Tafeldienst - Eine Mutter wechselt die Seiten

Tafeldienst - Eine Mutter wechselt die Seiten

Taschenbuch
3.84
EntertainmentSchulalltagLehrerAutobiografie

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Beschreibung

Mit Herz und Mut ins Klassenzimmer – die Journalistin und Mutter Mila Kuhn erzählt von ihrem Kaltstart als Lehrerin an einer Brennpunktschule.

»Ich mochte sie alle, die ganze Bande. Die Braven wie die Aufmüpfigen, die Scheuen wie die Quatschbacken, die Pflegeleichten wie jene, die mir auch noch den letzten Nerv verödet haben.«

Als Mutter hatte Mila Kuhn an den Lehrkräften ihrer Kinder so einiges auszusetzen. Doch dann wagt sie ein Experiment und unterrichtet als Quereinsteigerin in einer Grundschule. Sie erlebt einen radikalen Perspektivwechsel: Die Schwarmintelligenz der Klasse ist ein ernst zu nehmender Gegner, und Unterrichten mit freundlichem Humor kann nur, wer sich zuvor die Position des Alphatiers der Klasse erkämpft hat.

Mit Witz, Einfühlungsvermögen und Mut zur Improvisation beißt sich Mila Kuhn durch und berichtet nun über die unzähligen skurrilen und unfreiwillig komischen Szenen, die an jedem neuen Schultag auf sie warteten – eine sehr unterhaltsame und erfrischend ehrliche Momentaufnahme des täglichen Wahnsinns an deutschen Schulen.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Biografien
Sub-Genre
Kunst & Unterhaltung
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
286
Preis
10.30 €

Beiträge

2
Alle
4

Es war ein schöner Ausflug in eine andere Welt. Wenn man denkt "das könnte ich niemals" ertappt man sich während des Lesens zu denken "mhm, warum eigentlich nicht?" ich glaube, das ist eine der Ziele gewesen. Man überlegt, wie man selbst, als "Laie" in der oder der anderen Situation reagiert hätte und nickt anerkennend "das hätte ich mich nicht getraut". Es ist klar, dass das hier keine Fachliteratur ist, aber um einen Blick über den Tellerrand zu werden und andere Ansichten einzuholen, ist es sehr gut!

3

Als ich dieses Buch bei Netgalley gesehen hatte, war schnell mein Interesse geweckt und ich habe es zügig gelesen. Trotzdem dauerte es etwas, bis ich mich zu meiner Rezension hinsetzen konnte, weil das Buch mich etwas zwiegespalten hat. Auf der einen Seite spricht Mila Kuhn die Probleme unseres Bildungssystem an und macht sie an vielen Beispielen deutlich. Auch die Leistung, die Lehrer*innen jeden Tag bringen, wird deutlich und vor allem die üblichen Vorurteile, Lehrer*innen hätten nachmittags frei und müssten ja nur das Schulbuch aufschlagen, werden angesprochen. Die Kapitel sind teils humorvoll geschrieben. Mal konnte ich bestätigend nicken, mal musste ich entsetzt den Kopf schütteln. Auf der anderen Seite erfährt man wenig darüber, wie sie sich selbst auf den Unterricht vorbereitet und eine Reflektion ihrer Methoden findet nur im Ansatz statt. Vielleicht wäre das auch für Leser, die selbst keine Lehrer sind, zu langatmig und wurde bewusst ausgelassen. Auch hatte ich beim Lesen immer diesen negativen Beigeschmack. Positive Aspekte gingen unter all den Problemen unter. Wenn über Schüler*innen geschrieben wird, sind diese nach Angaben der Autorin anonymisiert und verschiedene Charaktere sind zu einem verschmolzen oder deren Eigenschaften wurden auf verschiedene Schüler*innen aufgeteilt. Der Schwerpunkt liegt auf den "verhaltensauffälligen" Schüler*innen und welche Probleme diese in der Schule haben bzw. welche Probleme Lehrer*innen mit diesen Schüler*innen haben. Teilweise war ich etwas geschockt über die Schilderungen des Umgangs mit solchen Schüler*innen und hoffe sehr, dass hier übertrieben wurde. Insgesamt denke ich schon, dass das Buch einen interessanten Blick hinter die Kulissen gibt. Doch sollte den Lesern*innen bewusst sein, dass hier nur eine Sichtweise gezeigt wird.

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