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Irgendwie nicht... 🤔
Play On von Samantha Young war mein erstes Buch von ihr und irgendwie bin ich nicht ganz überzeugt. Zunächst Mal haben wir da den Klappentext - zum Verständnis: ich habe die Angewohnheit, mir Bücher wegen der Klappentexte auf meine WuLi bei Amazon zu schieben und sie mir dann Jahre später tatsächlich zu kaufen, ohne den Klappentext nochmal zu lesen, auch nicht, wenn ich das Buch beginne. - nachdem ich das Buch jetzt gelesen habe und rein aus Neugier nochmal wissen wollte, was mich dazu bewogen hat, das Buch auf meine Liste zu packen, war ich ja regelrecht entrüstet, dass der Klappentext quasi ALLES vom Inhalt verraten hat. Nur den Schluss nicht, aber der hat mich auch noch enttäuscht. Das Buch ist in drei Teile gegliedert, die die Protagonistin in 3 verschiedenen Lebensphasen zeigt. Der Schreibstil ist flüssig, der Inhalt teilweise etwas langatmig und es ist definitiv ein Slowburner mit einem Müh an Spice. Ich mag die detaillierte Beschreibung, die Samantha Young für die Umgebung nutzt, damit man sich als Leser alles sehr bildlich vorstellen kann, und auch die Entwicklung der Protagonistin hat mir größtenteils sehr gut gefallen. Ansonsten konnte ich mich leider nicht ganz mit der Idee anfreunden, noch mehr von Samantha zu lesen. Ausführlicher geht's nur mit Spoiler weiter. Wir sehen zu Beginn die Entwicklung einer jungen Frau, die die erste, in meinen Augen wirklich fragwürdige Gelegenheit ergreift, um aus ihrem kaputten Elternhaus zu flüchten, um mit einem Urlaubsflirt durchzubrennen und das Land zu verlassen, in der Hoffnung, so ihren Träumen nachjagen zu können. Okay, dumme Entscheidungen treffen wir alle mal, die führen zwar nicht zwangsläufig zu einer überstürzten Eheschließung, aber es ist ja ein Roman und ein bisschen kann man da schon über die Stränge schlagen. Wäre Nora einfach mit ihrem Urlaubsflirt ohne Hochzeit mitgegangen, hätte das in meinen Augen aber auch vollkommen gereicht. Kommen wir zu Part 2 im Buch. Nora ist immer noch komplett unglücklich und muss sich jetzt nach 3 Jahren Ehe auch noch eingestehen, dass ihr Entschluss unüberlegt und naiv gewesen ist, sie aber jetzt an einen Mann gebunden ist, der sie ebenso unterdrückt, wie ihre Eltern vorher. Die einzige, die ihr zur Seite steht, ist seine Schwester. Die finde ich im Übrigen ganz toll als Nebencharakter dargestellt. Die Autorin hat es sich mit der Lösung von Noras Problem unfassbar leicht gemacht, indem sie den ungeliebten Mann einfach sterben ließ, direkt nachdem Nora einen heißen Typen kennengelernt hat, der es zutiefst bedauerte, dass sie schon verheiratet war. Jetzt plagt sich Nora also mit Schuldgefühlen, dass sie mit der Familie und Freunden ihres Mannes verkettet ist, den sie eigentlich nie wirklich geliebt hat, sodass sie sich selbst auch kein eigenes Glück gönnen will und weiterhin auf der Stelle tritt. Sie tut gewissermaßen Buße, indem sie in einem Krankenhaus als Peter Pan verkleidet, schwer kranken Kindern Geschichten vorliest, und trifft dabei den heißen Typen wieder, den sie kurz vor dem Tod ihres Mannes kennengelernt hat. Die Beziehung der beiden entwickelt sich für mich irgendwie nicht richtig und ich kann auch an vielen Stellen nicht nachvollziehen, warum sie sich so zu ihm hingezogen fühlt. Zwischendurch redet sich die Protagonistin noch ein, es wäre ihre Buße, mit dem Mann zusammen zu sein, weil er sie nur eine zeitlang in ihrem Leben haben möchte, um sich über seine eigene Vergangenheit hinwegzutrösten, und geht von vornherein schon davon aus, er würde sie bald verlassen. Als es dann so kommt, dass es vorbei ist, ist sie natürlich trotzdem am Boden zerstört, nutzt diesen Umstand jedoch dazu, ihre Eltern zu besuchen, um sie um Verzeihung zu bitten. Die Mutter hat eine für mich nur halb nachvollziehbare 180° Wendung hingelegt und das augenscheinlich nur, weil ihr Mann gestorben ist und ihr verdammt viel Geld hinterlassen hat. Das wirft in mir die Frage auf, ob die Autorin damit vermitteln will, dass alle