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Nachdem mir der erste Teil der Reihe, bis auf kleine Ausnahmen, sehr gut gefallen hat, hat dieser mich doch ein wenig enttäuscht. Man merkt beim Lesen sehr, dass „Dunkle Zeit“ als Zwischenband fungiert und aufs Finale hinarbeiten soll, denn die Handlung ist eher dünn. Man erfährt zweifellos viele Informationen, manches davon auch sehr interessant, das muss man dem Buch zugutehalten. Calla und Shay sind nun bei den Suchern, Callas einstigen Feinden, und es bestätigt sich, was sie und Shay bereits in Band 1 herausgefunden haben: Die sind eigentlich gar nicht die Bösen, sondern die Hüter. Der Großteil der Handlung spielt sich im Stützpunkt der Sucher ab, wodurch jede Menge neue Charaktere vorgestellt wurden. Anfangs waren die vielen Namen ein wenig verwirrend, doch man gewöhnt sich dran. Mit der Zeit treten auch einige der Charaktere aus der Masse hervor, jeder hat seine eigene Persönlichkeit, ich hätte mir diese aber noch etwas besser ausgearbeitet gewünscht. Die meiste Zeit über hat nämlich jeder gefühlt das gleiche gesagt, nur mit anderen Worten. Und damit bin ich auch schon beim ersten Problem. Das Buch hat „nur“ ca. 320 Seiten und die erste Hälfte davon ist quasi Handlung an einem Stück und (bis auf eine Ausnahme) nur – und ich meine NUR – Gerede, die ganze Zeit. Es vergehen maximal ein paar Stunden. In dem ganzen Gerede erfährt man wie gesagt auch viel Neues, der Leser wie Calla und Shay selbst, aber was mich massiv gestört hat: Alles wird extrem in die Länge gestreckt durch die Scherze und Kabbeleien der Sucher untereinander, speziell Connor, Ethan, Adne und Silas. Es ist, als hätte jeder eine auswendig gelernte Liste an Sprüchen, die er ständig loslassen muss – und auch ganz gleich, zu welchem Zeitpunkt. Selbst in einem ernsten Gespräch kommt wieder irgendeiner mit einem dummen Spruch, jemand antwortet, Calla ist dann meist entweder amüsiert oder genervt / knurrt, und Monroe (Führer seiner Sucherdivision, an sich gibt’s natürlich Dutzende Sucher) muss dann wieder eingreifen. Das ist so oft im Buch passiert … Das hat alles einfach nur gestreckt und war irgendwann nervig. Nächster großer Kritikpunkt: Shay. Ich habe ihn geliebt in Band 1. Er war toll, weil er so anders war. Ich finde es nach wie vor doof, dass er bereits in Band 1 zum Wächter wurde, denn schon da hat er für mich einen Teil seiner Besonderheit eingebüßt. Und nun ist es extrem. Meiner Meinung nach ist Shay in Band 2 absolut blass und farblos, stellenweise fast schon eine Randfigur, weil er so … eintönig ist. In Band 1 war er für mich irgendwie weise, intellektuell auffallend, im positiven Sinne, er hat auch bereits da furchtlos seine Meinung vertreten und war mutig, aber es war eben etwas Besonderes. Nun in Band 2 besteht er nur noch aus seiner Liebe (oder auch Versessenheit) zu Calla. Gegen die Gefühle hab ich ja gar nichts, aber er war wirklich fast nur dann präsent, wenn er den Starken markieren und klarmachen musste, dass er Calla beschützen wird (Info am Rande: Sie braucht nun wirklich keinen Schutz!) – oder (noch besser), jedes Mal, wenn einer der Sucher irgendetwas zu Calla gesagt hat, das man im Entferntesten als Flirt oder Bedrohung auslegen KÖNNTE, war er plötzlich da, hat geknurrt und wollte sich auf die Person stürzen. Das hat sich wie ‘ne alte, hängende Kassette andauernd abgespielt. Irgendwann war es dann einfach nur noch albern. Bestes Beispiel: Natürlich ist auch Calla ständig eifersüchtig, was daran liegt, dass sie glaubt, Adne (Monroes Tochter und eine besondere Sucherin, die Portale „weben“ kann) würde sich an Shay heranmachen und er darauf eingehen. Da gab es diese schöne Szene, in der Adne Shay das Gitarrenspielen beibringen will und dafür seine Hände nimmt. Er lässt sich natürlich darauf ein und Calla platzt fast vor Eifersucht, zeigt es aber nicht. Ich glaube, es war Connor, der dann etwas leeeeicht Zweideutiges zu Calla sagte – und plötzlich, als wäre er aus einer Trance erwacht, ist Shay wieder da und – natürlich – am Knurren. Ja, ist klar. Er peilt null, wie sein