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Romane

Schon schwankte die Welt

3,8(18)
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Über das Buch

Schwierige Kindheit, lange Jahre als Alleinerziehende: Ohne ihre beste Freundin Helene hätte Viktoria das alles nicht geschafft. Nun, da ihre Tochter erwachsen ist, erfüllt die Biologin sich einen langgehegten Traum und erforscht das Verhalten von Raben. Doch als ein von ihr handaufgezogener Rabe ihr etwas mitteilen zu wollen scheint und zeitgleich ein fast zwanzig Jahre jüngerer Mann in ihr Leben tritt, gerät die Welt abermals ins Schwanken. Viktoria verliebt sich und versucht das Rätsel des Raben zu lösen - und riskiert dabei ausgerechnet das, was sie immer getragen hat: ihre Freundschaft mit Helene.

Editionen (1)

ISBN9783847902348
VerlagEichborn
Erscheinungsdatum27.04.26
Seitenzahl208

Rezensionen & Bewertungen

18 Bewertungen

7 Rezensionen

3,8

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  • wassilkeliest
    wassilkeliest

    187 Follower

    Felicitas Prokopetz erzählt mit „Schon schwankte die Welt“ eine berührende Geschichte über Freundschaft, Familie, Liebe und die Frage, wie sehr Veränderungen selbst die stabilsten Beziehungen erschüttern können. Dabei gelingt ihr ein Roman, der gleichermaßen klug, warmherzig und überraschend ist. Im Mittelpunkt stehen Viktoria und Helene, die seit ihrer Kindheit eng miteinander verbunden sind. Über Jahrzehnte hinweg haben sie sich gegenseitig getragen, unterstützt und ergänzt. Als Viktoria ihre Tochter Lara allein großziehen musste, war Helene stets an ihrer Seite und wurde zu einem unverzichtbaren Teil der kleinen Familie. Diese besondere Verbindung bildet das emotionale Herzstück des Romans. Doch das gewohnte Gleichgewicht gerät ins Wanken, als Viktoria sich in den deutlich jüngeren Polly verliebt. Die neue Beziehung löst Irritationen bei Helene und Lara aus und stellt bestehende Rollenbilder infrage. Gleichzeitig taucht immer wieder Toni auf, ein von Viktoria aufgezogener Rabe, der längst in Freiheit lebt, aber dennoch ihre Nähe sucht. Seine geheimnisvollen Besuche verleihen der Handlung eine besondere, beinahe märchenhafte Ebene und sorgen für zusätzliche Spannung. Felicitas Prokopetz schreibt mit großer Sensibilität für zwischenmenschliche Beziehungen. Besonders gelungen sind die wechselnden Perspektiven, die den Leserinnen und Lesern tiefe Einblicke in die Gedanken und Gefühle der Figuren ermöglichen. Dadurch entstehen keine einfachen Schuldzuweisungen; vielmehr werden Missverständnisse, Verletzungen und unterschiedliche Sichtweisen nachvollziehbar dargestellt. Jede Figur erhält Raum, ihre eigene Wahrheit zu erzählen. Besonders beeindruckend ist die Darstellung der Freundschaft zwischen Viktoria und Helene. Selten wird eine langjährige, tiefe Freundschaft so vielschichtig beschrieben – mit all ihrer Verlässlichkeit, ihren unausgesprochenen Erwartungen und den Herausforderungen, die neue Lebensphasen mit sich bringen. Ebenso überzeugend gelingt die Darstellung der Mutter-Tochter-Beziehung, die von Nähe, Loslassen und gegenseitigem Verständnis geprägt ist. Die Rabenforschung und insbesondere die Figur des Toni verleihen dem Roman eine besondere Note. Obwohl die Idee eines Raben, der scheinbar Botschaften übermitteln möchte, zunächst phantastisch wirkt, fügt sie sich überraschend stimmig in die Handlung ein. Der Vogel wird zu einem Symbol für Verbundenheit, Erinnerung und die Dinge, die sich nicht immer rational erklären lassen. Auch sprachlich überzeugt der Roman. Prokopetz erzählt modern, leicht und dennoch tiefgründig. Ihre Beobachtungen sind präzise, ihre Figuren lebendig und ihre Dialoge authentisch. Die Handlung entwickelt sich ruhig, aber kontinuierlich, sodass man sich den Charakteren und ihren Lebensgeschichten schnell verbunden fühlt. „Schon schwankte die Welt“ ist ein feinfühliger Roman über Freundschaft, Liebe und familiäre Bindungen. Mit glaubwürdigen Figuren, einer besonderen Atmosphäre und einer faszinierenden Raben-Thematik erzählt Felicitas Prokopetz von den Veränderungen des Lebens und davon, was Menschen auch in schwierigen Zeiten zusammenhält. Ein warmherziges, kluges und sehr lesenswertes Buch.

    2 Tage vor

  • lordbeauchamp
    lordbeauchamp

    8 Follower

    4,0

    Mehr erwartet

    Die Charaktere sind gut beschrieben und die Perspektiven eindeutig interessant, doch ich hätte etwas mehr Tiefe erwartet. Es bleibt doch einiges offen.

    23. Apr. 2026

3 von 7 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Felicitas Prokopetz

Felicitas Prokopetz studierte Philosophie an der Universität Wien und Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst sowie Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Ihr Debütroman WIR SITZEN IM DICKICHT UND WEINEN sorgte für große Begeisterung bei Leser:innen und Presse und wurde für den Debütpreis des Buddenbrookhauses nominiert. Felicitas Prokopetz lebt und arbeitet als Autorin und Texterin in Wien.

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