Im Auge des Sturms ist man nirgends sicher ...
Nach der schockierenden Zerstörung der Starlight Station durch die Nihil herrscht Chaos in der Galaktischen Republik. Die ruchlosen Piraten haben aus ihrem Sieg Kapital geschlagen und eine schier undurchdringliche Barriere um einen Teil des republikanischen Raumes errichtet, den sie für sich beanspruchen. Innerhalb dieser Okklusionszone sind die Menschen der Gnade der Nihil ausgeliefert – und diese sind nicht für ihre Gnade bekannt.
Die Jedi-Ritterin Vernestra Rwoh, die ihren Padawan Imri Cantaros unter den Opfern der Starlight vermutet, hat sich auf einen friedlichen Planeten zurückgezogen, wo sie hofft, ihre Wunden zu heilen und ihr Gleichgewicht wiederzufinden. Doch ihre alte Freundin Avon Starros hat andere Pläne. Avon weiß, dass Imri in der Okklusionszone überlebt hat – und sie und Vernestra müssen nun alles daran setzen, ihn zu finden – auch wenn dies bedeutet, sich sozusagen direkt in die Grube des Sarlacc zu begeben.
Essentiell mit Schwächen
Trotzt dem Sturm fällt vor allem durch seine Charakterentwicklung auf. Liebgewonnene Charaktere aus der ersten Phase werden hier nun weiter ausgearbeitet. Man freut sich, endlich wieder die altbekannten Namen in Action zu erleben. Zudem ist dieses Buch für die folgenden Bücher essentiell um gewisse Entwicklungen zu verstehen. Die Handlung pendelt sich allerdings irgendwo zwischen spannend und vorhersehbar ein. Das Ende macht jedoch Lust auf mehr.
1. Sept. 2025
3,5
Essentiell mit Schwächen
Trotzt dem Sturm fällt vor allem durch seine Charakterentwicklung auf. Liebgewonnene Charaktere aus der ersten Phase werden hier nun weiter ausgearbeitet. Man freut sich, endlich wieder die altbekannten Namen in Action zu erleben. Zudem ist dieses Buch für die folgenden Bücher essentiell um gewisse Entwicklungen zu verstehen. Die Handlung pendelt sich allerdings irgendwo zwischen spannend und vorhersehbar ein. Das Ende macht jedoch Lust auf mehr.
Wow, dieses Buch war ein Erlebnis 🤩
Tessa Gratton und Justina Ireland schaffen es mit Leichtigkeit uns in den Bann dieser Geschichte zu ziehen. Es ist von Anfang an spannend und actionreich, keine einzige Sekunde habe ich mich gelangweilt. Ganz im Gegenteil, ich saß sogar öfters wie auf heißen Steinen und konnte es nicht erwarten herauszufinden, was gleich passieren wird 🥹
Die Geschichte war clever und wundervoll geschrieben. Hat mir sehr gefallen 💫
Das wichtigste in einem Buch sind meiner Meinung nach neben der Spannung die Charaktere und Leute: Das waren die SYMPATHISCHSTEN Charaktere, die mir jemals in irgendwelchen Büchern begegnet sind. Avon, Vernestra, Deva, Syl und Jordanna, Xylan und Cair und so viele mehr <3
Die Chemie zwischen den Charakteren war unübertrefflich! Es war humorvoll, emotional und mir sind wirklich alle ans Herz gewachsen.
Für das Buch ist es sicherlich vorteilhaft, wenn man die vorherigen YA Bücher der Reihe gelesen hat. Sonst ist der Einstieg ein wenig überfordernd mit vielen neuen Charakteren, aber auch dann hat man nach den ersten 50 Seiten eigentlich den Bogen raus 😌
Ich kann euch das Buch nur sehr ans Herz legen. Von mir eine klare Leseempfehlung.
