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Romane

Rashomon

4,0(14)
HardcoverSoftcover14,00 €
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Deutsch
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Über das Buch

Mit dem Sammelband »Rashomon«, 1917 veröffentlicht, setzte sich Akutagawa als Schriftsteller durch. Bis zu seinem Freitod 1927 verfaßte er neben Essays und Lyrik etwa 150 Kurzgeschichten, Erzählungen und Novellen, mit denen er die japanische Literatur nachhaltig beeinflußt hat; die besten sind in diesem Band versammelt. Vielfalt der Themen, Motive und Techniken, stilistische Brillanz und psychologische Vertiefung kennzeichnen die Prosa des inzwischen weltberühmten Schriftstellers.
ISBN9783630620121
VerlagSammlung Luchterhand
Erscheinungsdatum27.08.01
Seitenzahl464

Rezensionen & Bewertungen

14 Bewertungen

4 Rezensionen

4,0

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  • 4,0

    Heute möchte ich euch die Kurzgeschichtensammlung „Rashomon“ von Akutagawa Ryūnosuke vorstellen, die 2001 in deutscher Übersetzung von Jürgen Berndt erschienen ist. Die Sammlung vereinigt einige der bekanntesten Werke des Autors und bietet einen hervorragenden Einblick in sein literarisches Schaffen. Besonders spannend ist, dass die beiden Geschichten „Rashomon“ und „Im Dickicht“ zusammen die Grundlage für Kurosawas berühmte Verfilmung Rashomon bilden – ein Film, der nicht nur formal beeindruckt, sondern auch die erzählerische Raffinesse Akutagawas in ein neues Medium überträgt. Darüber hinaus enthält der Band weitere herausragende Erzählungen wie „Das Versunkensein des Dichters“, „Kesa und Morito“, „Die Puppen“ und „Die Verbeugung“, die mich allesamt tief beeindruckt haben. Ebenso finden sich zwei biografisch gefärbte Stücke, „Das Totenregister“ und „Zahnräder“, die einen verstörend ehrlichen Einblick in Akutagawas Gedankenwelt und seine zunehmenden psychischen Belastungen gewähren. Ryūnosuke Akutagawa gilt nicht ohne Grund als einer der wichtigsten Autoren der modernen japanischen Literatur. Sein Schreibstil ist geprägt von eleganter Präzision, psychologischer Feinfühligkeit und einer deutlichen Vorliebe für formale Experimente. Symbolistische Motive, wechselnde Perspektiven und eine dichte, manchmal beinahe klinisch klare Sprache ziehen sich durch viele seiner Werke. Besonders charakteristisch ist sein Spiel mit der Unzuverlässigkeit: Er lässt Wahrnehmung, Erinnerung und Wahrheit ineinanderfließen, sodass sich der Leser nie ganz sicher sein kann, welche Version der Ereignisse wirklich Bestand hat. Diese Ambivalenz macht seine Texte zeitlos – und zugleich von einer eigentümlichen Modernität. Die Stärken seiner Kurzgeschichten liegen klar auf der Hand. Sie sind atmosphärisch dicht, präzise gebaut und schaffen es, in wenigen Seiten eine enorme psychologische Tiefe zu entfalten. Viele seiner Texte wirken wie kunstvolle Miniaturen, die trotz ihrer Kürze komplex und vielschichtig bleiben. Allerdings kann diese Konzentration auch fordernd sein: Manche Geschichten wirken bewusst fragmentarisch oder emotional distanziert, was nicht jeden Leser sofort erreicht. Doch gerade diese Kühle, dieses bewusste Auslassen und Andeuten, bildet einen wichtigen Teil seines literarischen Ausdrucks. Zu meinen persönlichen Favoriten zählen „Im Dickicht“, „Das Versunkensein des Dichters“, „Kesa und Morito“, „Die Puppen“ und „Die Verbeugung“. Jede dieser Geschichten zeigt eine andere Facette von Akutagawas Können: 'Im Dickicht' fasziniert durch den kunstvollen Perspektivwechsel und die Frage nach dem Wesen der Wahrheit. 'Das Versunkensein des Dichters' zeichnet ein melancholisches, feines Porträt eines zerrissenen Künstlers. 'Kesa und Morito' überzeugt durch die intensive Darstellung von Leidenschaft, Schuld und innerem Konflikt. 'Die Puppen' beeindruckt mit ihrer starken Symbolik. 'Die Verbeugung' zeigt Akutagawas Gespür für leise, bittersüße Alltagsdramen. Besonders hervorheben möchte ich die autobiografisch grundierten Texte „Das Totenregister“ und „Zahnräder“. Hier öffnet Akutagawa sich auf eine Weise, die geradezu schmerzhaft ehrlich wirkt. 'Das Totenregister' verbindet nüchterne Beobachtung mit existenziellen Fragen, während 'Zahnräder' den fortschreitenden Zerfall seiner Wahrnehmung erahnen lässt – ein schonungslos offenes Dokument innerer Zerrüttung. Diese beiden Erzählungen gehören für mich zu den eindringlichsten Texten des gesamten Bandes und zeigen, wie sehr Akutagawas eigenes Leben und seine Ängste in sein Schreiben eingewoben sind. Bewertung: 4 von 5 Sterne 🌟

