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Märchenhafte, düstere Fantasy in Slow-Motion
Orlaiths Welt reicht nicht viel weiter als von ihrem Turmzimmer bis zur nahegelegenen Steilküste und dem Schlossgelände. Durch ihren begrenzten Radius innerhalb ihrer "Safety Line" ist ihre Welt sehr limitiert – ebenso wie das Worldbuilding. Gegen Ende erfahren wir nach und nach etwas über die verschiedenen Königreiche, häppchenweise mit ihrer sich öffnenden Wahrnehmung. Die sanfte Orlaith mochte ich als Charakter richtig gern. Eine FMC, die keine abgebrühte badass Kriegerin/Assasinin/you-name-it ist?! Bitte mehr davon! Sie ist verletzlich, bedürftig, irrational, hat große Ängste und ist nicht mächtig, schlagfertig oder lässig. Ihr verzweifeltes Festhalten an der unerwiderten Liebe zu Rhordyn und ihre schrittweise Emanzipation von ihm werden glaubhaft und nachvollziehbar beschrieben. Ich habe stellenweise wirklich mit ihr mitgelitten und kann mir gut vorstellen, dass wir in den nachfolgenden Bänden eine starke Entwicklung à la Auren erleben werden. Die Beziehung zwischen Orlaith und Rhordyn ist dysfunktional und co-abhängig. Die unglückselige Verbindung der beiden sticht für mich hervor, da es sich endlich einmal nicht um den klassischen (und vorhersehbaren) Enemies-to-Lovers-Trope handelt. Rhordyn ist unausstehlich, manipulativ und grausam. Da wir ihn aber (fast) ausschließlich durch Orlaiths Augen kennenlernen, wird die dunkle und mächtige Faszination, die von ihm ausgeht, widerwillens spür- und nachvollziehbar. Der Plot entspinnt sich seeehr langsam und bis zur Hälfte fand ich die Story zwar märchenhaft, aber etwas nichtssagend. In der zweiten Hälfte nimmt die Geschichte an Fahrt auf. Wer allerdings actiongeladene Spannung und Plot Twists sucht, kommt eher nicht auf seine Kosten. Der Prolog ist übrigens ein ziemlicher Spoiler und wäre meiner Meinung nach als Epilog besser aufgehoben. Ich hätte nämlich gern gerätselt, wie Orlaith in Rhordyns „Obhut“ gelangt ist, anstatt ihren Background schon vorher zu kennen. Das Buch ist bislang nur auf Englisch erschienen und ich muss sagen, dass ich mich mit der Sprache echt schwergetan habe. Ich habe viele Begriffe nachschlagen müssen und konnte mich dadurch nicht vollends in die Geschichte fallen lassen. Die Reihe werde ich daher erst fortsetzen, wenn sie auf Deutsch übersetzt wurde. Mein Fazit: „To Bleed A Crystal Bloom“ ist eine märchenhafte, langsame, atmosphärisch dichte und düstere Fantasy mit einer feinfühlig und liebevoll ausgearbeiteten FMC. Das Buch liest sich wie die Einleitung zur eigentlichen Story, ist aber dennoch ein vielversprechender Auftakt – hoffentlich zukünftig dann auch auf Deutsch.

30. Jan. 2026
Märchenhafte, düstere Fantasy in Slow-Motion
Orlaiths Welt reicht nicht viel weiter als von ihrem Turmzimmer bis zur nahegelegenen Steilküste und dem Schlossgelände. Durch ihren begrenzten Radius innerhalb ihrer "Safety Line" ist ihre Welt sehr limitiert – ebenso wie das Worldbuilding. Gegen Ende erfahren wir nach und nach etwas über die verschiedenen Königreiche, häppchenweise mit ihrer sich öffnenden Wahrnehmung. Die sanfte Orlaith mochte ich als Charakter richtig gern. Eine FMC, die keine abgebrühte badass Kriegerin/Assasinin/you-name-it ist?! Bitte mehr davon! Sie ist verletzlich, bedürftig, irrational, hat große Ängste und ist nicht mächtig, schlagfertig oder lässig. Ihr verzweifeltes Festhalten an der unerwiderten Liebe zu Rhordyn und ihre schrittweise Emanzipation von ihm werden glaubhaft und nachvollziehbar beschrieben. Ich habe stellenweise wirklich mit ihr mitgelitten und kann mir gut vorstellen, dass wir in den nachfolgenden Bänden eine starke Entwicklung à la Auren erleben werden. Die Beziehung zwischen Orlaith und Rhordyn ist dysfunktional und co-abhängig. Die unglückselige Verbindung der beiden sticht für mich hervor, da es sich endlich einmal nicht um den klassischen (und vorhersehbaren) Enemies-to-Lovers-Trope handelt. Rhordyn ist unausstehlich, manipulativ und grausam. Da wir ihn aber (fast) ausschließlich durch Orlaiths Augen kennenlernen, wird die dunkle und mächtige Faszination, die von ihm ausgeht, widerwillens spür- und nachvollziehbar. Der Plot entspinnt sich seeehr langsam und bis zur Hälfte fand ich die Story zwar märchenhaft, aber etwas nichtssagend. In der zweiten Hälfte nimmt die Geschichte an Fahrt auf. Wer allerdings actiongeladene Spannung und Plot Twists sucht, kommt eher nicht auf seine Kosten. Der Prolog ist übrigens ein ziemlicher Spoiler und wäre meiner Meinung nach als Epilog besser aufgehoben. Ich hätte nämlich gern gerätselt, wie Orlaith in Rhordyns „Obhut“ gelangt ist, anstatt ihren Background schon vorher zu kennen. Das Buch ist bislang nur auf Englisch erschienen und ich muss sagen, dass ich mich mit der Sprache echt schwergetan habe. Ich habe viele Begriffe nachschlagen müssen und konnte mich dadurch nicht vollends in die Geschichte fallen lassen. Die Reihe werde ich daher erst fortsetzen, wenn sie auf Deutsch übersetzt wurde. Mein Fazit: „To Bleed A Crystal Bloom“ ist eine märchenhafte, langsame, atmosphärisch dichte und düstere Fantasy mit einer feinfühlig und liebevoll ausgearbeiteten FMC. Das Buch liest sich wie die Einleitung zur eigentlichen Story, ist aber dennoch ein vielversprechender Auftakt – hoffentlich zukünftig dann auch auf Deutsch.
30. Jan. 2026