9. Sept. 2024
4,5
Mega 💫
Wow, dieses Buch war ein Erlebnis 🤩
Tessa Gratton und Justina Ireland schaffen es mit Leichtigkeit uns in den Bann dieser Geschichte zu ziehen. Es ist von Anfang an spannend und actionreich, keine einzige Sekunde habe ich mich gelangweilt. Ganz im Gegenteil, ich saß sogar öfters wie auf heißen Steinen und konnte es nicht erwarten herauszufinden, was gleich passieren wird 🥹
Die Geschichte war clever und wundervoll geschrieben. Hat mir sehr gefallen 💫
Das wichtigste in einem Buch sind meiner Meinung nach neben der Spannung die Charaktere und Leute: Das waren die SYMPATHISCHSTEN Charaktere, die mir jemals in irgendwelchen Büchern begegnet sind. Avon, Vernestra, Deva, Syl und Jordanna, Xylan und Cair und so viele mehr <3
Die Chemie zwischen den Charakteren war unübertrefflich! Es war humorvoll, emotional und mir sind wirklich alle ans Herz gewachsen.
Für das Buch ist es sicherlich vorteilhaft, wenn man die vorherigen YA Bücher der Reihe gelesen hat. Sonst ist der Einstieg ein wenig überfordernd mit vielen neuen Charakteren, aber auch dann hat man nach den ersten 50 Seiten eigentlich den Bogen raus 😌
Ich kann euch das Buch nur sehr ans Herz legen. Von mir eine klare Leseempfehlung.
Avon wagt sich mit Verbündeten hinter den Sturmwall, um Imri zu finden.
.
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Star Wars: Die Hohe Republik – Trotzt dem Sturm spielt etwa ein Jahr nach dem Fall von Starlight Beacon. Die Nihil haben mit ihrem Sturmwall einen großen Teil der Galaxis von der Republik abgeschnitten und herrschen innerhalb der Okklusionszone durch Gewalt, Angst und die Machtfresser.
Avon Starros lebt zu Beginn auf Hetzal bei ihrer Mutter Ghirra, die inzwischen als Botschafterin der Nihil auftritt. Avon wird ständig bedroht und erkennt, dass ihrer Mutter die eigene politische Stellung wichtiger ist als das Wohlergehen ihrer Tochter. Die einzige Person, der sie dort wirklich vertraut, ist ausgerechnet Deva Lompop, eine brutale ehemalige Nihil, die ihr als Leibwächterin dient.
Als Deva ihr mitteilt, dass Imri Cantaros noch lebt und sich auf Aricho befindet, beschließt Avon zu handeln. Nach einem weiteren Anschlag trägt sie den abgetrennten Kopf des Attentäters zu einem Bankett, wirft ihn vor Ghirra und Marchion Ro auf den Tisch und erklärt, dass sie nach Coruscant gehen werde. Damit übernimmt sie bewusst die Sprache und Machtdemonstrationen der Nihil, obwohl sie diese eigentlich verachtet.
Parallel dazu lebt Xylan Graf auf der Lightning Crash, einer Raumstation, von der aus der Sturmwall betrieben wird. Xylan hat an der Technologie mitgearbeitet und wird nun praktisch als Geisel gezwungen, das System instand zu halten. Er verachtet die Nihil, sorgt sich hinter seiner Eitelkeit und seinem Eigennutz aber tatsächlich um einige wenige Menschen, besonders um seinen Ehemann Cair San Tekka.
Auf Coruscant schleicht Avon sich in den Jedi-Tempel und begegnet Reath Silas. Durch ihn erfährt sie, dass Vernestra Rwoh den Orden nach dem Fall von Starlight Beacon verlassen hat. Gemeinsam mit Reath und Deva findet Avon sie auf Ibbe, wo sie sich nach dem Tod Stellans und dem vermeintlichen Verlust Imris zurückgezogen hat. Die Nachricht, dass Imri lebt, bringt Vernestra zurück.
Jordanna Sparkburn und Sylvestri Yarrow arbeiten währenddessen als Transporteurinnen. Jordanna will hinter den Sturmwall zurückkehren, weil dort Teile ihrer Familie verschollen sind. Im Auftrag von Maz Kanata bringen sie Xylan in ihre Gewalt. Dadurch entsteht eine ungewöhnliche Gruppe aus Jedi, Wissenschaftlern, Schmugglern und ehemaligen beziehungsweise unfreiwilligen Nihil.
Mit Xylans Wissen gelingt die Überquerung des Sturmwalls. Der Sturmwall besteht aus umgebauten Hyperraumbojen, die gewöhnliche Antriebe zum Versagen bringen. Nur ein Pfad-Antrieb mit passendem Code ermöglicht die sichere Passage. Auch die Vergangenheit der Familien Graf und San Tekka als Hyperraumprospektoren spielt dabei eine Rolle.
