Sozialräumliche Klimagerechtigkeit
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Beschreibung
Die Studie untersucht die sozialräumliche Dimension von Klimagerechtigkeit in Nordrhein-Westfalen und geht der Frage nach, wie Wissen, Kompetenzen und Praxis im Umgang mit den Folgen der Klimakrise in sozial benachteiligten Quartieren verteilt sind. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass sich soziale Ungleichheit und klimabedingte Belastungen räumlich überlagern und dadurch spezifische Kontexteffekte entstehen. Während bisherige Forschung vor allem gesamtstädtische oder regionale Perspektiven einnimmt, fehlen vergleichende Analysen auf Quartiersebene, die das subjektive Erleben der Bewohnerinnen und Bewohner systematisch berücksichtigen.
Empirisch basiert die Studie auf einer standardisierten Befragung in sechs sozial segregierten Quartieren in NRW, die nach Quartierstyp (post-industriell vs. funktional geprägt) und Lagetyp (Groß-, Mittel- und Kleinstadt) ausgewählt wurden. Analysiert werden deskriptive Unterschiede sowie multivariate Zusammenhänge zwischen Wissen über Klimafolgen, subjektiv eingeschätzten Kompetenzen und konkreten Alltagspraktiken der Klimaanpassung. Ergänzend werden nachbarschaftliche Integration und Vertrauen in öffentliche Institutionen als zentrale Kontextfaktoren berücksichtigt.
Die Ergebnisse zeigen deutliche quartiersbezogene Unterschiede. Klimabedingte Belastungen werden in allen Quartieren stark wahrgenommen, jedoch variieren Wissen, Handlungskompetenzen und Praxis erheblich. Funktional geprägte Großwohnsiedlungen weisen ein hohes Problembewusstsein und konkrete Erfahrungsbestände auf, während post-industrielle Quartiere stärker durch Wissenslücken und wahrgenommene politische Vernachlässigung geprägt sind. Über alle Quartiere hinweg zeigt sich ein enger Zusammenhang zwischen Wissen, Kompetenzen und Praxis, der maßgeblich durch nachbarschaftliches Vertrauen und institutionelle Ansprechbarkeit moderiert wird.
Die Studie leitet daraus Implikationen für eine sozial gerechte Klimaanpassung ab und argumentiert für eine konsequent quartiersbezogene Verknüpfung von Klima-, Sozial- und Stadtentwicklungspolitik. Klimaanpassung wird dabei als integraler Bestandteil sozialer Quartiersentwicklung verstanden, der nicht nur ökologische, sondern auch soziale Stabilisierungspotenziale entfaltet.
Buchinformationen
Haupt-Genre
Fachbücher
Sub-Genre
Gesellschaft & Sozialwissenschaften
Format
E-Book
Seitenzahl
65
Preis
N/A
Beschreibung
Die Studie untersucht die sozialräumliche Dimension von Klimagerechtigkeit in Nordrhein-Westfalen und geht der Frage nach, wie Wissen, Kompetenzen und Praxis im Umgang mit den Folgen der Klimakrise in sozial benachteiligten Quartieren verteilt sind. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass sich soziale Ungleichheit und klimabedingte Belastungen räumlich überlagern und dadurch spezifische Kontexteffekte entstehen. Während bisherige Forschung vor allem gesamtstädtische oder regionale Perspektiven einnimmt, fehlen vergleichende Analysen auf Quartiersebene, die das subjektive Erleben der Bewohnerinnen und Bewohner systematisch berücksichtigen.
Empirisch basiert die Studie auf einer standardisierten Befragung in sechs sozial segregierten Quartieren in NRW, die nach Quartierstyp (post-industriell vs. funktional geprägt) und Lagetyp (Groß-, Mittel- und Kleinstadt) ausgewählt wurden. Analysiert werden deskriptive Unterschiede sowie multivariate Zusammenhänge zwischen Wissen über Klimafolgen, subjektiv eingeschätzten Kompetenzen und konkreten Alltagspraktiken der Klimaanpassung. Ergänzend werden nachbarschaftliche Integration und Vertrauen in öffentliche Institutionen als zentrale Kontextfaktoren berücksichtigt.
Die Ergebnisse zeigen deutliche quartiersbezogene Unterschiede. Klimabedingte Belastungen werden in allen Quartieren stark wahrgenommen, jedoch variieren Wissen, Handlungskompetenzen und Praxis erheblich. Funktional geprägte Großwohnsiedlungen weisen ein hohes Problembewusstsein und konkrete Erfahrungsbestände auf, während post-industrielle Quartiere stärker durch Wissenslücken und wahrgenommene politische Vernachlässigung geprägt sind. Über alle Quartiere hinweg zeigt sich ein enger Zusammenhang zwischen Wissen, Kompetenzen und Praxis, der maßgeblich durch nachbarschaftliches Vertrauen und institutionelle Ansprechbarkeit moderiert wird.
Die Studie leitet daraus Implikationen für eine sozial gerechte Klimaanpassung ab und argumentiert für eine konsequent quartiersbezogene Verknüpfung von Klima-, Sozial- und Stadtentwicklungspolitik. Klimaanpassung wird dabei als integraler Bestandteil sozialer Quartiersentwicklung verstanden, der nicht nur ökologische, sondern auch soziale Stabilisierungspotenziale entfaltet.
Buchinformationen
Haupt-Genre
Fachbücher
Sub-Genre
Gesellschaft & Sozialwissenschaften
Format
E-Book
Seitenzahl
65
Preis
N/A



