Segen der Erde

Segen der Erde

Taschenbuch
3.67

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Beschreibung

Knut Hamsuns "Segen der Erde" entfaltet die Geschichte Isaks, eines schweigsamen Siedlers, der in der nordnorwegischen Wildnis Hof, Familie und Welt aus dem Boden heraus gründet. In epischer Ruhe schildert der Roman Arbeit, Jahreszeiten, Besitz, Schuld und Frömmigkeit als elementare Kräfte menschlicher Existenz. Sein Stil verbindet archaische Einfachheit mit psychologischer Modernität; im literarischen Kontext steht das Werk zwischen bäuerlichem Epos, Zivilisationskritik und moderner Romanform. Hamsun, 1859 in Norwegen geboren, kannte Armut, Landarbeit, Wanderschaft und die Spannungen zwischen Naturleben und moderner Gesellschaft aus eigener Erfahrung. Nach seinen frühen, subjektiv-experimentellen Romanen wie "Hunger" wandte er sich hier einer scheinbar objektiveren, mythisch verdichteten Darstellung zu. Die Industrialisierung, Urbanisierung und Entwurzelung seiner Zeit bilden den Hintergrund, gegen den er sesshafte Arbeit, Bodenbindung und schöpferische Ausdauer poetisch aufwertet. Für dieses Buch erhielt er 1920 den Nobelpreis für Literatur. "Segen der Erde" empfiehlt sich Lesern, die Literatur nicht nur als Handlung, sondern als Weltdeutung verstehen. Der Roman ist zugleich schön, streng und problematisch: Er idealisiert das Ländliche, ohne menschliche Schwäche auszublenden. Wer eine kraftvolle, sprachlich konzentrierte Meditation über Arbeit, Natur und Zivilisation sucht, findet hier ein Hauptwerk der europäischen Moderne.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Klassiker
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
208
Preis
13.90 €

Beiträge

2
Alle
3

Es fiel mir besonders am Anfang schwer, den im Raum stehenden Bezug zur Blut-und-Boden-Ideologie auszublenden, habe das Buch schon als stark das Bauernleben idealisierend und das Städtische oder Gebildete ablehnend empfunden, auch wenn es da andere Lesarten gibt. Ansonsten eine nicht uninteressante Familien- und Entstehungsgeschichte einer Siedlung im nördlichen Norwegen. Sprachlich einfach zu lesen. Gelegentlicher Rassismus gegen Lappen.

2.5

Ausgezeichnete Langeweile...

Bei der Überschrift sehe ich förmlich eure Fragezeichen in den Augen ha ha ha. Nun, die Antwort darauf setzt sich aus der Vergabe des Literaturnobelpreises an Knut Hamsun 1920 für den 1917 erschienenen Roman „Segen der Erde“ (= Ausgezeichnet) und der von mir beim Lesen dieses Werks (in der Übersetzung aus dem Norwegischen von Pauline Kleiber-Gottschau und 2023 im Reclam-Verlag erschienen) größtenteils empfundenen, äh, Langeweile zusammen. In „Segen der Erde“ folgen die Leser:innen dem einsamen Wanderer Isak, der gegen 1870 in der nordnorwegischen Landschaft selbige urbar macht, um sich dort eine Existenz zu schaffen. Durch kontinuierliche Arbeit bringt er es nach und nach zu einem stattlichen Anwesen und weitere Siedler lassen sich in seiner Nachbarschaft nieder. Er gründet eine Familie, bekommt Kinder…Das ist (ohne irgendwelche „Ereignisse“ im Lauf der Jahrzehnte zu spoilern), in etwa das, was auf etwas mehr als 400 Seiten passiert. Klingt langweilig? Ist es auch – größtenteils. Ab und an baut Hamsun etwas „Action“ in die Handlung ein, auch finden sich immer wieder durchaus witzige Passagen ebenso wie poetisch-schöne Naturbeschreibungen. Doch in der Fläche, in seiner Gesamtheit gesehen ist mir das zu wenig, um wirklich begeistert zu sein. Zu keiner der Personen konnte ich eine tiefere Bindung aufbauen, ich habe kaum (persönliche) Entwicklungen wahrgenommen. Stattdessen wird immer auf der Stelle getreten, die Städter stellen sich über Landwirte wie Isak (und umgekehrt) – was will mir Hamsun hier vermitteln? Auch das vermittelte Frauenbild ist problematisch, auch wenn ich weiß, dass der Roman von 1917 stammt und die Geschichte einige Jahrzehnte vorher spielt. Trotzdem…Eine Passage muss ich hier jedoch davon ausnehmen; konkret ging es um die Stärkung der Frauenrechte und der Kritik daran, dass sie (die Frauen) von Männern gemachten Gesetzen unterstellt sind, ohne das Männer sich in die Gefühlswelt einer Frau eindenken können. Hätte es mehr in dieser Richtung gegeben (da war der Roman schon im letzten Drittel), wäre meine Begeisterung womöglich größer ausgefallen. Die Dialoge sind so einfach wie (teilweise) banal – warum?? Wo war 1917 der Hamsun, den ich mit „Hunger“ kennengelernt habe? Offenbar hat er (nach allem, was ich recherchieren konnte) hier eigene Erfahrungen eingebaut. Aber kann man daraus nicht trotzdem mitreißende Literatur machen? Muss es so karg sein wie die beschriebene, durchaus reizvolle Landschaft? Als Landwirt sowohl der damaligen als auch der heutigen Zeit würde ich mir etwas veräppelt vorkommen, wenn meine Zunft so „einfach“ dargestellt werden würde… Keine Ahnung, ob ich den Roman zu einem anderen Zeitpunkt anders bewerten würde; jetzt bleiben mir lediglich 2,5 (3*) übrig. Schade eigentlich… ©kingofmusic

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