Schwarze Seele

Schwarze Seele

Taschenbuch
4.17

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Beschreibung

Als Deutsch-Irin hat Patsy Logan nichts gegen irische Gesellschaft in München – aber lebendig wäre ihr lieber. Skurrile Schlagzeile: Ertrunkener Dubliner im Englischen Garten gefunden! Als Kommissarin Patsy Logan zu einer vermeintlichen Unfallstelle am Schwabinger Bach zitiert wird, ahnt sie noch nicht, welch düstere Geheimnisse in dem reißenden Gewässer treiben. Da wäre zum einen der Ire Donal McFadden und zum anderen eine ganze Reihe offener Fragen, die mit seiner Leiche angeschwemmt wurden. Für Patsys Kollegen ist der Fall schnell abgehakt: ein tragischer Unfall, nicht mehr. Auch wenn sie aktuell mit ihren eigenen inneren Dämonen kämpft, Patsys untrügliches Bauchgefühl funktioniert noch einwandfrei und schlägt Alarm. Auf der Flucht vor ihren privaten Problemen taucht sie während der Ermittlungen tief in die Abgründe von McFaddens Leben ein. Und während sie sich zunehmend in den Fall verbeißt, rücken ihr unerfüllter Kinderwunsch, die zermürbenden Hormonbehandlungen und ihre kriselnde Ehe mehr und mehr in den Hintergrund. Zwischen alten Wunden, neuer Liebe und verhängnisvollen Entscheidungen Donal McFadden war mit einer klaren Mission in München: Er wollte seine Exfrau Fiona, genannt Fee, zurückgewinnen. Ein aussichtsloses Vorhaben, denn Fee hat längst mit ihm abgeschlossen. Sie ist in die bayerische Hauptstadt gezogen, um mit ihrer Jugendliebe Steve neu anzufangen. Doch die aufgewärmte Liebe droht schnell überzukochen: Steve lebt noch immer mit seiner Exfreundin Judith zusammen – eine Dreieckskonstellation mit reichlich Eskalationspotenzial. So wie dieses Liebeskarussell drehen sich auch die Ermittlungen im Kreis. Es gibt mehr als einen Menschen, dem Donals Tod gelegen kommt. Was fehlt, sind die Beweise. Als eine weitere Person unter rätselhaften Umständen stirbt, eskaliert die Lage und Patsy muss sich Stück für Stück aus dem Dunkel in Richtung Wahrheit kämpfen. Ein Krimi wie der irische Westwind: rau, frisch, mitreißend Patsy Logan ist keine Ermittlerin von der Stange und schon gar nicht eine Superheldin in Kommissarjacke. Sie ist eine Frau, die kämpft. Mit sich, ihrem Leben und ihrer Vergangenheit. Glauser-Preisträgerin Ellen Dunne lässt ihre Protagonistin nicht ohne Reibung durch den Fall marschieren. Patsy stolpert und zweifelt, aber sie lässt auch nicht locker. Dass Dunne ihre Patsy mit scharfem Witz und einem Funken Selbstironie ausgestattet hat, kommt äußerst gelegen. Dunne lebt seit knapp 20 Jahren in Irland und zeigt uns die Insel aus liebevoller, aber ungeschönter Perspektive, und das in einer Sprache, die überrascht: auf den Punkt, oft humorvoll, immer poetisch (so, wie es sich nicht nur für geborene, sondern auch für eine zugezogene Dubliner*innen gehört). Das Resultat: ein Krimi wie ein plötzlicher Windstoß an der irischen Küste, der unverhofft trifft und lange nachhallt.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Krimis
Sub-Genre
Klassisch
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
384
Preis
14.95 €

Beiträge

2
Alle
5

Mir hat das 2. Buch aus der Serie von Patsy Logan sehr gut gefallen. Konnte das Buch kaum weglegen.

4

Es gibt so viele Autoren zu entdecken, dass ich manchmal ein bisschen verzweifle, weil Zeit leider ein rares Gut ist. Umso schöner, wenn ich ein Buch einer mir bislang unbekannten Autorin lesen kann, ohne permanent mit den Augen zu rollen. "Schwarze Seele" ist der zweite Band der Patsy-Logan-Reihe von Ellen Dunne und obwohl ich den ersten Kriminalroman "Harte Landung" nicht gelesen habe, kam ich gut in "Schwarze Seele" rein. Patsy Logans Sarkasmus gepaart mit einer Sprache, die mir sehr gefallen hat, waren mir ausgesprochen sympathisch. Ich mag schlicht und ergreifend Formulierungen wie "Diese Frau hatte den Charme einer Faust aufs Auge" und davon gibt es in "Schwarze Seele" viele. Sprachlich konnte mich Ellen Dunnes zweiter Roman um Patsy Logan überzeugen, inhaltlich leider nicht immer. Zwar wird Patsys und Stefans Kinderwunsch gut und verständlich eingearbeitet und ich kann auch verstehen, dass eine Frau mit unerwünschter Kinderlosigkeit und vollgepumpt mit Hormonen nicht in erster Linie an ihren Fall denkt, aber im Endeffekt sollte bei einem Kriminalroman die Ermittlungsarbeit im Vordergrund stehen und das war hier nicht gegeben. Das ist sehr schade, weil da meiner Ansicht nach viel Potential verschenkt wurde. Auch dass Patsy ohne jeden Beweis, dass ein Mord vorliegt, nur aufgrund ihres Bauchgefühls (so richtig sie oft auch liegen mag) angesichts der chronischen Überlastung der Polizei dermaßen viele Freiheiten genießen darf, erscheint mir wenig realistisch. Ich brauche keinen Hyperrealismus, aber Beweise, dass tatsächlich ein Mord infrage gekommen wäre, wären meiner Meinung nach wesentlich früher angebracht gewesen. Wie auch immer: Positiv ist definitiv, dass Ellen Dunne nicht den Fehler gemacht hat, dem Leser den ersten Roman der Reihe noch einmal einzuflechten, wie es viele andere Autoren in der fehlerhaften Annahme tun, die Leser*innen könnten sonst nicht folgen. Die Verweise auf den ersten Fall waren auf angenehme und nachvollziehbare Weise eingearbeitet, ohne Leser*innen auf die Nerven zu gehen, die bereits den Vorgänger gelesen haben. Bei allen Kritikpunkten ist Ellen Dunne ein Kriminalroman gelungen, der mich gut unterhalten hat und der zum Ende hin tatsächlich ein paar Pageturner-Qualitäten bot. Das Ende ist nicht spektakulär, aber nachvollziehbar, wenn auch ein wenig überspitzt, aber das ging für mich wirklich in Ordnung. "Schwarze Seele" ist nicht perfekt, aber unterhaltsam, deshalb gibt es von mir 3,5 Sterne, die ich - weil 3,5 Sterne hier nicht möglich sind - auf 4 Sterne aufrunde.

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