Blick ins Buch

Romane

Tage mit Milena

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Über das Buch

Annika führt ein ruhiges Leben und denkt schon lange nicht mehr an die traumatischen Ereignisse, die vor mehr als 30 Jahren ihre Welt aus den Angeln hoben. Bis die siebzehnjährige Klimaaktivistin Luzie ihren Alltag durcheinanderbringt und die Erinnerung an den Menschen wachrüttelt, dessen Namen sich Annika kaum auszusprechen traut: Milena. In der Hamburger Hausbesetzerszene der Achtziger waren Annika, Milena und Matti unzertrennlich. Sie hielten sich für unbesiegbar, so wie Luzie es tut. Um diese vor einem folgenschweren Fehler zu bewahren, nimmt Annika wieder Kontakt zu Matti auf. Sie reist zu ihm nach Italien – und erfährt, dass alles, was sie über damals zu wissen glaubte, eine Lüge ist.

Editionen (3)

ISBN9783453274556
VerlagHeyne
Erscheinungsdatum25.09.24
Seitenzahl352

Rezensionen & Bewertungen

14 Bewertungen

6 Rezensionen

3,8

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  • starlight.of.books
    starlight.of.books

    383 Follower

    5,0

    Spannender Roman über Klimaschutz

    „Tage mit Milena“ von Katrin Burseg ist ein aufwühlender Roman der auf zwei Zeitebenen spielt. Zum einen in der Gegenwart, zum anderen in den 80er Jahren, die Zeit der Hausbesetzungen in Hamburg. Ich war zu Anfang etwas skeptisch, da ich die Klimakleber eher als nervig empfinde, aber die Geschichte ist so viel mehr als Klimakleber und Hausbesetzung. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und angenehm, durch die detaillierten Beschreibungen der Handlungsorte konnte ich mir bildlich alles sehr gut vorstellen. Obwohl ich mich mit den Protagonisten nicht wirklich Identifikation konnte hat mich die Story sehr berührt und zum nachdenken gebracht. „Tage mit Milena“ ist ein abwechslungsreicher und tiefgründiger Roman über wichtige Themen, besonderes in der heutigen Zeit. Ich kann euch das Buch sehr empfehlen.

