Schlagworte, die Geschichte machen

Schlagworte, die Geschichte machen

Hardcover
4.51

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Beschreibung

»Wirtschaftswunder«, »Wohlstand für Alle« und »Zeitenwende« – Wie Parolen Politik machen

Bruno Preisendörfer erzählt 80 Jahre deutsche Geschichte neu. Ob Rentenfrage, Migration, Klimawandel oder Frauenfußball: Mit klugem Witz und erzählerischem Gespür zeigt Preisendörfer, wie die Parolen und Entscheidungen von gestern die Realität von heute formen.

Wer hat nicht sofort den Sound von John F. Kennedys legendärem »Ich bin ein Berliner« im Ohr – ein Satz, der wie ein spontanes Bekenntnis wirkte, tatsächlich aber im Büro von Willy Brandt sorgfältig geprobt wurde. Ganz anders: Günter Schabowskis legendäres »sofort, unverzüglich«, das 1989 den Mauerfall einleitete – und Honeckers vollmundige Behauptung, die Mauer werde »in 50 oder 100 Jahren noch stehen«, Lügen strafte.

Preisendörfers Buch öffnet überraschende Perspektiven auf bekannte Wendepunkte und dekonstruiert Mythen wie das »Wirtschaftswunder« oder das »Wunder von Bern«. Ein kluges und unterhaltsames Buch – für alle, die Geschichte neu lesen wollen.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Fachbücher
Sub-Genre
Geschichte & Archäologie
Format
Hardcover
Seitenzahl
432
Preis
28.80 €

Autorenbeschreibung

Bruno Preisendörfer ist freischaffender Publizist und Schriftsteller mit eigener Internetzeitschrift (www.fackelkopf.de). Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, u.a.: »Die letzte Zigarette«, »Der waghalsige Reisende. Johann Gottfried Seume und das ungeschützte Leben« und »Die Verwandlung der Dinge. Eine Zeitreise von 1950 bis morgen«. Seine beiden Bücher »Als Deutschland noch nicht Deutschland war. Reise in die Goethezeit« und »Als unser Deutsch erfunden wurde. Reise in die Lutherzeit« waren SPIEGEL-Bestseller. Letzteres wurde zudem mit dem NDR-Sachbuchpreis ausgezeichnet.

Beiträge

1
Alle
4.5

Wenn Worte plötzlich Geschichte schreiben

Manche Wörter kleben an der Geschichte wie Kaugummi unter dem Schultisch. Man denkt, man kennt sie längst, dann kommt Bruno Preisendörfer um die Ecke, hebt sie hoch und sagt: Guck mal genauer hin, da hängt noch der halbe politische Keller dran. Schlagworte, die Geschichte machen ist kein trockenes Geschichtsbuch, bei dem man nach drei Seiten heimlich den Staub vom Gehirn pusten muss. Preisendörfer erzählt deutsche Nachkriegsgeschichte über Parolen, Sätze und Begriffe, die sich eingebrannt haben. Wirtschaftswunder. Wohlstand für Alle. Ich bin ein Berliner. Sofort, unverzüglich. Zeitenwende. Alles klingt bekannt, fast schon abgegriffen, aber genau da wird es spannend. Denn hinter diesen Worten steckt oft mehr Theater, mehr Kalkül und mehr Zufall, als man denkt. Kennedy war nicht einfach spontan charmant, Schabowski nicht nur historisch passend verwirrt, und manches Wunder war bei genauerem Hinsehen vielleicht weniger Wunder als gut verkaufte Erzählung. Da sitzt man beim Lesen schon mal da und denkt: Ach guck, Geschichte war also auch damals schon ziemlich gutes Marketing. Besonders stark ist, wie Preisendörfer große Politik mit kleinen Beobachtungen verbindet. Das macht das Buch lebendig, manchmal bissig, manchmal überraschend warm und immer wieder herrlich entlarvend. Man merkt, dass hier jemand nicht nur Jahreszahlen sortiert, sondern den Sound einer ganzen Republik einfängt. Klar, ganz nebenbei liest man das nicht weg. Dafür steckt zu viel drin. Aber wer Lust hat, deutsche Geschichte mal nicht als staubige Chronik, sondern als Sammlung mächtiger Worte, cleverer Inszenierungen und kleiner historischer Aha-Momente zu erleben, bekommt hier ein richtig kluges, unterhaltsames und erstaunlich aktuelles Sachbuch.

Wenn Worte plötzlich Geschichte schreiben
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