Submarino

Submarino

Taschenbuch
4.33
BodybuildingJunkiesSuchtNeuanfang

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Beschreibung

Knallharter sozialer Realismus Armut, Missbrauch und eine alkoholabhängige Mutter. Nick und sein jüngerer Bruder sind in schlimmen Verhältnissen aufgewachsen, bis eine Tragödie die Familie auseinanderriss. Nun wird Nick aus dem Gefängnis entlassen. Er ist ein Mann, der weiß, was er will: hart trainieren, hart trinken und hart werden gegen die ganze Welt.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
384
Preis
8.45 €

Autorenbeschreibung

Jonas T. Bengtsson, geboren 1976, wurde für seinen ersten Roman, Aminas Briefe, 2005 mit dem Dänischen Debütantenpreis ausgezeichnet. Sein zweiter Roman Submarino wurde von Thomas Vinterberg verfilmt. 2010 gewann Bengtsson den Per-Olov-Enquist-Preis. Wie keiner sonst ist sein dritter Roman, die Filmrechte sind bereits vekauft. Jonas T. Bengtsson lebt in Kopenhagen.

Beiträge

1
Alle
5

Manche Sachen werden nicht besser, wenn man darüber redet. Manche Sachen werden überhaupt nicht besser. (Seite 65) SUBMARINO handelt vordergründig von zwei Brüdern, die landläufig als “verkrachte Existenzen“ bezeichnet werden. Der Jüngere (Nick) fristet sein Dasein als ehem. Häftling in einem Wohnheim und kümmert sich um den kleinen Bruder seiner Ex-Freundin. Er hat eine abstruse sexuelle Beziehung zu einer Zimmernachbarin. Der ältere Bruder ist Junkie und alleinerziehender Vater eines Kindergartenkindes. Der Autor schildert schonungs- und schnörkellos das Leben der Brüder. Bis Seite 158 kommt ausschliesslich Nick zu Wort – dann der Bruder; jeweils in der 1. Person. Dass sich Brüder in ihrer Ausdrucksweise ähneln, ist in Ordnung und natürlich. Leider hat der Autor es aber nicht geschafft, auch nur eine winzige Differenzierung in der sprachlichen Ebene, dem Duktus zu entwickeln. Das wäre wünschenswert gewesen. Und noch ein kleiner kosmetischer Störfaktor (liegt hoffentlich "nur" an der Übersetzung) : wer verwendet denn im täglichen Sprachgebrauch den Begriff “Glied“ (statt “Penis“)? Niemand – ganz besonders nicht in der dortigen Gesellschaftsschicht. Davon ab ist die Sprache sehr eindringlich und klar mit einigen treffenden Formulierungen: Sie bemerken mich nicht. Ich wohne schon so lange hier, dass ich keinen Schatten mehr werfe…………….. Keiner von uns ist harmlos. Einige haben nur nicht mehr die Chance, anderen zu schaden…… Sie hatten erst gelacht und dann ernst gemacht…………… Wir waren ganz knapp davor, glücklich zu sein…… Es geht um traumatische Erlebnisse in der Kindheit. Die Brüder haben Unsägliches in ihrer Kindheit erlebt und erhielten keinerlei Hilfe zur “Verarbeitung“. Auch Nicks ehem. Freundin und ihr kleiner Bruder wurden als Kinder im Krieg traumatisiert – auch sie blieben damit allein. Mit diesen denkbar schlechtesten Lebensstartbedingungen erscheint mir die Entwicklung der beiden Protagonisten eher heldenhaft. Mit DEN Kindheitserlebnissen wären (vermute ich jetzt mal einfach forsch) 90% der (kuschelig im Sessel sitzenden) Leser in der Psychiatrie/Forensik gelandet. Die Brüder nicht. Beide Brüder übernehmen sogar noch Verantwortung für Andere (Nick für Ivan und der ältere Bruder für seinen Sohn Martin). Sie engagieren sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten und erreichen viel, wenn man ihre Lebensumstände betrachtet. Dieses Verantwortung übernehmen kann als nochmalige Chance, als quasi Wiedergutmachungsversuch, als Beweisversuch betrachtet werden. Als Kinder haben die Brüder für ihr eigenes Empfinden (!) versagt – als Erwachsene wollen sie sich selbst zeigen, dass sie dazu in der Lage sind und nicht wieder scheitern werden. … Und am Ende gibt es wieder Kinder mit traumatischen Erlebnissen – und der Fortgang ist ungewiss. DAS war für mich das eigentlich Wichtige an diesem Buch. Die Brüder haben vielleicht sich, aber nicht ihre “Schutzbefohlenen“ aufgegeben. Dieses Buch gehört zu den wenigen, die mir nach dem Lesen noch besser gefallen, als währenddessen. Es hallt lange nach und verändert den Blick – GROSSARTIG. Wüsste auch nicht, wann ich das letzte Mal einen Buchtitel als derart gelungen befunden hätte – PERFEKT.

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