Auf Seswenna teilt sich die Gruppe. Vernestra begegnet einem Machtfresser und erlebt eine schreckliche Vision von Stellan. Da Stellan in Wirklichkeit beim Fall von Starlight Beacon starb, verstand ich diese Szene nicht als echte Vision seines Todes, sondern als eine durch das Wesen ausgelöste Halluzination, die ihre Trauer, Schuld und Angst gegen sie verwendet.
Jordanna trifft Cair San Tekka und reist mit ihm nach Arli, um ihre Familie zu suchen. Dort entdeckt sie eine weißgraue Seuche, die Pflanzen, Tiere, Menschen und ganze Landschaften zu Staub zerfallen lässt. Jordanna rettet ihre Familie, muss Cair jedoch die infizierte Hand abtrennen. Diese wird konserviert und später zum Jedi-Tempel gebracht. Die Handlung auf Arli gehört mit ihren roten Ozeanen, grünen Moosinseln und Feuerblumen zu den atmosphärisch stärksten Teilen des Buches.
Avon und Xylan schleichen sich als Nihil verkleidet auf die Lightning Crash. Dort entdeckt Avon, dass Dr. Zadina Mkampa ihre Kristallforschung gestohlen und für die Energieversorgung des Sturmwalls verwendet hat. Avon sabotiert Teile der Anlage, während Xylan ihr Pfad-Codes übergibt, mit denen der Sturmwall später möglicherweise überwunden werden kann. Natürlich behält er eine zweite Kopie. Gerade diese Mischung aus Eigennutz und tatsächlicher Hilfe macht ihn glaubwürdig.
Vernestra und Deva reisen nach Aricho, wo Kara Xoo die Bevölkerung versklavt hat. Die Menschen werden gezwungen, Glakawurzeln für ein Huttensyndikat zu ernten. Die Hutten sind dabei Geschäftspartner und keine Untergebenen der Nihil.
Auf Aricho zeigt sich erneut Vernestras problematische Seite. Sie will unbedingt helfen und betrachtet das Retten anderer beinahe als natürlichen Instinkt einer Jedi. Als sie sieht, wie Nihil einen Mann verprügeln, greift sie sofort ein, ohne zu erkennen, dass die Szene Teil eines vorbereiteten Aufstands ist. Sie gefährdet damit beinahe den gesamten Plan. Ihre guten Absichten sind echt, doch sie verwechselt ihren moralischen Handlungsdrang teilweise mit der Gewissheit, tatsächlich das Richtige zu tun.
Während der Befreiung Arichos wird Vernestra endlich mit Imri wiedervereint. Sie glaubte, ihn retten zu müssen, wird aber zunächst selbst von ihm gerettet. Aus dem unsicheren Padawan ist ein ruhiger Jedi geworden, der mit J-6, Yacek Sparkburn, Lyssa Votz und den Bewohnern Arichos Widerstand organisiert hat.
Imri ist für mich eine der positivsten Überraschungen des Romans. Er ist nicht gereift, weil er krampfhaft versucht hat, einem Ideal zu entsprechen. Er hat seine Erfahrungen angenommen, Verantwortung übernommen und aus dem Leben gelernt. Dadurch wirkt er in manchen Momenten sogar reifer als Vernestra. Seine Entwicklung wirkt jedoch besonders stark, wenn man seine Vorgeschichte aus Phase I kennt; außerdem kommt er erst spät und selten vor.
Vernestra ernennt Imri zum Jedi-Ritter. Den Kyberkristall von Avon lehnt er ab: Der Krieg habe die Jedi zu sehr nach der Logik der Nihil handeln lassen, und er wolle künftig auf andere Weise helfen.
Meine liebste Figur ist Deva Lompop. Ihre Moral ist begrenzt, persönlich und ehrlich. Sie behauptet nicht, alle Lebewesen retten zu wollen, sondern schützt diejenigen, die zu ihrem inneren Kreis gehören. Avon ist ihr wichtig, weshalb sie für sie kämpft, Risiken eingeht und sogar mit Jedi zusammenarbeitet. Gleichzeitig bleibt sie gefährlich, brutal und eigennützig. Gerade deshalb wirkt ihre Loyalität echt.