    15. Nov. 2025

  • 5,0

    Akutagawa zählt zu den Ikonen der japanischen Literatur und das zurecht. In über einem Duzend seiner Erzählungen beweist er sein Können. Thematisch entführt uns Akutagawa in mythische Gefilde, ins japanische Mittelalter, die Meiji-Ära bis hin zu Kriegsfeldern und die Hölle unterhalb Buddhas Garten. In einer glasklaren Sprache eröffnet er uns über wenige Seiten die moralischen und ethischen Abgründe, die sich von einem Augenblick auf den nächsten vor uns aufklaffen können. Wie hätten wir entschieden - ist die unangenehme Frage, die sich uns aufdrängt. Eine absolute Empfehlung für Liebhaber der japanischen Literatur. Mehr zum Buch in meiner Video-Rezension: https://youtu.be/D7nnsL87rgY

    20. Dez. 2023

  • ninskibobinski
    ninskibobinski

    8 Follower

    4,0

    Ich muss zugeben es hat ein wenig gedauert, bis ich mich zurechtgefunden habe, allerdings fand ich die Geschichten anschließend lesenswert. Meine Lieblingsgeschichte war "Mandarinen", wobei "Biseis Glaube", "die Geschichte einer Rache" oder auch "Zahnräder" mir ebenfalls gefallen haben. Nicht jede Geschichte ist zu mir durchgedrungen, die, die es taten, waren jedoch umso unterhaltsamer.

    4. Sept. 2024

3 von 4 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Ryunosuke Akutagawa

Ryunosuke Akutagawa wurde 1892 in Tokyo geboren. Seine Mutter starb, als er noch ein Kind war. Akutagawa wuchs in der tradionsgebundenen Familie seines Onkel auf, der ihn später adoptierte. Sein Studium der englischen Literatur an der kaiserlichen Universität von Tokio beendete Akutagawa 1916 mit der Promotion. Zwei Jahre nach seiner Promotion heiratete er. Mit seiner Frau hatte er drei Söhne. Er war an der Marineingenieurschule in Yokosuka als Englischlehrer tätig, bis er 1919 freier Mitarbeiter der Zeitung "Osaka Mainichi" wurde. Schon als Student veröffentlichte Akutagawa erste Erzählungen. Mit dem Sammelband "Rashomon", der 1917 erschien, setzte er sich international als Schriftsteller durch. Im Alter von fünfunddreißig Jahren nahm sich Akutagawa das Leben. Sein insgesamt zehnbändiges Werk umfaßt neben Essays und Lyrik etwa 150 Kurzgeschichten und Novellen. Es verbindet asiatische Traditionen und westliches Gedankengut und hatte einen nachhaltigen Einfluß auf die japanische Literatur.

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