Roxy

Roxy

E-Book
3.01
JugendromanZivildienstWitzigKleinstadt

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Beschreibung

Zeit: Die allerbeste, nämlich Mitte siebziger Jahre. Ort: Eine Kleinstadt mit Fußgängerzone, Kino und Autobahnanschluss irgendwo zwischen Köln und Aachen. Held: Roxy (eigentlich Paul), knapp achtzehn Jahre, Außenseiter, Analphabet (deswegen Radio- und Schulfunk-Fan), Hilfsarbeiter, Deserteur und schließlich Zivi im Krankenhaus; verliebt sich ziemlich aussichtslos in Sonja, Tochter aus gutem Hause. Personal: Sonja, Gymnasiastin, trifft bei Hausarbeiten über den Röhmputsch auf Roxy, der alles darüber weiß. Herr Kessler, Fabrikant, erklärt Roxy zum Arbeiterdenkmal, schmeisst ihn raus und trifft ihn, angeblich todkrank, im Krankenhaus wieder. Franz Kafka, Autor der Erzählung »Die Verwandlung«, die Roxy als Vorlage für erste Schreibübungen nutzt. Zippi, Wohngenossin von Roxy und Kämpferin für die Anerkennung der DDR. Schuppe, immer ohne Geld, aber einfallsreich, vermietet seinen Balkon an Voyeure. Han, sehr kleine und sehr höfliche Koreanerin, schützt Roxy vor dem Chefarzt. Adamski, der sich Weihnachten aus Angst vor Einsamkeit ins Krankenhaus schmuggelt. Und viele andere mehr: Mütter, deren Liebhaber, ein Swimming Pool, eine Milchbar, Studenten, die Musik aus Sklavenhalterstaaten nicht mögen, Zigaretten namens Güldenring, Ernte 23, Milde Sorte - und natürlich Roxy Music. Ein Roman über das unangepasste Leben junger Leute, »outcasts« am Rande einer scheinbar sehr heilen Gesellschaft. Geschrieben wie ein Roadmovie: schnell, witzig, schroff und manchmal melancholisch. Mit seltsamen Vögeln, die einem zufliegen, als hätte man sie schon lange gekannt. Mit Geschichten, die so schräg und witzig sind, dass man sie gerne weiter erzählt. Und mit einem Plot, dessen Ende dem Helden trotz hohen Risikos unglaubliches Glück einspielt. Ein Buch, vor dem man warnen muss: Es macht süchtig!

Buchinformationen

Haupt-Genre
Fantasy
Sub-Genre
N/A
Format
E-Book
Seitenzahl
140
Preis
14.99 €

Merkmale

1 Bewertungen

Stimmung

Traurig
Witzig
Gruselig
Erotisch
Spannend
Romantisch
Verstörend
Nachdenklich
Informativ
Herzerwärmend
N/A
57%
N/A
15%
30%
9%
20%
15%
24%
44%

Hauptfigur(en)

Sympathisch
Glaubwürdig
Entwickelnd
Vielschichtig
90%
91%
65%
56%

Handlungsgeschwindigkeit

Schnell0%
Langsam0%
Mittel100%
Variabel0%

Schreibstil

Einfach100%
Komplex0%
Mittel0%
Bildhaft (100%)

Beiträge

1
Alle
3

Irgendwie Coming of Age der 70er

Auch wenn der Zeitraum der Lebens, in welchem die Geschichte des jungen Paul Weber in den 70er Jahren spielt, nur rund 1-2 Jahre betrifft, möchte ich dies doch als Coming-of-Age-Roman charakterisieren. Der sympathische junge Mann aus dem Ruhrgebiet scheint es schwer zu haben (oder einfach wenig Glück damit..) eine Arbeitsstelle dauerhaft zu behalten und sich auch sonst schwer mit Kontinuität zu tun. Es werden drei Phasen, die ziemlich schnell hintereinander passieren, aus dem Leben vorgestellt. Etwas wahllos bzw. sind sie sicherlich genauso bezeichnend für einen jungen Mann in der Zeit, als hätte er drei andere Phasen rausgesucht. Er ist ein sympathischer Kerl, der versucht seine Jugendjahre und den Übergang ins Erwachsenenleben und der Arbeitswelt einigermaßen ohne viel Ärger zu überstehen. Die Geschichte ist nicht besonders aufregend, aber trotzdem schön zu lesen und tröpfelt so vor sich hin. Wobei tröpfeln nach langsam klingt, aber der Verlauf ist doch schon moderat bis einzeln dynamisch. Die Charaktere sind positiv gehalten und mir gefällt die Atmosphäre der Zeit, die hier gut aufgefangen wird. Ich kann mir richtig den billigen Parfum- und festsitzenden Zigarettengeruch der Kneipen vorstellen. Ebenso die langhaarigen Frisuren und bunten Kleidungsstücke beider Geschlechter. Es zeigt sich zum Einen eine Offenheit bei der Jugend, die selbst heute vermutlich (jedenfalls kenne ich es so nicht aus meiner Generation) noch ihresgleichen sucht. Auf der anderen Seite ist dort immer noch die alte Kriegsgeneration mit alten Denkmustern. Zu einem offen Konflikt in dem Sinne lässt der Autor es aber nicht kommen und es bleibt bei Andeutungen. Für eine leichte Lektüre kann man dies durchaus empfehlen, da man die Chance erhält, leicht in den Alltag der 70er und des Protagonisten einzutauchen. Ein Highlight ist es aber bei weitem nicht.

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