Auf dem zweiten Platz liegen für mich Xylan und Imri. Xylan erinnert mich an eine Star-Wars-Version des Alkibiades: intelligent, charmant, eitel, politisch flexibel und für jede Seite zu nützlich, um ihn loszuwerden. Imri ist dagegen ruhig, ehrlich und durch echte Erfahrung gereift. Xylan ist im Roman präsenter, während Imris Wirkung stärker von Phase I abhängt.
Nach der Rückkehr muss Vernestra sich vor dem Jedi-Rat verantworten. Yoda akzeptiert ihre Erklärung und bezeichnet sie als mitfühlend und weise. Kurz darauf konfrontiert Vernestra Elzar Mann mit dem Beweis, dass er Chancey Yarrow beim Fall von Starlight Beacon getötet hat. Dabei zeigt sich ein deutlicher Widerspruch in Vernestras Selbstbild. Sie kritisiert Elzar innerlich dafür, dass er unbedingt beweisen möchte, ein guter Jedi zu sein. Wenige Minuten zuvor hat sie dem Rat jedoch selbst erklärt, dass sie seit ihrer frühen Ernennung ständig beweisen wollte, eine würdige Jedi zu sein.
Sie verlangt außerdem von Elzar Offenheit, obwohl sie dem Rat selbst eine Vision verschweigt. Vernestra ist keine bewusste Betrügerin. Ihre Hilfsbereitschaft ist ehrlich. Sie erkennt jedoch nicht immer, wie stark ihr moralisches Handeln auch dem Bedürfnis dient, sich selbst als gute Jedi zu erleben.
Diese Entwicklung passt für mich gut zu ihrer späteren Rolle in The Acolyte. Dort benutzt sie Sol als Sündenbock, um den Orden politisch zu schützen. Die junge Vernestra glaubt, einzelne Menschen retten zu müssen; die ältere glaubt, den Orden retten zu müssen. In beiden Fällen ist sie überzeugt, das größere Gute zu vertreten, und nimmt sich dadurch das Recht, selbst zu entscheiden, welche Handlung und welche Wahrheit notwendig sind.
Im Epilog bringt Reath die Seuchenprobe zu Azlin Rell, einem über 150 Jahre alten ehemaligen Jedi, den seine Erforschung der Machtfresser und die dunkle Seite gezeichnet haben. Der Orden hält ihn streng kontrolliert im Tempel, weil er gefährlich, aber zugleich einer der wenigen Experten für die Namenlosen ist. Seine Reaktion deutet eine noch größere Bedrohung an.
Fazit:
Trotzt dem Sturm gefiel mir etwas besser als Das Auge der Finsternis. Mit Flucht von Valo lässt es sich nur schwer vergleichen, da dieses wesentlich stärker als Kinderbuch geschrieben ist. Der Roman verbindet viele Figuren und Ereignisse aus Phase I und II, erklärt den Sturmwall verständlich und entwickelt besonders Avon, Deva, Xylan, Imri und Vernestra interessant weiter.
Mein größter Kritikpunkt ist, dass dem Buch ein wirklich entscheidender Höhepunkt fehlt. Die Figuren dringen hinter den Sturmwall vor, sammeln Informationen, sabotieren Teile der Lightning Crash, retten Menschen und finden Imri. Am Ende wird der Sturmwall jedoch nicht zerstört, Marchion Ro nicht ernsthaft geschwächt und keine große Schlacht entschieden. Selbst die Rettungsmission endet damit, dass Imri gar nicht gerettet werden möchte, sondern auf Aricho bleibt. Die Gruppe fliegt im Grunde in die Okklusionszone hinein, wird klüger und kehrt wieder zurück.
Die einzelnen Handlungsstränge sind unterhaltsam, atmosphärisch und wichtig für die weitere Geschichte, führen aber nicht zu einem großen gemeinsamen Finale. Dadurch wirkt das Ende eher wie ein bedeutender Zwischenschritt der dritten Phase als wie der Abschluss einer eigenständigen Mission.
Trotzdem ist es ein gutes Star-Wars-Buch mit starken Schauplätzen, glaubwürdigen Mischmotiven und mehreren Figuren, die sich durch Krieg, Verlust und Verantwortung sichtbar verändert haben. Besonders Deva und Xylan zeigen, dass eine Handlung nicht vollkommen selbstlos sein muss, um echte Loyalität zu enthalten. Imri wiederum zeigt, dass Reife nicht daraus entsteht, krampfhaft tugendhaft erscheinen zu wollen, sondern daraus, Erfahrungen anzunehmen und aus ihnen zu lernen. Dafür gebe ich dem Buch vier von fünf Sternen.
