geht ihm gut. Da trifft ihn völlig unerwartet der Artikel einer Zeitung, in der seine verstorbene Tante Margit als Monster beschrieben wird, die 1944 den Tod von 180 Jüd*innen zu verantworten hat. DIE Tante Margit? Soll WAS getan haben? Der Autor begibt sich auf die Suche, nach Ungarn, Deutschland und Argentinien und verändert damit das Leben zweier Familien und deren generationenübergreifende Traumata. Sacha Batthyany hat es geschafft, die traurige Geschichte seiner Familie und der Familie der jüdischen Freundin seiner Großmutter sehr stimmig und spannend zu lesen aufzuschreiben. Das Buch hat mich sehr berührt und es wird mir eine Weile nicht aus dem Kopf gehen. Lesenswert!

3

Hat mich irgendwie nicht abgeholt. Es geht mehr um die (innere) Reise des Autors, als um die damaligen Geschehnisse, wobei mir um diese herum zu viel zu spekulativ erschien. Mit den Therapiesitzungen zwischendurch konnte ich etwas anfangen, insgesamt aber, fühlte ich mich auf Distanz gehalten.

5

Sacha Batthyany studierte in Zürich und Madrid und arbeitet mittlerweile als Journalist für den Tages-Anzeiger und die Süddeutsche Zeitung in Washington. Vor einigen Jahren hörte Batthyany, dass seine Großtante, Gräfin Margit Thyssen-Batthyány, während einer Feier auf ihrem Anwesen an dem Mord an 180 Juden beteiligt wesen sein soll. „Die Gastgeberin der Hölle“, betitelt sie eine Zeitung. Er begibt sich auf Spurensuche, spricht mit seiner Familie, reist nach Ungarn, Sibirien, Auschwitz und Buenos Aires. Seine mehrjährige Suche ändert sich in ihrem Verlauf. Sein Großvater war Armeeangehöriger und landete in einem Gulag in Sibirien. Auch darüber recherchiert er viel. Seine Großmutter hatte eine Freundin aus dem Dorf, die in Auschwitz landete. Auch mit ihr spricht er während seiner Recherchen. Letztlich wird aus seiner Suche nach der Wahrheit über seine Großtante eine Beweisaufnahme, welche Einflüsse der Krieg auf seine Familie hatte. Und er stößt auf ein weiteres Familiengeheimnis, das siebzig Jahre lang im Dunkeln lag. Dadurch, dass Batthyany direkt betroffen ist, ist dieses Buch sehr persönlich. Er schreibt nicht nur über die Ereignisse, sondern auch über die Auswirkungen seiner Erkenntnisse auf andere Menschen und vor allem auf ihn selbst. Er lässt den Leser an seinen Gefühlen und Gedanken teilhaben. Ein wichtiges Thema nimmt auch die Frage ein „Und was hat das mit mir zu tun?“; eine Frage, die Batthyany selbst gestellt worden ist, voller Verachtung. Während er sich mit der Vergangenheit auseinandersetzt, beschäftigt er sich auch immer mit sich selbst. Er besucht einen Psychoanalytiker und schreibt auch über diese Unterhaltungen, in denen es darum geht, was diese Suche mit ihm macht. Obwohl das Buch so persönlich ist, merkt man auch, dass Batthyany fiel recherchiert hat. Er kennt wichtige Daten und Personen der damaligen Zeit, setzt Familienereignisse in ihren politischen Kontext. Er muss unheimlich viel Zeit in Bibliotheken verbracht haben, unzählige Bücher und Zeitungen gewälzt haben. Doch nicht nur der Inhalt des Buches ist spannend. Batthyany kann auch gut schreiben. Er arbeitet viel mit wörtlicher Rede, wodurch vieles Verständlicher wird, aber eben auch Meinungen anderer Personen Ausdruck finden. Er hat auch viele Tagebucheinträge einfließen lassen, die das Geschehene greifbarer machen. Und was hat das mit mir zu tun? hat mich sehr beeindruckt. Ich bewundere Batthyany, dass er sich mit diesem schweren Stück Familiengeschichte auseinander gesetzt hat, und ihm ist ein äußerst empfehlenswertes Buch gelungen. Schau doch auch gern mal auf meinem Blog www.buchstuetze.wordpress.com vorbei!

5

Ein sehr interessant geschriebenes Buch über eine Familiengeschichte. Der Autor bringt verschiedene SIchtweisen ein, denkt sich in die Köpfe der Protagonisten in der Vergangenheit, versucht die Geschehenisse zu rekonstruieren und bleibt dabei trotzdem meist sachlich und schweift nicht allzu sehr ab. An manchen Stellen war es mir ein wenig zu viel des "was wäre wenn...", aber alles in allem war das Buch stets nachvollziehbar und folgte einem roten Faden. Hat mir gut gefallen.

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