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Okay …
Vielleicht bin ich zu alt und hab zu viel gelesen (oder gespielt, ich sag nur: Nier und Drakengard), aber die Geschichte hat mich nicht so furchtbar mitgenommen wie andere Leser*innen, von denen ich weiß. :) Was allerdings zugleich keine Abwertung des Inhalts sein soll. Im Gegenteil: Solltet ihr die drei Bände lesen wollen, überlegt es euch sehr gut, denn das ist nichts für schwache Gemüter bzw. für zarte Seelen, die noch nicht in die Dunkelheit getaucht sind, die im menschlichen Geist und im Menschen selbst enthalten sein kann. Es geht, wie ich schon im ersten Band bemerkt habe, nicht um das übliche Boys Love-Genre. Hier liegt ein waschechter psychologischer Krimi vor, der die Finsternis in Seelen erforscht, die in ihrem Leben bisher nicht besonders viel Liebe und Zuneigung erhalten haben. (Und wenn Watase den Lehrer gegen Ende anders hätte handeln lassen, wäre es absolut abgefuckt gewesen.) In vielerlei Hinsicht erinnern mich einzelne Punkte an „Folge den Wolken nach Nord-Nordwest“ im Hinblick auf die Charakterisierung des jüngeren Bruders Michitaka aus der Reihe. Auch da vermute ich Tiefen in der Vergangenheit und im Erlebten, die mich auf die Szenen in „Sakura-Gari“ haben aufmerksam werden lassen. In einigen Punkten folge ich Watases Ausführungen am Ende nicht. Besonders ihre Recherche in Bezug auf die Beziehungen bzw. geschlechtlichen Begegnungen zwischen Männern während der diversen Zeiten der Antike und Vergangenheit. Da gibt es inzwischen einige Studien, die bereits herausgefunden haben, dass das mit der „Offenheit“ gegenüber homosexuellem Geschlechtsverkehr nicht ganz so stimmt, wie häufig behauptet wird (bspw. in Griechenland o. ä. – daher vermute ich, dass es in Japan ähnlich sein könnte). Ich muss noch ein Buch von Jane Ward zu einem ähnlichen Thema lesen, das mich interessiert und sich um Sex zwischen „weißen“ Cis- und sich selbst als hetero einstufenden Männern dreht. Interessant finde ich, dass Watase sich scheinbar erst im Zug ihrer Recherche zu dieser Reihe mit homosexuellen Beziehungen, den Unterscheidungen in den Manga-Genres und den historischen Begebenheiten auseinandergesetzt hat. Und wie sie auch hier wieder betont: Es ist kein Boys Love. „Studie der Familie Saiki“ trifft es tatsächlich am besten. Vielleicht würde ich noch den Zusatz einbauen: „Und die Menschen, die an ihr und in ihr zerbrechen“. Ja, ich musste kurz vorm eigentlichen Ende und davor schon auf S. 167 weinen (ich sage nicht, was da passiert, denn das wäre ein Spoiler). Das Ende an sich passt zum bisherigen Verlauf der Handlung und enthält weitaus mehr Hoffnung, als ich erwartet hätte für die Intensität der drei Bände. Aber vielleicht schließt sich dadurch die Erzählung zurück zum Anfang und nimmt die dort enthaltene Positivität und Hoffnung wieder auf. Über diese Geschichte ließe sich noch viel mehr sagen und schreiben, aber ich belasse es jetzt mal hierbei. Viel Traurigkeit für alle Charaktere begleitet mich jetzt weiter und ich bin sicher, die Reihe werde ich noch mal lesen. Vielleicht sehe ich in 10/20 Jahren noch mal etwas anderes darin, wenn ich weitere Lebenserfahrungen gemacht habe.

26. Juli 2023
Okay …
Vielleicht bin ich zu alt und hab zu viel gelesen (oder gespielt, ich sag nur: Nier und Drakengard), aber die Geschichte hat mich nicht so furchtbar mitgenommen wie andere Leser*innen, von denen ich weiß. :) Was allerdings zugleich keine Abwertung des Inhalts sein soll. Im Gegenteil: Solltet ihr die drei Bände lesen wollen, überlegt es euch sehr gut, denn das ist nichts für schwache Gemüter bzw. für zarte Seelen, die noch nicht in die Dunkelheit getaucht sind, die im menschlichen Geist und im Menschen selbst enthalten sein kann. Es geht, wie ich schon im ersten Band bemerkt habe, nicht um das übliche Boys Love-Genre. Hier liegt ein waschechter psychologischer Krimi vor, der die Finsternis in Seelen erforscht, die in ihrem Leben bisher nicht besonders viel Liebe und Zuneigung erhalten haben. (Und wenn Watase den Lehrer gegen Ende anders hätte handeln lassen, wäre es absolut abgefuckt gewesen.) In vielerlei Hinsicht erinnern mich einzelne Punkte an „Folge den Wolken nach Nord-Nordwest“ im Hinblick auf die Charakterisierung des jüngeren Bruders Michitaka aus der Reihe. Auch da vermute ich Tiefen in der Vergangenheit und im Erlebten, die mich auf die Szenen in „Sakura-Gari“ haben aufmerksam werden lassen. In einigen Punkten folge ich Watases Ausführungen am Ende nicht. Besonders ihre Recherche in Bezug auf die Beziehungen bzw. geschlechtlichen Begegnungen zwischen Männern während der diversen Zeiten der Antike und Vergangenheit. Da gibt es inzwischen einige Studien, die bereits herausgefunden haben, dass das mit der „Offenheit“ gegenüber homosexuellem Geschlechtsverkehr nicht ganz so stimmt, wie häufig behauptet wird (bspw. in Griechenland o. ä. – daher vermute ich, dass es in Japan ähnlich sein könnte). Ich muss noch ein Buch von Jane Ward zu einem ähnlichen Thema lesen, das mich interessiert und sich um Sex zwischen „weißen“ Cis- und sich selbst als hetero einstufenden Männern dreht. Interessant finde ich, dass Watase sich scheinbar erst im Zug ihrer Recherche zu dieser Reihe mit homosexuellen Beziehungen, den Unterscheidungen in den Manga-Genres und den historischen Begebenheiten auseinandergesetzt hat. Und wie sie auch hier wieder betont: Es ist kein Boys Love. „Studie der Familie Saiki“ trifft es tatsächlich am besten. Vielleicht würde ich noch den Zusatz einbauen: „Und die Menschen, die an ihr und in ihr zerbrechen“. Ja, ich musste kurz vorm eigentlichen Ende und davor schon auf S. 167 weinen (ich sage nicht, was da passiert, denn das wäre ein Spoiler). Das Ende an sich passt zum bisherigen Verlauf der Handlung und enthält weitaus mehr Hoffnung, als ich erwartet hätte für die Intensität der drei Bände. Aber vielleicht schließt sich dadurch die Erzählung zurück zum Anfang und nimmt die dort enthaltene Positivität und Hoffnung wieder auf. Über diese Geschichte ließe sich noch viel mehr sagen und schreiben, aber ich belasse es jetzt mal hierbei. Viel Traurigkeit für alle Charaktere begleitet mich jetzt weiter und ich bin sicher, die Reihe werde ich noch mal lesen. Vielleicht sehe ich in 10/20 Jahren noch mal etwas anderes darin, wenn ich weitere Lebenserfahrungen gemacht habe.
26. Juli 2023