29. Juni 2026
4,0
Avon wagt sich mit Verbündeten hinter den Sturmwall, um Imri zu finden.
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Star Wars: Die Hohe Republik – Trotzt dem Sturm spielt etwa ein Jahr nach dem Fall von Starlight Beacon. Die Nihil haben mit ihrem Sturmwall einen großen Teil der Galaxis von der Republik abgeschnitten und herrschen innerhalb der Okklusionszone durch Gewalt, Angst und die Machtfresser.
Avon Starros lebt zu Beginn auf Hetzal bei ihrer Mutter Ghirra, die inzwischen als Botschafterin der Nihil auftritt. Avon wird ständig bedroht und erkennt, dass ihrer Mutter die eigene politische Stellung wichtiger ist als das Wohlergehen ihrer Tochter. Die einzige Person, der sie dort wirklich vertraut, ist ausgerechnet Deva Lompop, eine brutale ehemalige Nihil, die ihr als Leibwächterin dient.
Als Deva ihr mitteilt, dass Imri Cantaros noch lebt und sich auf Aricho befindet, beschließt Avon zu handeln. Nach einem weiteren Anschlag trägt sie den abgetrennten Kopf des Attentäters zu einem Bankett, wirft ihn vor Ghirra und Marchion Ro auf den Tisch und erklärt, dass sie nach Coruscant gehen werde. Damit übernimmt sie bewusst die Sprache und Machtdemonstrationen der Nihil, obwohl sie diese eigentlich verachtet.
Parallel dazu lebt Xylan Graf auf der Lightning Crash, einer Raumstation, von der aus der Sturmwall betrieben wird. Xylan hat an der Technologie mitgearbeitet und wird nun praktisch als Geisel gezwungen, das System instand zu halten. Er verachtet die Nihil, sorgt sich hinter seiner Eitelkeit und seinem Eigennutz aber tatsächlich um einige wenige Menschen, besonders um seinen Ehemann Cair San Tekka.
Auf Coruscant schleicht Avon sich in den Jedi-Tempel und begegnet Reath Silas. Durch ihn erfährt sie, dass Vernestra Rwoh den Orden nach dem Fall von Starlight Beacon verlassen hat. Gemeinsam mit Reath und Deva findet Avon sie auf Ibbe, wo sie sich nach dem Tod Stellans und dem vermeintlichen Verlust Imris zurückgezogen hat. Die Nachricht, dass Imri lebt, bringt Vernestra zurück.
Jordanna Sparkburn und Sylvestri Yarrow arbeiten währenddessen als Transporteurinnen. Jordanna will hinter den Sturmwall zurückkehren, weil dort Teile ihrer Familie verschollen sind. Im Auftrag von Maz Kanata bringen sie Xylan in ihre Gewalt. Dadurch entsteht eine ungewöhnliche Gruppe aus Jedi, Wissenschaftlern, Schmugglern und ehemaligen beziehungsweise unfreiwilligen Nihil.
Mit Xylans Wissen gelingt die Überquerung des Sturmwalls. Der Sturmwall besteht aus umgebauten Hyperraumbojen, die gewöhnliche Antriebe zum Versagen bringen. Nur ein Pfad-Antrieb mit passendem Code ermöglicht die sichere Passage. Auch die Vergangenheit der Familien Graf und San Tekka als Hyperraumprospektoren spielt dabei eine Rolle.
Auf Seswenna teilt sich die Gruppe. Vernestra begegnet einem Machtfresser und erlebt eine schreckliche Vision von Stellan. Da Stellan in Wirklichkeit beim Fall von Starlight Beacon starb, verstand ich diese Szene nicht als echte Vision seines Todes, sondern als eine durch das Wesen ausgelöste Halluzination, die ihre Trauer, Schuld und Angst gegen sie verwendet.
Jordanna trifft Cair San Tekka und reist mit ihm nach Arli, um ihre Familie zu suchen. Dort entdeckt sie eine weißgraue Seuche, die Pflanzen, Tiere, Menschen und ganze Landschaften zu Staub zerfallen lässt. Jordanna rettet ihre Familie, muss Cair jedoch die infizierte Hand abtrennen. Diese wird konserviert und später zum Jedi-Tempel gebracht. Die Handlung auf Arli gehört mit ihren roten Ozeanen, grünen Moosinseln und Feuerblumen zu den atmosphärisch stärksten Teilen des Buches.