Menschen glücklich werden, wenn sie reich sind, was eine wirklich schlechte Message wäre. Für mich passt es nicht ins Bild, dass Nora ihren Vater vor seinem Schicksalsschlag als Helden betrachtet, der ihr jeden Wunsch erfüllt hätte, während die Mutter ihr gegenüber immer eher kalt und gefühllos war, ebenjene Mutter nach dem Ableben des Vaters aber plötzlich herzlich und super knuddelig ist. Das macht keinen Sinn. Im dritten Teil trifft Nora, die nach ihrer Aussöhnung mit ihrer Mutter und der Trennung von Aiden jetzt endlich ihr Studium aufgenommen hat, das sie immer unbedingt angehen wollte, wieder auf Aiden. Der zeigt sich ihr gegenüber wie das größte Arschloch auf Erden, aber es stellt sich heraus, alles sei ein Missverständnis und er ist noch immer unsterblich in sie verliebt. Nora hadert mit sich, weil sie das ganze Drama in ihrem Leben eigentlich nicht haben will, schließlich ist sie endlich Mal zufrieden, aber dass er sie doch wieder verlässt, ist für sie auch keine Option, also kommen sie wieder zusammen. Nein. Also wirklich: Nein. Ich sag's Mal so: bis zur Mitte des Buches, etwa bis zur Trennung von Aiden und Nora, konnte ich alles irgendwie nachvollziehen und die Story war in sich auch recht schlüssig, aber danach ging es bergab. Da stoße ich jetzt vielleicht ein bisschen auf Widerstand, aber scheiße noch eins, wenn sie jetzt gerade keinen Mann in ihrem Leben braucht, um glücklich zu sein, dann sollte sie sich auch nicht auf einen einlassen, nur weil der gewissermaßen damit droht, sie wieder zu verlassen. Das ist falsch in meinen Augen und hat mit Romantik auch nichts mehr zu tun. Für mich wäre das Buch ganz wunderbar zuende gegangen, wenn sie ihr Ding gemacht hätte und glücklich geworden wäre, ihn vielleicht Mal wiedergetroffen hätte und nach ihrem für sich allein Glücklichsein entschieden hätte "jetzt passt es", aber nicht so. Bis zu Hälfte waren es wenigstens 4 Sterne, aber das Ende hat mich wirklich herbe enttäuscht. Tut mir leid, Miss Young, das wird nix mehr mit uns, fürchte ich.
19. Mai 2024
Irgendwie nicht... 🤔
Play On von Samantha Young war mein erstes Buch von ihr und irgendwie bin ich nicht ganz überzeugt. Zunächst Mal haben wir da den Klappentext - zum Verständnis: ich habe die Angewohnheit, mir Bücher wegen der Klappentexte auf meine WuLi bei Amazon zu schieben und sie mir dann Jahre später tatsächlich zu kaufen, ohne den Klappentext nochmal zu lesen, auch nicht, wenn ich das Buch beginne. - nachdem ich das Buch jetzt gelesen habe und rein aus Neugier nochmal wissen wollte, was mich dazu bewogen hat, das Buch auf meine Liste zu packen, war ich ja regelrecht entrüstet, dass der Klappentext quasi ALLES vom Inhalt verraten hat. Nur den Schluss nicht, aber der hat mich auch noch enttäuscht. Das Buch ist in drei Teile gegliedert, die die Protagonistin in 3 verschiedenen Lebensphasen zeigt. Der Schreibstil ist flüssig, der Inhalt teilweise etwas langatmig und es ist definitiv ein Slowburner mit einem Müh an Spice. Ich mag die detaillierte Beschreibung, die Samantha Young für die Umgebung nutzt, damit man sich als Leser alles sehr bildlich vorstellen kann, und auch die Entwicklung der Protagonistin hat mir größtenteils sehr gut gefallen. Ansonsten konnte ich mich leider nicht ganz mit der Idee anfreunden, noch mehr von Samantha zu lesen. Ausführlicher geht's nur mit Spoiler weiter. Wir sehen zu Beginn die Entwicklung einer jungen Frau, die die erste, in meinen Augen wirklich fragwürdige Gelegenheit ergreift, um aus ihrem kaputten Elternhaus zu flüchten, um mit einem Urlaubsflirt durchzubrennen und das Land zu verlassen, in der Hoffnung, so ihren Träumen nachjagen zu können. Okay, dumme Entscheidungen treffen wir alle mal, die führen zwar nicht zwangsläufig zu einer überstürzten Eheschließung, aber es ist ja ein Roman und ein bisschen kann man da schon über die Stränge schlagen. Wäre Nora einfach mit ihrem Urlaubsflirt ohne Hochzeit mitgegangen, hätte das in meinen Augen aber auch vollkommen gereicht. Kommen wir zu Part 2 im Buch. Nora ist immer noch