Port Mungo

Port Mungo

Taschenbuch
4.01

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Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
N/A
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
256
Preis
14.30 €

Beiträge

1
Alle
4

Düster, toxisch und psychologisch richtig spannend. Dieses Buch wird immer unangenehmer und genau das macht es so gut.

Port Mungo war für mich wirklich eine richtig starke Überraschung. Ich habe das Buch auf einem Bücherflohmarkt für 1 € gekauft und hatte absolut keine Erwartungen. Der Klappentext klang einfach schön düster und genau darauf hatte ich irgendwie Lust. Und ehrlich, ich war super schnell in der Geschichte drin. Das Buch wird aus der Sicht von Gin erzählt, die über ihren Bruder Jack schreibt. Und genau das fand ich psychologisch total spannend. Sie bewundert ihn so sehr, dass man die ganze Zeit merkt, wie verzerrt ihr Blick eigentlich auf ihn ist. Für sie ist Jack dieses besondere Künstlergenie und sie hält extrem lange an diesem Bild fest, obwohl man als Leser immer mehr merkt, dass mit ihm irgendwas nicht stimmt. Das langsame Entzaubern von Jack fand ich richtig stark gemacht. Man merkt irgendwann, dass Gin vieles entweder nicht sehen kann oder einfach nicht sehen will, weil sie ihren Bruder zu sehr liebt. Generell war das Buch wirklich düster. Also depressiv, toxisch und teilweise richtig unangenehm. Vor allem die Beziehung zwischen Jack und Vera. Alkohol, emotionale Abhängigkeit, Narzissmus, Manipulation und Selbstzerstörung ziehen sich durch die ganze Geschichte. Irgendwann wirkt alles nur noch kaputt und trotzdem wollte ich die ganze Zeit weiterlesen. Was ich aber auch total mochte, war dieses Eintauchen in die Künstlerszene. Es geht viel um Kunst, ums Malen, um kreative Obsession und dieses chaotische Künstlerleben. Das hat der Geschichte nochmal so eine ganz eigene Stimmung gegeben. Gerade Jack als Maler und dieses Leben in Port Mungo zwischen Hitze, Alkohol und Kunst haben auf mich total intensiv gewirkt. Auch das Setting mochte ich richtig gerne. Diese feuchte Hitze, diese Isolation, alles fühlt sich irgendwie schwer und fiebrig an. Fast so, als würde man zusammen mit den Figuren langsam den Bezug zur Realität verlieren. Der Schreibstil war dabei genau meins. Ruhig, düster und trotzdem super leicht zu lesen. Das Buch muss gar nicht dauernd laut werden, damit es einen komplett unruhig macht. Und dann kam zum Ende hin nochmal eine Wendung, die ich zwischendurch zwar schon leicht vermutet hatte, die mich trotzdem getroffen hat. Vor allem weil man rückblickend merkt, dass eigentlich die ganze Zeit Hinweise da waren. Für mich war das wirklich eine richtig starke Mischung aus toxischer Familiengeschichte, psychologischem Drama und dieser düsteren Künstlerwelt. Traurig, intensiv und teilweise echt verstörend, aber genau solche Bücher liebe ich einfach.

Düster, toxisch und psychologisch richtig spannend. Dieses Buch wird immer unangenehmer und genau das macht es so gut.
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