    24. Sept. 2024

  • leselicht78
    leselicht78

    201 Follower

    4,0

    Spannender Roman über Klimaaktivisten

    Annika hilft der jungen Luzie, als diese sich für einen Klimastreik selbst auf die Straße klebt und von Autofahrern dafür bepöbelt wird. Zuvor hat sie der 17jährigen in ihrem Papiergeschäft Sekundenkleber verkauft und fühlt sich nun für sie verantwortlich, lässt sie bei sich übernachten und reist ihr sogar am nächsten Tag von Lübeck nach Hamburg nach, wo sich die Klimaaktivisten zu einer Versammlung treffen wollen. Zunächst erscheint es mir als Leserin befremdlich, warum die wesentlich ältere Frau dem jüngeren und für sie ja völlig unbekannten Mädchen hinterherläuft und sich um sie sorgt. Dann wird aber ersichtlich, dass Annika ein Trauma erlitten hat, das sie nie verarbeitet hat. Hier zieht die Geschichte eine Parallele zu der Hausbesetzerszene, wo Anfang der 80er Jahre einige Häuser aus der Hafenstraße besetzt wurden, um für eine alternative Lebensform zu kämpfen. Annika war damals eine der Hausbesetzer und hat sich mit ihren Freunden Matteo und Milena fanatisch für ihre Ideale eingesetzt. Dabei ist Milena ums Leben gekommen. Diese Wunde ist bis heute nicht verschlossen, und die dramatischen Erlebnisse kommen in Annika unter den Klimaaktivisten wieder hoch. An die Bilder aus den Nachrichten der Hafenstraße kann ich mich noch gut erinnern, auch wenn ich damals noch ein Kind war. Ich sehe noch brennende Barrikaden und Auseinandersetzungen mit der Polizei vor mir. In dem Buch begegnet Annika einem ehemaligen Mitbewohner der Hafenstraße wieder, der nun ein ruhiges "Spießerleben" führt. Inzwischen sind die Häuser einer Wohngenossenschaft überführt worden, renoviert und das Leben der Bewohner geht einen normalen, geregelten Gang. Annika fragt sich, was der Kampf dann verändert hat und wofür er überhaupt genutzt hat. Die Ideale, für die sie gekämpft haben, erscheinen ihr sinnlos im Anbetracht der Todes von Milena und sie will Luzie davon überzeugen, dass die drastischen Aktionen der Umweltaktivisten gefährlich und letztendlich auch nicht zielführend sind. Der Gedanke der Autorin ist interessant, wie weit Widerstand gehen soll und wohin er letztendlich führt. Ist ein gewaltloser Widerstand eines Ghandi oder einer Greta Thunberg, die alleine durch ihren Schulstreik eine weltweiten Bewegung ausgelöst hat, sinnvoller als "Randale"? Aus christlicher Sicht ist gewaltfreien Widerstand sicherlich eher zu befürworten. Erregt es aber genauso viel Aufmerksamkeit bei der Bevölkerung? Vielleicht sogar mehr? Für diese Fragen danke ich dem Buch und der Autorin sehr. Es hat auch meine Betrachtungsweise der Klimakleber verändert und mich zum Nachdenken über meine eigene Komfortzone angeregt. Für mich war das ein lohnenswerte, aktuelles und einfühlsam erzählte Buch, das jedoch einige Fragen offen lässt.

    9. Okt. 2024

  • anja._liest
    anja._liest

    331 Follower

    3,0

    Annika führt mit ihrem Mann Hendrik ein beschauliches Leben in Lübeck. Sie hat einen kleinen Laden, geht im Biomarkt einkaufen und kommt ohne Auto aus. Als ein junges Mädchen, Luzie, bei ihr im Laden Sekundenkleber kauft nimmt ihr Leben eine plötzliche Wendung und sie sitzt mit der angeklebten Luzie auf der Strasse und protestiert. Erinnerungen an ihre Freundin Milena und die Zeiten in der Hausbesetzerszene in Hamburg kommen wieder hoch und sie will Luzie um jeden Preis beschützen. Das Thema Hausbesetzung und Klimaaktvisten haben mich an diesem Buch gereizt. Es startete auch gut und lässt sich gut lesen. Leider blieben mir hier die Charaktere weitestgehend fremd, Annikas Verhalten ist für mich oft überhaupt nicht nachvollziehbar und die Geschichte wirkt zu konstruiert. Ich hätte mir hier auch etwas mehr zu den Abschnitten der Hausbesetzung gewünscht. Da wurde einiges angeschnitten und blieb mir zu oberflächlich. Später wurde das Zusammentreffen von Annika mit ihrer damaligen Liebe Matti auch noch kitschig und auch die ganzen Klischees waren für meinen Geschmack etwas zu viel. Es lässt sich wirklich gut und flüssig lesen aber die Story war leider nichts für mich.

    30. Sept. 2024

3 von 6 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Katrin Burseg

Katrin Bursegs Faible für Geschichte und Geschichten ließ sie Kunstgeschichte, Literatur und Romanistik studieren. Sie arbeitete als Journalistin, begann dann, Romane zu schreiben und erreichte mit »Unter dem Schnee« ein großes Publikum. In Norddeutschland aufgewachsen und in Hamburg zu Hause, hat sie sich schon früh für die Ozeane und den Klimawandel interessiert. Die damit einhergehenden Folgen für die Küstenregionen und die dort lebenden Menschen haben sie zu ihrem Bestseller »Adas Fest« inspiriert. Auch die Idee zu »Tage mit Milena« rührt von diesem Thema her.

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