Avon und Xylan schleichen sich als Nihil verkleidet auf die Lightning Crash. Dort entdeckt Avon, dass Dr. Zadina Mkampa ihre Kristallforschung gestohlen und für die Energieversorgung des Sturmwalls verwendet hat. Avon sabotiert Teile der Anlage, während Xylan ihr Pfad-Codes übergibt, mit denen der Sturmwall später möglicherweise überwunden werden kann. Natürlich behält er eine zweite Kopie. Gerade diese Mischung aus Eigennutz und tatsächlicher Hilfe macht ihn glaubwürdig.
Vernestra und Deva reisen nach Aricho, wo Kara Xoo die Bevölkerung versklavt hat. Die Menschen werden gezwungen, Glakawurzeln für ein Huttensyndikat zu ernten. Die Hutten sind dabei Geschäftspartner und keine Untergebenen der Nihil.
Auf Aricho zeigt sich erneut Vernestras problematische Seite. Sie will unbedingt helfen und betrachtet das Retten anderer beinahe als natürlichen Instinkt einer Jedi. Als sie sieht, wie Nihil einen Mann verprügeln, greift sie sofort ein, ohne zu erkennen, dass die Szene Teil eines vorbereiteten Aufstands ist. Sie gefährdet damit beinahe den gesamten Plan. Ihre guten Absichten sind echt, doch sie verwechselt ihren moralischen Handlungsdrang teilweise mit der Gewissheit, tatsächlich das Richtige zu tun.
Während der Befreiung Arichos wird Vernestra endlich mit Imri wiedervereint. Sie glaubte, ihn retten zu müssen, wird aber zunächst selbst von ihm gerettet. Aus dem unsicheren Padawan ist ein ruhiger Jedi geworden, der mit J-6, Yacek Sparkburn, Lyssa Votz und den Bewohnern Arichos Widerstand organisiert hat.
Imri ist für mich eine der positivsten Überraschungen des Romans. Er ist nicht gereift, weil er krampfhaft versucht hat, einem Ideal zu entsprechen. Er hat seine Erfahrungen angenommen, Verantwortung übernommen und aus dem Leben gelernt. Dadurch wirkt er in manchen Momenten sogar reifer als Vernestra. Seine Entwicklung wirkt jedoch besonders stark, wenn man seine Vorgeschichte aus Phase I kennt; außerdem kommt er erst spät und selten vor.
Vernestra ernennt Imri zum Jedi-Ritter. Den Kyberkristall von Avon lehnt er ab: Der Krieg habe die Jedi zu sehr nach der Logik der Nihil handeln lassen, und er wolle künftig auf andere Weise helfen.
Meine liebste Figur ist Deva Lompop. Ihre Moral ist begrenzt, persönlich und ehrlich. Sie behauptet nicht, alle Lebewesen retten zu wollen, sondern schützt diejenigen, die zu ihrem inneren Kreis gehören. Avon ist ihr wichtig, weshalb sie für sie kämpft, Risiken eingeht und sogar mit Jedi zusammenarbeitet. Gleichzeitig bleibt sie gefährlich, brutal und eigennützig. Gerade deshalb wirkt ihre Loyalität echt.
Auf dem zweiten Platz liegen für mich Xylan und Imri. Xylan erinnert mich an eine Star-Wars-Version des Alkibiades: intelligent, charmant, eitel, politisch flexibel und für jede Seite zu nützlich, um ihn loszuwerden. Imri ist dagegen ruhig, ehrlich und durch echte Erfahrung gereift. Xylan ist im Roman präsenter, während Imris Wirkung stärker von Phase I abhängt.
Nach der Rückkehr muss Vernestra sich vor dem Jedi-Rat verantworten. Yoda akzeptiert ihre Erklärung und bezeichnet sie als mitfühlend und weise. Kurz darauf konfrontiert Vernestra Elzar Mann mit dem Beweis, dass er Chancey Yarrow beim Fall von Starlight Beacon getötet hat. Dabei zeigt sich ein deutlicher Widerspruch in Vernestras Selbstbild. Sie kritisiert Elzar innerlich dafür, dass er unbedingt beweisen möchte, ein guter Jedi zu sein. Wenige Minuten zuvor hat sie dem Rat jedoch selbst erklärt, dass sie seit ihrer frühen Ernennung ständig beweisen wollte, eine würdige Jedi zu sein.
