Schreibkräfte 6-2014
von Ilija Trojanow
Buch
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Beschreibung
In der sich beschleunigenden Neuzeit lösen sich Lebensstile wie Klasse, Geschlecht, Familie und vor allem die lebenslange Vollbeschäftigung auf. Die Menschen müssen sich ein Selbst und eine Erwerbsquelle herstellen, inszenieren und zusammenschustern. Die „Normalbiografie“ wird zur „Bastelbiografie“ bzw. zur „Bruchbiografie“ (Beck, U.: Die Risikogesellschaft. Frankfurt a. M. 1986). Dass dies oft schwer gelingt, verdeutlicht das jüngste Gutachten des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes zur sozialen Lage in Deutschland: „Zwar gab es noch nie so viele Erwerbstätige wie heute, es gab aber auch noch nie so viele prekäre Beschäftigungsverhältnisse (Minijobs, Teilzeit, Befristung). Ganz normale Arbeitsverhältnisse sind selten geworden.“ (Deutschlandradio: Armut und Reichtum. Die Kluft wird tiefer (Beitrag vom 24.4.2014))
Künstlerinnen und Künstler arbeiten traditionell jenseits geregelter Erwerbsstrukturen. Selbst im Konzerthaus oder im Theater wird heute selten in unbefristeten Verträgen gearbeitet, und stets muss mit der Schließung und Kürzung gerechnet werden. Wir nehmen es hin. Diejenigen, die es nicht schaffen, suchen die Schuld bei sich, und wer Kunst macht, hat es ohnehin nicht anders gewollt. Dass wir nicht in der Lage sind, uns zusammenzuschließen, scheint Folge der Individualisierungsprozesse zu sein.
Dieses Heft hält ein Gegenbeispiel für Sie bereit: Der Schriftsteller Ilija Trojanow organisierte mit Juli Zeh und anderen den weltweiten Aufruf „Writers Against Mass Surveillance“ (Schriftsteller gegen Massenüberwachung), den über 20.000 Kolleginnen und Kollegen unterzeichneten. Diesem Schreibkräfte-Heft überließ er einen Text zum Druck, in dem er die Reaktionen reflektiert, die auf diese Aktion folgten.
Ihm sei dafür herzlich gedankt, ebenso wie dem Kölner Maler Max Höfler, der die Bilder zur Verfügung stellte. Wir nennen diese Ausgabe die „Schwarz-Weiße-Nummer“. Die Kunstwerke scheinen eine private Bildsprache zu haben, doch sie kratzen sich den Betrachtenden ins Bewusstsein wie Stacheldraht auf Haut, als hätte das Gesehene Narben auf die Seele projiziert. Die Schreibkräfte hoffen, dass auch die Texte in diesem Heft einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Buchinformationen
Haupt-Genre
Biografien
Sub-Genre
Weitere Themen
Format
Buch
Seitenzahl
48
Preis
10.50 €
Beschreibung
In der sich beschleunigenden Neuzeit lösen sich Lebensstile wie Klasse, Geschlecht, Familie und vor allem die lebenslange Vollbeschäftigung auf. Die Menschen müssen sich ein Selbst und eine Erwerbsquelle herstellen, inszenieren und zusammenschustern. Die „Normalbiografie“ wird zur „Bastelbiografie“ bzw. zur „Bruchbiografie“ (Beck, U.: Die Risikogesellschaft. Frankfurt a. M. 1986). Dass dies oft schwer gelingt, verdeutlicht das jüngste Gutachten des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes zur sozialen Lage in Deutschland: „Zwar gab es noch nie so viele Erwerbstätige wie heute, es gab aber auch noch nie so viele prekäre Beschäftigungsverhältnisse (Minijobs, Teilzeit, Befristung). Ganz normale Arbeitsverhältnisse sind selten geworden.“ (Deutschlandradio: Armut und Reichtum. Die Kluft wird tiefer (Beitrag vom 24.4.2014))
Künstlerinnen und Künstler arbeiten traditionell jenseits geregelter Erwerbsstrukturen. Selbst im Konzerthaus oder im Theater wird heute selten in unbefristeten Verträgen gearbeitet, und stets muss mit der Schließung und Kürzung gerechnet werden. Wir nehmen es hin. Diejenigen, die es nicht schaffen, suchen die Schuld bei sich, und wer Kunst macht, hat es ohnehin nicht anders gewollt. Dass wir nicht in der Lage sind, uns zusammenzuschließen, scheint Folge der Individualisierungsprozesse zu sein.
Dieses Heft hält ein Gegenbeispiel für Sie bereit: Der Schriftsteller Ilija Trojanow organisierte mit Juli Zeh und anderen den weltweiten Aufruf „Writers Against Mass Surveillance“ (Schriftsteller gegen Massenüberwachung), den über 20.000 Kolleginnen und Kollegen unterzeichneten. Diesem Schreibkräfte-Heft überließ er einen Text zum Druck, in dem er die Reaktionen reflektiert, die auf diese Aktion folgten.
Ihm sei dafür herzlich gedankt, ebenso wie dem Kölner Maler Max Höfler, der die Bilder zur Verfügung stellte. Wir nennen diese Ausgabe die „Schwarz-Weiße-Nummer“. Die Kunstwerke scheinen eine private Bildsprache zu haben, doch sie kratzen sich den Betrachtenden ins Bewusstsein wie Stacheldraht auf Haut, als hätte das Gesehene Narben auf die Seele projiziert. Die Schreibkräfte hoffen, dass auch die Texte in diesem Heft einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Buchinformationen
Haupt-Genre
Biografien
Sub-Genre
Weitere Themen
Format
Buch
Seitenzahl
48
Preis
10.50 €



