Blick ins Buch

Romane

Oder die Löwengrube

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Über das Buch

Daniel und Lynn leben zusammen. Beide sind sie literarisch tätig, Lynn als Romanautorin, Daniel als Lyriker. Nun ist Daniel krank geworden und unter den neuen Vorzeichen erscheint das gemeinsame Leben und Arbeiten doppelt klar, doppelt verdichtet. Und zwar für beide. Mit sensiblem Blick wird jede Nuance ihrer Gemeinsamkeiten aufgefangen und reflektiert, jeder ihrer Beweggründe bis in die hintersten Winkel abgeklopft. Die Literatur, die eigene wie die anderer Autor:innen, leuchtet in die Liebe zwischen Daniel und Lynn hinein, doch die Krankheit zersetzt dieses feine Beziehungsgeflecht und bringt die beiden an einen Scheideweg.
ISBN9783903575400
Verlagedition keiper
Erscheinungsdatum14.03.25
Seitenzahl208

Rezensionen & Bewertungen

1 Bewertungen

1 Rezensionen

2,5

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  • text.reisen
    text.reisen

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    2,5

    Ein stilles, feinfühliges, aber auch etwas chaotische Buch über das Schreiben, Leben mit Krankheit, Beziehung(en) und Geschlechterrollen Lynn ist eine recht erfolgreiche Schriftstellerin, aber die Arbeit an ihrem neuen Roman geht nur schleppend voran und auch sie selbst ist nicht so recht von dem, was da entsteht, überzeugt. Während sie sich schreibend in eine dystopische, matriachale Zukunft denkt, wird ihr Alltag von der Krankheit ihres Partners Daniel überschattet ... Der Roman hat wenig Handlung und ist vor allem auf die Gedankenwelt der Protagonistin fokussiert - ihre Gefühle, Sorgen und Erinnerungen. Vor allem die Reflexionen zum Thema Schreiben fand ich sehr interessant, doch der zweite Teil des Buches hat sich für mich dann leider eher gezogen und vieles wurde mir etwas zu oberflächlich behandelt. Zahlreichen Themen werden angeschnitten, aber ohne wirklich in die Tiefe zu gehen, und immer wieder gibt es Rückblenden und Erinnerungen der Protagonistin, die auf mich z. T. eher zufällig gewirkt haben, sodass sich am Ende für mich daraus leider kein zusammenhängendes Bild ergeben hat, auch wenn einzelne Passagen sehr stark waren. Das Thema Krankheit, das stets präsent ist und eigentlich ein zentrales Motiv darstellt, bleibt am Ende aber genauso wie die Figur Daniel seltsam vage - ein beabsichtigter Kunstgriff? Ein Buch für alle, die Alltagsgeschichten mögen und gerne ganz in die Gedankenwelt einer Figur im Konflikt mit sich selbst eintauchen.

    16. Juni 2026

Autorin / Autor

Über Timo Brandt

Timo Brandt wurde 1992 in Düsseldorf geboren. Von 2014 bis 2018 Studium am Institut für Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Er ist Literatur-Rezensent für verschiedene Medien, u.a. für die Zeitschriften „Zwischenwelt“ und „Literatur und Kritik“, den Instagram-Channel @lyristix und die Website des Literaturhauses Wien. Seit 2022 betreut er bei der Tageszeitung „Der Standard“ die Gedicht-Rubrik. Er hat sechs eigene Gedichtbände veröffentlicht, zuletzt Nach-umahmungen, Aphaia 2023. Er war Artist in Residence beim PROSANOVA 17 und Träger des Gisela-Scherer-Stipendiums 2019.

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