Spatriati

Spatriati

Hardcover
3.89

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Beschreibung

»Spatriati«, das sind in Apulien die Unbestimmten, die aus der Art Schlagenden, die Spinner, die Ziellosen und Alleinstehenden, kurz: die, die nicht dazugehören – so wie Claudia und Francesco. Claudia, leuchtend rotes Haar, mondweiße Haut, ist extravagant und durchsetzungsstark. Francesco, die »schwarze Traube«, akzeptiert stumm Geschlechterrollen und das »Gesetz des ruhigen Lebens« auf dem Land. Doch seine Mutter liebt ihren Vater. Und aus dem Ehebruch der Eltern entsteht eine ungleiche Freundschaft: Er verehrt sie abgöttisch, sie behandelt ihn wie den kleinen Bruder. Sie ist ihm stets zwei Schritte voraus, er sieht zu, wie sie an die falschen Männer gerät. Ihr lässt die Provinz keine Luft zum Atmen. Er ist den Traditionen Apuliens eng verbunden und kann dort doch nicht er selbst sein. Francesco folgt Claudia nach Berlin, wo ihn grenzenlose, auch sexuelle Freiheit erwartet – und neue Fremdheit. Tastend erzählt Mario Desiati von einer Herkunft, die einen nicht ohne Kratzer loslässt. Ein warmer, zarter Roman über den Schmerz der Selbstbefreiung und den späten Mut, es anders zu machen.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Hardcover
Seitenzahl
256
Preis
24.70 €

Beiträge

2
Alle
5

Sternebewertung fiktiv

Mario Desiatis Roman Spatriati ist eine feinfühlige Erzählung über Freundschaft, Identität und die Suche nach einem selbstbestimmten Leben abseits gesellschaftlicher Zwänge. Mit dem Gewinn des renommierten Premio Strega hat dieses Werk in Italien viel Aufmerksamkeit erlangt – und das zu Recht. Im Zentrum der Geschichte stehen Claudia und Francesco, zwei so gegensätzliche wie faszinierende Charaktere. Claudia, mit ihren wilden roten Haaren, ist rebellisch und lebenshungrig. Sie hat den Mut, ihrer Heimat und den Normen zu entfliehen, um in Mailand zu studieren und schließlich nach Berlin zu ziehen, wo sie ihre Freiheit voll auslebt. Francesco hingegen ist ruhiger, bodenständiger – ein Mann, der seine Heimat nicht so leicht hinter sich lassen kann. Er bleibt als Immobilienmakler zurück, doch in ihm brodelt eine innere Zerrissenheit. Francesco schminkt sich gern, küsst Männer, liebt aber gleichzeitig Claudia – eine unerwiderte Liebe, die ihn tief prägt, während Claudia ihn vor allem als engen Freund und Bruder sieht. Die Begegnung der beiden in Berlin, Jahre nachdem sie sich entfremdet haben, bildet einen zentralen Wendepunkt der Erzählung. Desiati schildert diesen Moment und Francescos Reise auf eine poetische und zugleich greifbare Weise. Es geht nicht nur um Wiedersehen, sondern auch um das Erkennen dessen, wer man selbst wirklich ist – und was man vom Leben erwartet. Der Roman besticht durch Desiatis einfühlsamen Schreibstil. Dennoch ist Spatriati vielleicht kein Werk, das jeden Leser nachhaltig bewegt, denn es erfordert Geduld, um in die Geschichte hineinzufinden. Aber wer sich darauf einlässt, wird mit einer berührenden, vielschichtigen Erzählung belohnt. Fazit: Mario Desiati hat mit Spatriati einen literarischen Roman geschaffen, der Themen wie Freiheit und Identität auf vielschichtige Weise behandelt. Es ist eine Geschichte, die weniger durch große Dramatik, sondern durch subtile Zwischentöne und eine tiefe Menschlichkeit überzeugt. Für Fans von poetischen, ruhigen Geschichten über das Leben und seine Herausforderungen ist dieses Buch eine lohnende Wahl.

In seinem preisgekrönten Roman „Spatriati" fesselt Mario Desiati mit einer intensiven und facettenreichen Erzählung über Außenseiter, Heimat und Selbstfindung. Der Begriff "Spatriati" beschreibt in der apulischen Heimat des Autors diejenigen, die nicht in die gesellschaftlichen Normen passen – die Außenseiter und Unangepassten, die aus der Art schlagen, ziellos und alleinstehend sind, so wie Desiatis Hauptfiguren Claudia und Francesco. Claudia und Francesco, wachsen im apulischen Martina Franca auf. Claudia, mit ihrem leuchtend roten Haar und ihrer blassen Haut, ist extravagant und wild, während Francesco das ruhige Leben auf dem Land akzeptiert und sich an traditionelle Geschlechterrollen hält. Ihre ungleiche Freundschaft, die aus der Affäre ihrer Eltern entsteht, führt sie auf eine wilde Reise durch verschiedene Lebensphasen und Städte – von Mailand über London bis nach Berlin. Eindrucksvoll schildert Desiati die Konflikte zwischen den provinziellen Traditionen Apuliens und den unendlichen Möglichkeiten, die die moderne weite Welt bietet. Berlin wird für die beiden Hauptfiguren ein Ort der Befreiung, Selbstverwirklichung und radikalen Veränderung, aber auch des Schmerzes und gnadenlosen Exzesses. Ohne in das Sentimentale zu verfallen, thematisiert Desiati die Herausforderungen, die sich aus den Gegensätzen von Herkunft und Sehnsüchten ergeben. „Spatriati" ist eine tiefgründige und berührende Lektüre über Herkunft, Traditionen und den Mut zur Selbstbefreiung. Eine klare Leseempfehlung für alle, die sich von einer kraftvollen und emotionalen Geschichte über das Leben und die Liebe inspirieren lassen möchten. Für „Spatriati“ hat Mario Desiati 2022 übrigens den wichtigsten italienischen Literaturpreis, den Premio Strega, erhalten. Aus dem Italienischen von Martin Hallmannsecker.

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