Samtene Scheidung
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Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Jana Karšaiová (*Bratislava 1978) hat in Prag, Ostia und Verona gelebt, wo sie als Schauspielerin arbeitete. Nach längerer Pause widmete sie sich als Workshopleiterin erneut dem Theater und begann Schreibkurse zu belegen. Ihre Erzählung Sindrome Italia wurde in der Literaturzeitschrift „Nuovi Argomenti“ veröffentlicht. "Samtene Scheidung" (ital: Divorzio di velluto) ist ihr erster Roman. Er erschien im Februar 2022 im Verlag Feltrinelli und war unter den zwölf Finalisten für den Literaturpreis Premio Strega 2022. Außerdem wurde der Roman mit dem Premio John Fante Opera Prima Cinema 2023 ausgezeichnet.
Beiträge
Katarína kehrt aus Prag zurück nach Bratislava, um Weihnachten mit ihrer Familie zu verbringen. Dabei trifft sie auch ihre ehemaligen Studienfreunde wieder, darunter Viera, die nach Italien gegangen ist und nur widerwillig in die Slowakei zurückkehrt. Doch alte Konflikte und das Fehlen ihres Mannes Eugen stellen Katarína vor ganz neue Herausforderungen. Vieras Einladung, sie nach Italien zu begleiten, kommt da wie gerufen … Jana Karšaiovás Debüt "Samtene Scheidung" ist eine mitreißende Erzählung, die sich auf mehreren Ebenen entfaltet. Durch die vielschichtige Handlung und die einfühlsame Darstellung der Protagonistin Katarína gelingt es der Autorin, die persönlichen Konflikte und gesellschaftlichen Veränderungen in der post-kommunistischen Ära der Slowakei einfühlsam zu beleuchten. Die Metapher der "Samtenen Scheidung" wird geschickt genutzt, um sowohl die individuellen Trennungen und Verluste im Leben von Katarína als auch die politischen Umwälzungen in ihrem Heimatland zu reflektieren. Karšaiovás Erzählstil ist sowohl poetisch als auch präzise, wodurch sie eine eindringliche Atmosphäre schafft, die ihre Leser*innen dazu einlädt, in die Gedankenwelt der Protagonistin einzutauchen. Die Rückblenden in Katarínas Vergangenheit verleihen der Geschichte Tiefe und lassen einen die Komplexität ihrer Gefühle und Beziehungen besser verstehen. Besonders gut gefallen hat mir die authentische Darstellung der familiären Dynamiken und der gesellschaftlichen Spannungen, die das Leben in der post-kommunistischen Slowakei prägen. Die Figuren sind lebendig und facettenreich gezeichnet, was dazu beiträgt, dass man sich mit ihren Hoffnungen, Ängsten und Träumen identifizieren kann. Ein bewegendes und tiefgründiges Werk, das nicht nur von den persönlichen Herausforderungen einer Frau erzählt, sondern auch von den universellen Themen der Identitätssuche, des Verlusts und der Hoffnung. „Samtene Scheidung“ ist der erste Roman in Bratislava geborenen Jana Karšaiová und erschien bereits 2022 in Italien, wo er unter den zwölf Finalisten für den wichtigsten italienischen Literaturpreis, den Premio Strega 2022, war. Eine talentierte slowakisch-italienische Stimme, von der ich gerne noch viel mehr hören bzw. lesen möchte! Aus dem Italienischen von Ruth Mader-Koltay.