Sie verlangt außerdem von Elzar Offenheit, obwohl sie dem Rat selbst eine Vision verschweigt. Vernestra ist keine bewusste Betrügerin. Ihre Hilfsbereitschaft ist ehrlich. Sie erkennt jedoch nicht immer, wie stark ihr moralisches Handeln auch dem Bedürfnis dient, sich selbst als gute Jedi zu erleben.
Diese Entwicklung passt für mich gut zu ihrer späteren Rolle in The Acolyte. Dort benutzt sie Sol als Sündenbock, um den Orden politisch zu schützen. Die junge Vernestra glaubt, einzelne Menschen retten zu müssen; die ältere glaubt, den Orden retten zu müssen. In beiden Fällen ist sie überzeugt, das größere Gute zu vertreten, und nimmt sich dadurch das Recht, selbst zu entscheiden, welche Handlung und welche Wahrheit notwendig sind.
Im Epilog bringt Reath die Seuchenprobe zu Azlin Rell, einem über 150 Jahre alten ehemaligen Jedi, den seine Erforschung der Machtfresser und die dunkle Seite gezeichnet haben. Der Orden hält ihn streng kontrolliert im Tempel, weil er gefährlich, aber zugleich einer der wenigen Experten für die Namenlosen ist. Seine Reaktion deutet eine noch größere Bedrohung an.
Fazit:
Trotzt dem Sturm gefiel mir etwas besser als Das Auge der Finsternis. Mit Flucht von Valo lässt es sich nur schwer vergleichen, da dieses wesentlich stärker als Kinderbuch geschrieben ist. Der Roman verbindet viele Figuren und Ereignisse aus Phase I und II, erklärt den Sturmwall verständlich und entwickelt besonders Avon, Deva, Xylan, Imri und Vernestra interessant weiter.
Mein größter Kritikpunkt ist, dass dem Buch ein wirklich entscheidender Höhepunkt fehlt. Die Figuren dringen hinter den Sturmwall vor, sammeln Informationen, sabotieren Teile der Lightning Crash, retten Menschen und finden Imri. Am Ende wird der Sturmwall jedoch nicht zerstört, Marchion Ro nicht ernsthaft geschwächt und keine große Schlacht entschieden. Selbst die Rettungsmission endet damit, dass Imri gar nicht gerettet werden möchte, sondern auf Aricho bleibt. Die Gruppe fliegt im Grunde in die Okklusionszone hinein, wird klüger und kehrt wieder zurück.
Die einzelnen Handlungsstränge sind unterhaltsam, atmosphärisch und wichtig für die weitere Geschichte, führen aber nicht zu einem großen gemeinsamen Finale. Dadurch wirkt das Ende eher wie ein bedeutender Zwischenschritt der dritten Phase als wie der Abschluss einer eigenständigen Mission.
Trotzdem ist es ein gutes Star-Wars-Buch mit starken Schauplätzen, glaubwürdigen Mischmotiven und mehreren Figuren, die sich durch Krieg, Verlust und Verantwortung sichtbar verändert haben. Besonders Deva und Xylan zeigen, dass eine Handlung nicht vollkommen selbstlos sein muss, um echte Loyalität zu enthalten. Imri wiederum zeigt, dass Reife nicht daraus entsteht, krampfhaft tugendhaft erscheinen zu wollen, sondern daraus, Erfahrungen anzunehmen und aus ihnen zu lernen. Dafür gebe ich dem Buch vier von fünf Sternen.
29. Juni 2026
3 von 7 Rezensionen
Autorin / Autor
Über Tessa Gratton
Tessa Gratton schreibt Romane, Jugendromane und Kurzgeschichten, die bislang in über 20 Sprachen übersetzt wurden. Sie wurde mehrfach für den Otherwise Award nominiert. Zu ihren jüngsten Romanen zählen die queeren Werke Strange Grace und Night Shine sowie die queere Shakespeare-Neufassung Lady Hotspur. Tessa wohnt mit ihrer Frau in Kansas am Rande der Prärie und freut sich über Besuch auf Tessagratton.com.