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"No truth can cure the sadness we feel from losing a loved one. No truth, no sincerity, no strength, no kindness, can cure that sorrow. All we can do is see that sadness through to the end and learn something from it, but what we learn will be no help in facing the next sadness that comes to us without warning." #1: 🇯🇵 Mein erster Murakami. Dieses Buch fühlte sich an wie etwas besonderes, wenn auch phasenweise mit angezogener Handbremse. Irgendwie eine Coming-of-age Geschichte lange vor ihrer Zeit. Ein faszinierender Einblick in ein anderes Japan, mittlerweile fast sechzig Jahre zurückliegend. Auch wenn ich die Beweggründe und Handlungen von Toru nicht immer nachvollziehen konnte, so war er doch ein für insgesamt glaubwürdiger Charakter. Ein junger Student, der seinen Platz im Leben noch nicht gefunden hat. Der an Abschieden und Veränderungen zu knabbern hat. Der mit seinen Gefühlen kämpft. Der das Leben durch eine melancholische Brille sieht. Der versucht, ein guter Mensch zu sein und dabei menschlich ist, Fehler macht - und nicht selten dumme Fehler. Viele dieser Aspekte seines Charakters resonieren mit mir. Murakami beschreibt die Welt hier in einem bittersüßen Realismus (ich weiß auch, dass das für ihn eher unüblich ist), der mich bewegt hat. Der Roman in seiner Banalität hat eine so ganz andere, melancholische Atmosphäre. Wie erwähnt natürlich vor allem durch Toru, den Protagonisten, aber auch durch Naoko, durch Hatsumi, die tragischen Figuren dieses Romans. Aber auch Midori und Reiko, denen ebenfalls Tragisches widerfahren ist, die es aber schaffen, als hoffnungsvolle Gegenpole herauszustechen. Der Tod als eines der zentralen Themen des Romans nimmt sehr viel Platz ein. Er wirft die Frage auf, wer schlimmer von ihm getroffen wird - die Sterbenden oder die Zurückgelassenen, Lebenden. Letztlich wird diese Frage nicht beantwortet. Abseits der wirklich gut ausgearbeiteten Figuren - selbst Nebenfiguren haben eine Tiefe, die ich häufig in Büchern vermisse - begeisterten mich vor allem die Beschreibungen. Die Szenenwechsel im Laufe des Romans wurden so bearbeitet, dass jede Szene ihre eigene Atmosphäre vermittelte, was mir sehr gefallen hat. Einzig einige kreative Entscheidungen des Autors und konkret einige Entscheidemungne des Protagonisten hinterließen bei mir ab und zu leichte Verstimmungen. Achso, und ich habe dieses Buch als würdigen Start eines neuen Projekts ausgewählt: die World Challenge. Hier nun also, stellvertretend für Japan: Haruki Murakami, Norwegian Wood. 🇯🇵 "If you only read the books that everyone else is reading, you can only think what everyone else is thinking."
5 Tage vor
"No truth can cure the sadness we feel from losing a loved one. No truth, no sincerity, no strength, no kindness, can cure that sorrow. All we can do is see that sadness through to the end and learn something from it, but what we learn will be no help in facing the next sadness that comes to us without warning." #1: 🇯🇵 Mein erster Murakami. Dieses Buch fühlte sich an wie etwas besonderes, wenn auch phasenweise mit angezogener Handbremse. Irgendwie eine Coming-of-age Geschichte lange vor ihrer Zeit. Ein faszinierender Einblick in ein anderes Japan, mittlerweile fast sechzig Jahre zurückliegend. Auch wenn ich die Beweggründe und Handlungen von Toru nicht immer nachvollziehen konnte, so war er doch ein für insgesamt glaubwürdiger Charakter. Ein junger Student, der seinen Platz im Leben noch nicht gefunden hat. Der an Abschieden und Veränderungen zu knabbern hat. Der mit seinen Gefühlen kämpft. Der das Leben durch eine melancholische Brille sieht. Der versucht, ein guter Mensch zu sein und dabei menschlich ist, Fehler macht - und nicht selten dumme Fehler. Viele dieser Aspekte seines Charakters resonieren mit mir. Murakami beschreibt die Welt hier in einem bittersüßen Realismus (ich weiß auch, dass das für ihn eher unüblich ist), der mich bewegt hat. Der Roman in seiner Banalität hat eine so ganz andere, melancholische Atmosphäre. Wie erwähnt natürlich vor allem durch Toru, den Protagonisten, aber auch durch Naoko, durch Hatsumi, die tragischen Figuren dieses Romans. Aber auch Midori und Reiko, denen ebenfalls Tragisches widerfahren ist, die es aber schaffen, als hoffnungsvolle Gegenpole herauszustechen. Der Tod als eines der zentralen Themen des Romans nimmt sehr viel Platz ein. Er wirft die Frage auf, wer schlimmer von ihm getroffen wird - die Sterbenden oder die Zurückgelassenen, Lebenden. Letztlich wird diese Frage nicht beantwortet. Abseits der wirklich gut ausgearbeiteten Figuren - selbst Nebenfiguren haben eine Tiefe, die ich häufig in Büchern vermisse - begeisterten mich vor allem die Beschreibungen. Die Szenenwechsel im Laufe des Romans wurden so bearbeitet, dass jede Szene ihre eigene Atmosphäre vermittelte, was mir sehr gefallen hat. Einzig einige kreative Entscheidungen des Autors und konkret einige Entscheidemungne des Protagonisten hinterließen bei mir ab und zu leichte Verstimmungen. Achso, und ich habe dieses Buch als würdigen Start eines neuen Projekts ausgewählt: die World Challenge. Hier nun also, stellvertretend für Japan: Haruki Murakami, Norwegian Wood. 🇯🇵 "If you only read the books that everyone else is reading, you can only think what everyone else is thinking."
5 Tage vor