In „Samtene Scheidung“, dem Debütroman von Jana Karšaiová, begleiten wir die Protagonistin Katarína auf einer Reise in ihre Vergangenheit. Katarína kehrt aus Prag nach Bratislava zurück, um Weihnachten mit ihrer Familie zu verbringen, und wird dort mit alten Konflikten und dem Verlust ihres Mannes Eugen konfrontiert. Die Autorin, Jana Karšaiová, wurde 1978 in Bratislava geboren und hat als Schauspielerin in Prag, Ostia und Verona gearbeitet. „Samtene Scheidung“ ist ihr erster Roman und wurde bereits für mehrere Literaturpreise nominiert, darunter der Premio Strega 2022. Worum geht's? „Samtene Scheidung“ erzählt die Geschichte von Katarína, die nach der Trennung von ihrem Mann Eugen in ihre Heimatstadt Bratislava zurückkehrt. Dort trifft sie auf ihre alten Freundinnen Mirka, Daniela und Viera, und tauscht sich mit ihnen über die Herausforderungen ihres Lebens aus. Während Katarína versucht, den Schmerz über das Verlassenwerden zu verarbeiten, reflektiert sie über ihre Beziehung zu Eugen, die von der ersten Begegnung bis zur Trennung von vielen Höhen und Tiefen geprägt war. Parallel dazu durchzieht der Roman Themen wie Freundschaft, Identität, Heimat und die Suche nach Selbstfindung, eingebettet in die politischen Umwälzungen der „Samtenen Revolution“ und der Teilung der Tschechoslowakei. Meine Meinung Leider konnte ich keinen richtigen Zugang zu „Samtene Scheidung“ und den Charakteren finden. Der Roman enthält zwar einige schöne Passagen, doch insgesamt empfand ich die Handlung als recht schleppend. Oft hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte eher vor sich hin dümpelt, wie es bei leisen, introspektiven Büchern manchmal der Fall ist. Wenn ich das Buch nicht im Rahmen einer Leserunde gelesen hätte, hätte ich es wahrscheinlich abgebrochen, da es mich ziemlich gelangweilt hat. Allerdings war es interessant, mehr über die Geschichte Tschechiens und der Slowakei zu erfahren – dieser Aspekt des Romans hat mir gut gefallen. Ein Problem, das ich beim Lesen hatte, waren die häufigen Zeitsprünge, die für mich nicht immer eindeutig waren. Die Geschichte scheint sich über den Zeitraum von 1978 bis 2005 zu erstrecken, was jedoch oft nicht klar herausgearbeitet wurde. Zwar ist Katarína die Protagonistin des Romans, doch fand ich die Erzählung über ihre Freundin Viera und deren Leben spannender und vielschichtiger. Die Themen, die im Buch behandelt werden – Freundschaft, Integration, Identität, Familie, Heimat, Fehlgeburt, Gewalt, Verlust und Beziehung – sind zweifellos tiefgründig und wichtig. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass der Roman diese Themen nicht immer überzeugend zusammenführt. Besonders unangenehm fiel mir eine Stelle auf, in der das Z-Wort verwendet wird, was auf antiziganistische Vorurteile hinweist und für mich einen deutlichen Kritikpunkt darstellt. Fazit „Samtene Scheidung“ ist ein Roman mit wichtigen Themen und einigen schönen Passagen, der jedoch durch seine langsame Erzählweise und die schwer zugänglichen Charaktere an Spannung verliert. Trotz der interessanten Einblicke in die Geschichte der Tschechoslowakei konnte mich das Buch nicht vollständig überzeugen. Ich vergebe 3 von 5 Sternen.
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Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Jana Karšaiová (*Bratislava 1978) hat in Prag, Ostia und Verona gelebt, wo sie als Schauspielerin arbeitete. Nach längerer Pause widmete sie sich als Workshopleiterin erneut dem Theater und begann Schreibkurse zu belegen. Ihre Erzählung Sindrome Italia wurde in der Literaturzeitschrift „Nuovi Argomenti“ veröffentlicht. "Samtene Scheidung" (ital: Divorzio di velluto) ist ihr erster Roman. Er erschien im Februar 2022 im Verlag Feltrinelli und war unter den zwölf Finalisten für den Literaturpreis Premio Strega 2022. Außerdem wurde der Roman mit dem Premio John Fante Opera Prima Cinema 2023 ausgezeichnet.
Beiträge
Katarína kehrt aus Prag zurück nach Bratislava, um Weihnachten mit ihrer Familie zu verbringen. Dabei trifft sie auch ihre ehemaligen Studienfreunde wieder, darunter Viera, die nach Italien gegangen ist und nur widerwillig in die Slowakei zurückkehrt. Doch alte Konflikte und das Fehlen ihres Mannes Eugen stellen Katarína vor ganz neue Herausforderungen. Vieras Einladung, sie nach Italien zu begleiten, kommt da wie gerufen … Jana Karšaiovás Debüt "Samtene Scheidung" ist eine mitreißende Erzählung, die sich auf mehreren Ebenen entfaltet. Durch die vielschichtige Handlung und die einfühlsame Darstellung der Protagonistin Katarína gelingt es der Autorin, die persönlichen Konflikte und gesellschaftlichen Veränderungen in der post-kommunistischen Ära der Slowakei einfühlsam zu beleuchten. Die Metapher der "Samtenen Scheidung" wird geschickt genutzt, um sowohl die individuellen Trennungen und Verluste im Leben von Katarína als auch die politischen Umwälzungen in ihrem Heimatland zu reflektieren. Karšaiovás Erzählstil ist sowohl poetisch als auch präzise, wodurch sie eine eindringliche Atmosphäre schafft, die ihre Leser*innen dazu einlädt, in die Gedankenwelt der Protagonistin einzutauchen. Die Rückblenden in Katarínas Vergangenheit verleihen der Geschichte Tiefe und lassen einen die Komplexität ihrer Gefühle und Beziehungen besser verstehen. Besonders gut gefallen hat mir die authentische Darstellung der familiären Dynamiken und der gesellschaftlichen Spannungen, die das Leben in der post-kommunistischen Slowakei prägen. Die Figuren sind lebendig und facettenreich gezeichnet, was dazu beiträgt, dass man sich mit ihren Hoffnungen, Ängsten und Träumen identifizieren kann. Ein bewegendes und tiefgründiges Werk, das nicht nur von den persönlichen Herausforderungen einer Frau erzählt, sondern auch von den universellen Themen der Identitätssuche, des Verlusts und der Hoffnung. „Samtene Scheidung“ ist der erste Roman in Bratislava geborenen Jana Karšaiová und erschien bereits 2022 in Italien, wo er unter den zwölf Finalisten für den wichtigsten italienischen Literaturpreis, den Premio Strega 2022, war. Eine talentierte slowakisch-italienische Stimme, von der ich gerne noch viel mehr hören bzw. lesen möchte! Aus dem Italienischen von Ruth Mader-Koltay.

