Pferde stehlen

Pferde stehlen

Hardcover
3.738
ErinnerungLandLebensabendSkandinavien

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Beschreibung

Verfilmt von Hans Petter Moland und mit dem Preis für die beste internationale Literaturverfilmung 2019 ausgezeichnet!

»Ein verführerisches Buch. Wunderbar geschrieben in einer Sprache, die klar ist und wasserhell, zart und eindringlich, menschennah und gänzlich ohne Sentimentalität. Spätestens nach der Hälfte des Buches beginnt man, langsam zu lesen, damit man bloß nicht so schnell ans Ende der Wonne gelangt.«
Die Welt

Trond ist 67 und zieht sich nach Ostnorwegen zurück. Als ein Nachbar auftaucht, holen ihn die Ereignisse jenes Sommers vor mehr als fünfzig Jahren ein. Damals verbrachte er die Ferien mit seinem Vater in einer Hütte nahe der schwedischen Grenze. Es ist eine Gegend, in der man Pferde stehlen kann. Als in der Nachbarsfamilie ein schreckliches Unglück geschieht, entdeckt der Junge das wohlgehütete Lebensgeheimnis des Vaters.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Hardcover
Seitenzahl
336
Preis
12.40 €

Autorenbeschreibung

Per Petterson, 1952 in Oslo geboren, ist ausgebildeter Bibliothekar und arbeitete als Buchhändler und Übersetzer, bevor er sich als Schriftsteller etablierte. Im Fischer Taschenbuch sind von ihm ›Sehnsucht nach Sibirien‹, ›Pferde stehlen‹, ›Im Kielwasser‹ und ›Ich verfluche den Fluss der Zeit‹ erschienen. Per Petterson wurde für sein Werk mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet u. a. mit dem renommierten IMPAC Literaturpreis.

Beiträge

6
Alle
4

Ein Buch über das Erwachsenwerden, über eine Vater-Sohn-Beziehung und über das Schweigen. Viele Handlungen werden hier mittels Erinnerungen der Hauptfigur erzählt. Einiges detailliert, manches nur angedeutet. Sehr schön sind die Naturbeschreibungen und der Alltag der Hauptfigur. Die Zeitsprünge fand ich stellenweise unübersichtlich, aber meistens haben sie nicht gestört. Was mich mehr gestört hat, war die mir zu "männliche" Perspektive, das Credo ein Mann, entscheidet selbst, wann ihm was wehtut und wann nicht. Bedauern habe ich über die Stille zwischen den Männern empfunden, ihre Unfähigkeit über Gefühle und bedeutsame Geschehnisse zu sprechen und so einander fremd zu bleiben. Für mich hätte die Geschichte an manchen Stellen mehr Informationen enthalten können, mehr Reflexion, mehr Tiefgang der Hauptfigur. Aber vielleicht ist dieses Fehlen gewollt. Vielleicht kann die Hauptfigur das nicht, wenn sie entschieden hat, dass die Vergangenheit nicht weh tun soll.

3.5

Stimmungsvoll, ereignisarm und teils verwirrend.

Das Buch beschreibt die Erinnerungen des norwegischen Protagonisten Trond in zwei zeitlich wechselnden, wesentlichen Erzählsträngen (als 67-Jähriger und 15-Jähriger) und legt dabei sehr viel Wert auf Stimmung, Beziehungen und Umgebung. Die Beschreibungen sind sehr detailliert, sodass man leicht in die jeweiligen Situationen abtauchen kann. Auch wenn der Roman sprachlich gut ist, passiert auf der Handlungsseite wenig. Ich lese auch öfter eher introspektive Texte, jedoch werden die relevanten Konflikte und Beziehungen interessant aufgebaut und bleiben anschließend sehr vage. Der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit hat mich an manchen Stellen etwas überfordert, und ich musste mich wieder orientieren, wodurch für mich persönlich teils Zusammenhänge unklar und unbefriedigend blieben. Hinweise in Blogs lassen den Roman im Nachhinein nochmals deutlicher wirken.

4.5

4.75 ⭐️; ein ruhiges, sensibles Buch. Die Geschichte hat Tiefe und die landschaftliche Beschreibung ist sehr gelungen. Ich bin richtig eingetaucht in diese Hütte in Norwegen. Dir beschrieben Vater- Sohn Beziehung war ganz toll zu lesen, ich bin in die Seiten abgetaucht. Die Geschichte lässt aus meiner Sicht sehr viele Punkte recht offen- aber das stört nicht. Offen sind die Fragen rund um die Kerngeschichte, aber auf diese wird nicht näher eingegangen daher ist keine Antwort notwendig. Der Schreibstil ist ruhig und fließend, das Buch hat keine Eile und der Autor hat keine… wer es lesen mag setzt somit am besten in aller Ruhe hin.

3

Der 67-jährige Trond blickt auf sein bewegtes Leben zurück. Nichts hat scheinbar so tiefe Wunden hinterlassen, wie dessen Vater, der die Familie für eine neue Frau verlassen hat. Ein Buch über Männlichkeit, über Erwachsenwerden, über Vater-Sohn-Beziehungen, über das Leben in der Natur. Sprachlich sparsam, kompakt und pointiert erzählt Petterson die Geschichte von Trond und seinem Vater. Sie ist einleuchtend, mitunter sachte mitreißend und stimmungsvoll. Und doch hat MICH eine Sache gestört. Man könnte es auch anders sagen: es hat MIR etwas gefehlt: Emotionen.

4

Ein Buch, , das in wunderschöner, poetischer Sprache leise große Themen anspricht. Es hat mich sehr bewegt und mir gezeigt, dass Literatur eine unglaubliche Kraft entwickeln kann und auch lange nachwirkt…

5

Trond ist 67 und verbringt seinen Lebensabend in einer einsamen Hütte in Norwegen, nahe der schwedischen Grenze. In einer ähnlichen Hütte hat er 1948 einen Sommer mit seinem Vater vebracht, den letzten Sommer zusammen mit ihm. Nun als Mann am Ende seines Lebens zwingen ihn Natur, Menschen und Stimmungen, diesen Sommer noch einmal zu erleben. Ein wundervolles, poetisches Buch, dass Stimmungen und Gefühle in wenigen, genau dosierten Worten auf den Punkt bringt. An und für sich geschieht wenig, doch Petterson ist ein so präziser Beobachter, dass er dem wenigen essenzielles entringt. Auf wenigen Seiten wird so ein Einblick in das Wesentliche eines Lebens gegeben. Ein sehr gutes Buch.

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