komplett unglücklich und muss sich jetzt nach 3 Jahren Ehe auch noch eingestehen, dass ihr Entschluss unüberlegt und naiv gewesen ist, sie aber jetzt an einen Mann gebunden ist, der sie ebenso unterdrückt, wie ihre Eltern vorher. Die einzige, die ihr zur Seite steht, ist seine Schwester. Die finde ich im Übrigen ganz toll als Nebencharakter dargestellt. Die Autorin hat es sich mit der Lösung von Noras Problem unfassbar leicht gemacht, indem sie den ungeliebten Mann einfach sterben ließ, direkt nachdem Nora einen heißen Typen kennengelernt hat, der es zutiefst bedauerte, dass sie schon verheiratet war. Jetzt plagt sich Nora also mit Schuldgefühlen, dass sie mit der Familie und Freunden ihres Mannes verkettet ist, den sie eigentlich nie wirklich geliebt hat, sodass sie sich selbst auch kein eigenes Glück gönnen will und weiterhin auf der Stelle tritt. Sie tut gewissermaßen Buße, indem sie in einem Krankenhaus als Peter Pan verkleidet, schwer kranken Kindern Geschichten vorliest, und trifft dabei den heißen Typen wieder, den sie kurz vor dem Tod ihres Mannes kennengelernt hat. Die Beziehung der beiden entwickelt sich für mich irgendwie nicht richtig und ich kann auch an vielen Stellen nicht nachvollziehen, warum sie sich so zu ihm hingezogen fühlt. Zwischendurch redet sich die Protagonistin noch ein, es wäre ihre Buße, mit dem Mann zusammen zu sein, weil er sie nur eine zeitlang in ihrem Leben haben möchte, um sich über seine eigene Vergangenheit hinwegzutrösten, und geht von vornherein schon davon aus, er würde sie bald verlassen. Als es dann so kommt, dass es vorbei ist, ist sie natürlich trotzdem am Boden zerstört, nutzt diesen Umstand jedoch dazu, ihre Eltern zu besuchen, um sie um Verzeihung zu bitten. Die Mutter hat eine für mich nur halb nachvollziehbare 180° Wendung hingelegt und das augenscheinlich nur, weil ihr Mann gestorben ist und ihr verdammt viel Geld hinterlassen hat. Das wirft in mir die Frage auf, ob die Autorin damit vermitteln will, dass alle Menschen glücklich werden, wenn sie reich sind, was eine wirklich schlechte Message wäre. Für mich passt es nicht ins Bild, dass Nora ihren Vater vor seinem Schicksalsschlag als Helden betrachtet, der ihr jeden Wunsch erfüllt hätte, während die Mutter ihr gegenüber immer eher kalt und gefühllos war, ebenjene Mutter nach dem Ableben des Vaters aber plötzlich herzlich und super knuddelig ist. Das macht keinen Sinn. Im dritten Teil trifft Nora, die nach ihrer Aussöhnung mit ihrer Mutter und der Trennung von Aiden jetzt endlich ihr Studium aufgenommen hat, das sie immer unbedingt angehen wollte, wieder auf Aiden. Der zeigt sich ihr gegenüber wie das größte Arschloch auf Erden, aber es stellt sich heraus, alles sei ein Missverständnis und er ist noch immer unsterblich in sie verliebt. Nora hadert mit sich, weil sie das ganze Drama in ihrem Leben eigentlich nicht haben will, schließlich ist sie endlich Mal zufrieden, aber dass er sie doch wieder verlässt, ist für sie auch keine Option, also kommen sie wieder zusammen. Nein. Also wirklich: Nein. Ich sag's Mal so: bis zur Mitte des Buches, etwa bis zur Trennung von Aiden und Nora, konnte ich alles irgendwie nachvollziehen und die Story war in sich auch recht schlüssig, aber danach ging es bergab. Da stoße ich jetzt vielleicht ein bisschen auf Widerstand, aber scheiße noch eins, wenn sie jetzt gerade keinen Mann in ihrem Leben braucht, um glücklich zu sein, dann sollte sie sich auch nicht auf einen einlassen, nur weil der gewissermaßen damit droht, sie wieder zu verlassen. Das ist falsch in meinen Augen und hat mit Romantik auch nichts mehr zu tun. Für mich wäre das Buch ganz wunderbar zuende gegangen, wenn sie ihr Ding gemacht hätte und glücklich geworden wäre, ihn vielleicht Mal wiedergetroffen hätte und nach ihrem für sich allein Glücklichsein entschieden hätte "jetzt passt es", aber nicht so. Bis zu Hälfte waren es wenigstens 4 Sterne, aber das Ende hat mich wirklich herbe enttäuscht. Tut mir leid, Miss Young, das wird nix mehr mit uns, fürchte ich.
19. Mai 2024