In „Samtene Scheidung“, dem Debütroman von Jana Karšaiová, begleiten wir die Protagonistin Katarína auf einer Reise in ihre Vergangenheit. Katarína kehrt aus Prag nach Bratislava zurück, um Weihnachten mit ihrer Familie zu verbringen, und wird dort mit alten Konflikten und dem Verlust ihres Mannes Eugen konfrontiert. Die Autorin, Jana Karšaiová, wurde 1978 in Bratislava geboren und hat als Schauspielerin in Prag, Ostia und Verona gearbeitet. „Samtene Scheidung“ ist ihr erster Roman und wurde bereits für mehrere Literaturpreise nominiert, darunter der Premio Strega 2022. Worum geht's? „Samtene Scheidung“ erzählt die Geschichte von Katarína, die nach der Trennung von ihrem Mann Eugen in ihre Heimatstadt Bratislava zurückkehrt. Dort trifft sie auf ihre alten Freundinnen Mirka, Daniela und Viera, und tauscht sich mit ihnen über die Herausforderungen ihres Lebens aus. Während Katarína versucht, den Schmerz über das Verlassenwerden zu verarbeiten, reflektiert sie über ihre Beziehung zu Eugen, die von der ersten Begegnung bis zur Trennung von vielen Höhen und Tiefen geprägt war. Parallel dazu durchzieht der Roman Themen wie Freundschaft, Identität, Heimat und die Suche nach Selbstfindung, eingebettet in die politischen Umwälzungen der „Samtenen Revolution“ und der Teilung der Tschechoslowakei. Meine Meinung Leider konnte ich keinen richtigen Zugang zu „Samtene Scheidung“ und den Charakteren finden. Der Roman enthält zwar einige schöne Passagen, doch insgesamt empfand ich die Handlung als recht schleppend. Oft hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte eher vor sich hin dümpelt, wie es bei leisen, introspektiven Büchern manchmal der Fall ist. Wenn ich das Buch nicht im Rahmen einer Leserunde gelesen hätte, hätte ich es wahrscheinlich abgebrochen, da es mich ziemlich gelangweilt hat. Allerdings war es interessant, mehr über die Geschichte Tschechiens und der Slowakei zu erfahren – dieser Aspekt des Romans hat mir gut gefallen. Ein Problem, das ich beim Lesen hatte, waren die häufigen Zeitsprünge, die für mich nicht immer eindeutig waren. Die Geschichte scheint sich über den Zeitraum von 1978 bis 2005 zu erstrecken, was jedoch oft nicht klar herausgearbeitet wurde. Zwar ist Katarína die Protagonistin des Romans, doch fand ich die Erzählung über ihre Freundin Viera und deren Leben spannender und vielschichtiger. Die Themen, die im Buch behandelt werden – Freundschaft, Integration, Identität, Familie, Heimat, Fehlgeburt, Gewalt, Verlust und Beziehung – sind zweifellos tiefgründig und wichtig. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass der Roman diese Themen nicht immer überzeugend zusammenführt. Besonders unangenehm fiel mir eine Stelle auf, in der das Z-Wort verwendet wird, was auf antiziganistische Vorurteile hinweist und für mich einen deutlichen Kritikpunkt darstellt. Fazit „Samtene Scheidung“ ist ein Roman mit wichtigen Themen und einigen schönen Passagen, der jedoch durch seine langsame Erzählweise und die schwer zugänglichen Charaktere an Spannung verliert. Trotz der interessanten Einblicke in die Geschichte der Tschechoslowakei konnte mich das Buch nicht vollständig überzeugen. Ich vergebe 3 von 5 Sternen.





