Blick ins Buch

Romane

Schlaflos

3,5(12)
Sprache
Deutsch
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Über das Buch

Eine karge Insel im Westen Schottlands, ständige Stromausfälle und eine unsichere Telefonverbindung. Ein Zweijähriger, der die Nächte zum Tag macht, und ein Siebenjähriger, der die Tage damit verbringt, sich die originellsten Versionen des Weltuntergangs auszumalen. Dazu ein Ehemann, der einer in den Klippen heimischen Papageientaucherkolonie mehr Zeit widmet als seiner Familie: Unter diesen nicht gerade idealen Bedingungen versucht die Historikerin Anna Bennett, eine wissenschaftliche Arbeit zum Thema Kindheit im 18. Jahrhundert zu schreiben. Aber wie soll sie auch nur eine Zeile zu Papier bringen, wenn sie allein und völlig übernächtigt zwei unternehmungslustige Kleinkinder in einer felsigen Einöde beschäftigen muss? Als zwei rätselhafte Funde im Garten und auf dem Dachboden des sich seit Generationen im Familienbesitz befindlichen Wohnhauses zu allem Überfluss Einblicke in die düstere Vergangenheit der Insel gewähren, sieht Anna endgültig ihre Felle davonschwimmen. Doch dann verbindet sich ihr chaotischer Alltag auf unerwartete Weise mit ihrem Forschungsgegenstand und der Inselhistorie. Gleichzeitig gute Mutter und Wissenschaftlerin zu sein, noch dazu auf einer abgelegenen, windigen Nordseeinsel - keine leichte Aufgabe. Sarah Moss schildert das Dilemma ihrer Heldin mit so viel Selbstironie, Komik und Intelligenz und das Geheimnis der Insel mit so großer Spannung, dass eines sicher ist: ›Schlaflos‹ hält wach.

Editionen (3)

ISBN9783866481770
Verlagmareverlag
Erscheinungsdatum09.07.13
Seitenzahl496

Rezensionen & Bewertungen

12 Bewertungen

8 Rezensionen

3,5

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  • 4,0

    Der Roman spielt auf der fiktiven Insel Colsay, ist aber inspiriert von der realen Geschichte der schottischen Inselgruppe St. Kilda. Das Leben hier ist schon immer sehr schwer gewesen und bot nur ein kargen Einkommen, welches kaum das Überleben sichert. Auch heute hat Anna noch mit vielen Unwägbarkeiten zu kämpfen, so fällt z. B. oft der Strom aus. Womit mich die Geschichte sofort hatte, waren die ironischen Schilderungen rund um die schlaflosen Stunden, die Anna mitten in der Nacht mit ihrem zweijährigen hat. Wie sehr der Mangel an Schlaf an der Psyche zerrt und was man dafür geben würde mal wieder ein paar Stunden am Stück schlafen zu können. "Wie gut, das Satan nicht mitten in der Nacht zu den Müttern schlafloser Kleinkinder kommt, um ihnen irgendwelche Angebote zu machen." Die Schilderungen und Gedanken sind so on Point, ich hatte die gleichen, als meine Kinder noch klein waren. Ihr Mann, der die Population der Papagaientaucher der Insel erforscht, ist nur wenig hilfreich. Der altkluge und offensichtlich hochbegabte siebenjährigen Raph, fordert hingegen ihre Intelligenz. Da gibt es schon mal tagelang nur Suppe oder Brot und für den Haushalt bleibt auch keine Energie mehr, denn eigentlich hat Anna noch ihr Buch zum Thema Kindheit im 18. Jahrhundert zu schreiben, die Deadline naht. Doch dann finden sie und Raph im Garten das Skelett eines winzigen Babys und Anna verliert sich auf der Recherche zur Inselgeschichte um herauszufinden, wessen Baby das gewesen sein könnte. Es ist ein unglaublich komplexer Roman, so beginnen die Kapitel jeweils mit Texten von Anna Freud zum Thema Kindheit und enden mit historischen Briefen einer Krankenschwester, die auf die Insel gekommen war, um der Kindersterblichkeit nach der Geburt entgegen zu wirken. Mit dem Ankommen eines Ehepaars und ihrer Siebzehnjährigen Tochter, um in die Ferienwohnung zu ziehen, wachsen die Themen an. Jetzt geht es nicht mehr nur um Carearbeit und wie sich Annas Mann dem entzieht. Jetzt kommt noch Mager-und Alkohosucht, Dysfunktion innerhalb der Familie und vieles mehr dazu. Man muss schon ein bisschen konzentriert bei der Sache bleiben. Belohnt wird man mit herrlich ironischen Dialogen, intelligenten Gedanken zum Thema Mutterschaft, die mich sehr bewegt und berührt haben und auch historische Recherchen zum Thema Kindheit und Geburt. Und welche Kraft es bedeutet ein Kind zu haben, welches mit einem Hüpfball unablässig Morsezeichen in Form von SOS auf den Hof trommelt und Ideen entwickelt wie man die Welt vor einem Kollaps bewahren kann. Wer sich dem stellen möchte, dem kann ich das Buch uneingeschränkt ans Herz legen!

    24. Juli 2025

  • hansdampf
    hansdampf

    200 Follower

    3,5

    Vollkommen überforderte Historikerin und Mutter zweier Kinder versucht auf einsamer schottischer Insel verzweifelt den Spagat zwischen wissenschaftlicher Arbeit und Familie, zu der neben einem Kleinkind und einem nervig ökologisch korrekten Siebenjährigen auch ein wenig hilfreicher Mann gehört.

    Auf einer zweiten Ebene schreibt die junge Krankenschwester May, die im 19. Jahrhundert auf dieser Insel angetreten ist, um die unglaublich hohe Kindersterblichkeit zu senken, Briefe nach Hause. Im Grunde wird im Roman die wahre Geschichte der Hebrideninsel St. Kilda ausgebreitet, ein unwirtlicher Brocken im rauen Atlantik, vermischt mit einem Kriminalfall, einem Familiengeheimnis, der geplanten Ferienhausvermietung und Gedanken zur Kindererziehung von Anna Freud, (Psychoanalytikerin und Tochter Sigmund Freuds). Keine leichte Kost

    30. Juni 2025

  • ms.julie.1984
    ms.julie.1984

    55 Follower

    2,0

    Ich weiß, dieses Buch soll den Care Gap aufzeigen und womit auch arbeitende Mütter heutzutage rumschlagen müssen. Ich muss aber leider sagen, dass ich Giles einfach ca 50 mal in dieser Geschichte verlassen hätte und an manchen auch absolut nicht friedlich! Leider konnte ich die Gedanken von Anna sehr wenig nachvollziehen, da mein eigenes Lebenskonzept so komplett anders ist als ihres. Daher habe ich mich auch nicht so arg verbunden gefühlt und mich ehrlicherweise mehr durch die Story gekämpft als sie zu genießen. Leider einfach nicht für mich Please remember Reading is subjective.

    22. Mai 2025

3 von 8 Rezensionen

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