
98 Follower
Amüsant und erfrischend Unkonventionell 👌
29. Mai 2025
Amüsant und erfrischend Unkonventionell 👌
29. Mai 2025
Blick ins Buch
«Ich bin die Marie Kondo der Literatur. If it doesn′t spark joy – weg damit in die Mülltonne.»
Barbi Marković hat sich das Stehlen als kulturelle Unverschämtheit zum Programm gemacht. In ihrem neuen Buch erzählt sie, wie es dazu kam und warum man ihr trotz offener Piraterie die Originalität nie abgestritten hat. Fast nie. Aber es geht auch um die Kraft und den Zug einer guten, rhythmisch abgestimmten Schimpftirade. Es geht um Machtverhältnisse. Um Regeln, die man sich selbst auferlegt. Darum, objektiv zu sein, und wütend, aber auf niemanden konkret. Distanz zu erzeugen, damit die Geschichte näher kommen kann. Dass die Texte am Ende mehr wissen als die Person, die sie geschrieben hat, und über mehr berichten als nur über ein Privatschicksal. – Wie geht das? «Stehlen, Schimpfen, Spielen» gibt Antworten.
«Der Genuss ihrer witzigen und scheinbar so einfachen Sätze, die die absurde Fallhöhe zwischen Alltag und existenzieller Weltlage ausmessen, soll bitte nicht enden.» Jury zum Preis der Leipziger Buchmesse 2024
25 Bewertungen
4 Rezensionen
3,6
3,6
Tippen zum Filtern
Tippen zum Filtern

98 Follower
29. Mai 2025
29. Mai 2025

18 Follower
So kurzweilig kann eine Poetikvorlesung sein? Barbi Marković macht es einfach vor: sie pflückt aus Städten, aus ihrer Schreibsituation, aus anderer Leute Bücher, aus ihren eigenen Werken, aus Computerspielen - und fertig ist der leckere Obstsalat aus „Stehlen Schimpfen Spielen“. Wobei sie natürlich immer wieder klar macht, dass das alles vielleicht einfach so gemacht werden kann, damit aber noch längst keine einfache Sache ist. Ein Buch ist neben allem Spaß, den wir besonders als Lesepublikum erleben, eben auch Arbeit. Aber zum Glück nur für die Autorin, die sich damit und mit ihren gemischten Gefühlen zum Schreiben in der Zweitsprache, zum Schreiben als Broterwerb, zum fiktional-phantastischen Schreiben und mit vielen anderen Themen auseinandersetzt. Wir, die Leser*innen, können uns zurücklehnen und das grandiose Ergebnis genießen. Einfach genial, diese Aufgabenteilung! (Wenn nur die verdammten Prüfungsaufgaben am Ende der Kapitel nicht wären 😬) Kostprobe nach Markovićs Erläuterung, warum sie nicht gern stiehlt oder lügt: „Außer beim Schreiben. Im Text gelten andere Regeln. Ich stehle, ohne jemandem etwas wegzunehmen, und ich lüge, um die Wahrheit besser zu treffen. Denn wenn du einen Text stiehlst, so wie ich das praktiziert habe, bleibt der alte Text bestehen, und es entsteht ein zusätzliches Werk. Ich meine nicht, jemandem die Idee zu stehlen, bevor sie verwertet wurde. Und auch nicht, heimlich eigene Sätze mit geileren Adjektiven zu schmücken. (Wobei, warum nicht?)“ Enjoy!
27. Dez. 2025
So kurzweilig kann eine Poetikvorlesung sein? Barbi Marković macht es einfach vor: sie pflückt aus Städten, aus ihrer Schreibsituation, aus anderer Leute Bücher, aus ihren eigenen Werken, aus Computerspielen - und fertig ist der leckere Obstsalat aus „Stehlen Schimpfen Spielen“. Wobei sie natürlich immer wieder klar macht, dass das alles vielleicht einfach so gemacht werden kann, damit aber noch längst keine einfache Sache ist. Ein Buch ist neben allem Spaß, den wir besonders als Lesepublikum erleben, eben auch Arbeit. Aber zum Glück nur für die Autorin, die sich damit und mit ihren gemischten Gefühlen zum Schreiben in der Zweitsprache, zum Schreiben als Broterwerb, zum fiktional-phantastischen Schreiben und mit vielen anderen Themen auseinandersetzt. Wir, die Leser*innen, können uns zurücklehnen und das grandiose Ergebnis genießen. Einfach genial, diese Aufgabenteilung! (Wenn nur die verdammten Prüfungsaufgaben am Ende der Kapitel nicht wären 😬) Kostprobe nach Markovićs Erläuterung, warum sie nicht gern stiehlt oder lügt: „Außer beim Schreiben. Im Text gelten andere Regeln. Ich stehle, ohne jemandem etwas wegzunehmen, und ich lüge, um die Wahrheit besser zu treffen. Denn wenn du einen Text stiehlst, so wie ich das praktiziert habe, bleibt der alte Text bestehen, und es entsteht ein zusätzliches Werk. Ich meine nicht, jemandem die Idee zu stehlen, bevor sie verwertet wurde. Und auch nicht, heimlich eigene Sätze mit geileren Adjektiven zu schmücken. (Wobei, warum nicht?)“ Enjoy!
27. Dez. 2025

68 Follower
Alles was sie macht ist so überraschend, so klug, so dicht an Anspielungen und gleichzeitig einfach lustig. Obwohl das Thema des Buches eigentlich kein Thema ist, sondern eine lose zusammensetzung von Erfahrungen und Texten, hab ich das Lesen geliebt. Ganz Check ich nicht, was sie da macht. In jedem Fall sind jetzt nach dem Lesen Superheldinnen, das Piksie Buch und die verschissene Zeit auch in meinem Warenkorb. Super. Und über die Geschichte Serbiens könnt ich mich auch mal einlesen, ich uninformiertes Stück Westen.

9. Aug. 2025
Alles was sie macht ist so überraschend, so klug, so dicht an Anspielungen und gleichzeitig einfach lustig. Obwohl das Thema des Buches eigentlich kein Thema ist, sondern eine lose zusammensetzung von Erfahrungen und Texten, hab ich das Lesen geliebt. Ganz Check ich nicht, was sie da macht. In jedem Fall sind jetzt nach dem Lesen Superheldinnen, das Piksie Buch und die verschissene Zeit auch in meinem Warenkorb. Super. Und über die Geschichte Serbiens könnt ich mich auch mal einlesen, ich uninformiertes Stück Westen.
9. Aug. 2025

3 von 4 Rezensionen
Autorin / Autor
Barbi Marković, 1980 in Belgrad geboren, studierte Germanistik und arbeitete zunächst als Lektorin. 2009 erschien ihr Debüt «Ausgehen», noch als Übersetzung aus dem Serbokroatischen, 2016 dann der Roman «Superheldinnen», der unter anderem mit dem Förderpreis des Adelbert-von-Chamisso-Preises ausgezeichnet wurde; fünf Jahre später folgte «Die verschissene Zeit». Für «Minihorror» erhielt Barbi Marković den Preis der Leipziger Buchmesse 2024. Im selben Jahr bekam sie den Carl-Amery-Literaturpreis zugesprochen. Sie lebt in Wien.
Bücher entdecken, tracken, gemeinsam lesen.




Bibliothek
Behalte den Überblick