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Felicitas Prokopetz erzählt mit „Schon schwankte die Welt“ eine berührende Geschichte über Freundschaft, Familie, Liebe und die Frage, wie sehr Veränderungen selbst die stabilsten Beziehungen erschüttern können. Dabei gelingt ihr ein Roman, der gleichermaßen klug, warmherzig und überraschend ist. Im Mittelpunkt stehen Viktoria und Helene, die seit ihrer Kindheit eng miteinander verbunden sind. Über Jahrzehnte hinweg haben sie sich gegenseitig getragen, unterstützt und ergänzt. Als Viktoria ihre Tochter Lara allein großziehen musste, war Helene stets an ihrer Seite und wurde zu einem unverzichtbaren Teil der kleinen Familie. Diese besondere Verbindung bildet das emotionale Herzstück des Romans. Doch das gewohnte Gleichgewicht gerät ins Wanken, als Viktoria sich in den deutlich jüngeren Polly verliebt. Die neue Beziehung löst Irritationen bei Helene und Lara aus und stellt bestehende Rollenbilder infrage. Gleichzeitig taucht immer wieder Toni auf, ein von Viktoria aufgezogener Rabe, der längst in Freiheit lebt, aber dennoch ihre Nähe sucht. Seine geheimnisvollen Besuche verleihen der Handlung eine besondere, beinahe märchenhafte Ebene und sorgen für zusätzliche Spannung. Felicitas Prokopetz schreibt mit großer Sensibilität für zwischenmenschliche Beziehungen. Besonders gelungen sind die wechselnden Perspektiven, die den Leserinnen und Lesern tiefe Einblicke in die Gedanken und Gefühle der Figuren ermöglichen. Dadurch entstehen keine einfachen Schuldzuweisungen; vielmehr werden Missverständnisse, Verletzungen und unterschiedliche Sichtweisen nachvollziehbar dargestellt. Jede Figur erhält Raum, ihre eigene Wahrheit zu erzählen. Besonders beeindruckend ist die Darstellung der Freundschaft zwischen Viktoria und Helene. Selten wird eine langjährige, tiefe Freundschaft so vielschichtig beschrieben – mit all ihrer Verlässlichkeit, ihren unausgesprochenen Erwartungen und den Herausforderungen, die neue Lebensphasen mit sich bringen. Ebenso überzeugend gelingt die Darstellung der Mutter-Tochter-Beziehung, die von Nähe, Loslassen und gegenseitigem Verständnis geprägt ist. Die Rabenforschung und insbesondere die Figur des Toni verleihen dem Roman eine besondere Note. Obwohl die Idee eines Raben, der scheinbar Botschaften übermitteln möchte, zunächst phantastisch wirkt, fügt sie sich überraschend stimmig in die Handlung ein. Der Vogel wird zu einem Symbol für Verbundenheit, Erinnerung und die Dinge, die sich nicht immer rational erklären lassen. Auch sprachlich überzeugt der Roman. Prokopetz erzählt modern, leicht und dennoch tiefgründig. Ihre Beobachtungen sind präzise, ihre Figuren lebendig und ihre Dialoge authentisch. Die Handlung entwickelt sich ruhig, aber kontinuierlich, sodass man sich den Charakteren und ihren Lebensgeschichten schnell verbunden fühlt. „Schon schwankte die Welt“ ist ein feinfühliger Roman über Freundschaft, Liebe und familiäre Bindungen. Mit glaubwürdigen Figuren, einer besonderen Atmosphäre und einer faszinierenden Raben-Thematik erzählt Felicitas Prokopetz von den Veränderungen des Lebens und davon, was Menschen auch in schwierigen Zeiten zusammenhält. Ein warmherziges, kluges und sehr lesenswertes Buch.

2 Tage vor
Felicitas Prokopetz erzählt mit „Schon schwankte die Welt“ eine berührende Geschichte über Freundschaft, Familie, Liebe und die Frage, wie sehr Veränderungen selbst die stabilsten Beziehungen erschüttern können. Dabei gelingt ihr ein Roman, der gleichermaßen klug, warmherzig und überraschend ist. Im Mittelpunkt stehen Viktoria und Helene, die seit ihrer Kindheit eng miteinander verbunden sind. Über Jahrzehnte hinweg haben sie sich gegenseitig getragen, unterstützt und ergänzt. Als Viktoria ihre Tochter Lara allein großziehen musste, war Helene stets an ihrer Seite und wurde zu einem unverzichtbaren Teil der kleinen Familie. Diese besondere Verbindung bildet das emotionale Herzstück des Romans. Doch das gewohnte Gleichgewicht gerät ins Wanken, als Viktoria sich in den deutlich jüngeren Polly verliebt. Die neue Beziehung löst Irritationen bei Helene und Lara aus und stellt bestehende Rollenbilder infrage. Gleichzeitig taucht immer wieder Toni auf, ein von Viktoria aufgezogener Rabe, der längst in Freiheit lebt, aber dennoch ihre Nähe sucht. Seine geheimnisvollen Besuche verleihen der Handlung eine besondere, beinahe märchenhafte Ebene und sorgen für zusätzliche Spannung. Felicitas Prokopetz schreibt mit großer Sensibilität für zwischenmenschliche Beziehungen. Besonders gelungen sind die wechselnden Perspektiven, die den Leserinnen und Lesern tiefe Einblicke in die Gedanken und Gefühle der Figuren ermöglichen. Dadurch entstehen keine einfachen Schuldzuweisungen; vielmehr werden Missverständnisse, Verletzungen und unterschiedliche Sichtweisen nachvollziehbar dargestellt. Jede Figur erhält Raum, ihre eigene Wahrheit zu erzählen. Besonders beeindruckend ist die Darstellung der Freundschaft zwischen Viktoria und Helene. Selten wird eine langjährige, tiefe Freundschaft so vielschichtig beschrieben – mit all ihrer Verlässlichkeit, ihren unausgesprochenen Erwartungen und den Herausforderungen, die neue Lebensphasen mit sich bringen. Ebenso überzeugend gelingt die Darstellung der Mutter-Tochter-Beziehung, die von Nähe, Loslassen und gegenseitigem Verständnis geprägt ist. Die Rabenforschung und insbesondere die Figur des Toni verleihen dem Roman eine besondere Note. Obwohl die Idee eines Raben, der scheinbar Botschaften übermitteln möchte, zunächst phantastisch wirkt, fügt sie sich überraschend stimmig in die Handlung ein. Der Vogel wird zu einem Symbol für Verbundenheit, Erinnerung und die Dinge, die sich nicht immer rational erklären lassen. Auch sprachlich überzeugt der Roman. Prokopetz erzählt modern, leicht und dennoch tiefgründig. Ihre Beobachtungen sind präzise, ihre Figuren lebendig und ihre Dialoge authentisch. Die Handlung entwickelt sich ruhig, aber kontinuierlich, sodass man sich den Charakteren und ihren Lebensgeschichten schnell verbunden fühlt. „Schon schwankte die Welt“ ist ein feinfühliger Roman über Freundschaft, Liebe und familiäre Bindungen. Mit glaubwürdigen Figuren, einer besonderen Atmosphäre und einer faszinierenden Raben-Thematik erzählt Felicitas Prokopetz von den Veränderungen des Lebens und davon, was Menschen auch in schwierigen Zeiten zusammenhält. Ein warmherziges, kluges und sehr lesenswertes Buch.
2 Tage vor