Umgang mit Adne auf Calla wirken könnte, wird aber immer direkt wild, sobald man nur etwas anders mit Calla redet. Das war halt einfach lächerlich zu lesen und ich musste wirklich die Augen verdrehen. Mehr kommt von Shay nicht, wie gesagt. Ich hoffe, dass er in Band 3 wieder etwas MEHR ist. Ich weiß, ich weiß, er ist nun ein Wolf und ich akzeptiere, dass … seine dominante Seite (mehr sag ich mal nicht, da sonst kleiner Spoiler) nun mehr im Vordergrund ist, aber ich hatte doch gehofft, dass er noch mehr von dem behält, was ihn als Mensch ausgemacht hat, immerhin war er ja zuvor ein Mensch und nicht, wie Calla und Co., schon immer ein Wächter. Calla wird in diesem Band abermals in eine große Krise gestürzt, was man auch merkt, da sie ständig unentschlossen ist. Nach dem 20. Mal hat mich ihr Misstrauen und der Wunsch, irgendwem Gliedmaßen ausreißen zu wollen, dann auch ein wenig genervt, aber gut, Wolf und so. Eine Entwicklung macht sie in diesem Band nicht unbedingt durch, was aber auch daran liegt, dass nicht viel passiert. Abgesehen vom Ende, wo ein Minisprung von einem Tag oder so ist, spielt das gesamte Buch in weniger als 24 Stunden, das sagt wohl alles. Nichtsdestotrotz war es ab der zweiten Hälfte zunehmend spannend. Es passieren wirklich krasse Dinge, die einen immer mal wieder kurz stocken lassen, und es kommt auch zu einigen Offenbarungen. Einige ließen sich mit der Zeit erahnen, aber spannend war es dennoch. Auch war es rührend zu lesen, wie Calla sich für ihr Rudel einsetzt und wie alle übrigen Rudelmitglieder zusammenhalten. Die Darstellung von Callas Bruder hat mir in diesem Band ebenfalls gefallen, denn es zeigt, dass es nur normal ist, nach traumatischen Erlebnissen nicht so weiterzumachen, als wäre nichts passiert. Ich muss auch sagen, dass man das Buch trotz der zuweilen etwas langweiligen Szenen zu Beginn schnell lesen kann, man fliegt gut durch die Seiten. Der Schreibstil der Autorin ist dabei nicht allzu kompliziert, aber es gibt immer mal wieder schöne, nahezu poetische Sätze, die Callas Gefühlswelt beschreiben. Obwohl mir der erste Teil erheblich besser gefallen hat, bin ich zuversichtlich, was Band 3 angeht. In „Dunkle Zeit“ wurde nur der Grundstein gelegt und der eigentliche Kampf kommt erst noch. Die Fronten sind geklärt und ich habe absolut keine Ahnung, wie es ausgehen könnte und welche Verluste womöglich auf einen zukommen. Trotz meiner Kritikpunkte will ich unbedingt wissen, wie es weitergeht und da ich recht zuversichtlich bin und akzeptiere, dass dieser Band einfach ein Zwischenband ist, vergebe ich 3,5 Sterne.
23. Sept. 2022
Nachdem mir der erste Teil der Reihe, bis auf kleine Ausnahmen, sehr gut gefallen hat, hat dieser mich doch ein wenig enttäuscht. Man merkt beim Lesen sehr, dass „Dunkle Zeit“ als Zwischenband fungiert und aufs Finale hinarbeiten soll, denn die Handlung ist eher dünn. Man erfährt zweifellos viele Informationen, manches davon auch sehr interessant, das muss man dem Buch zugutehalten. Calla und Shay sind nun bei den Suchern, Callas einstigen Feinden, und es bestätigt sich, was sie und Shay bereits in Band 1 herausgefunden haben: Die sind eigentlich gar nicht die Bösen, sondern die Hüter. Der Großteil der Handlung spielt sich im Stützpunkt der Sucher ab, wodurch jede Menge neue Charaktere vorgestellt wurden. Anfangs waren die vielen Namen ein wenig verwirrend, doch man gewöhnt sich dran. Mit der Zeit treten auch einige der Charaktere aus der Masse hervor, jeder hat seine eigene Persönlichkeit, ich hätte mir diese aber noch etwas besser ausgearbeitet gewünscht. Die meiste Zeit über hat nämlich jeder gefühlt das gleiche gesagt, nur mit anderen Worten. Und damit bin ich auch schon beim ersten Problem. Das Buch hat „nur“ ca. 320 Seiten und die erste Hälfte davon ist quasi Handlung an einem Stück und (bis auf eine Ausnahme) nur – und ich meine NUR – Gerede, die ganze Zeit. Es vergehen maximal ein paar Stunden. In dem ganzen Gerede erfährt man wie gesagt auch viel Neues, der Leser wie Calla und Shay selbst, aber was mich massiv gestört hat: Alles wird extrem in die Länge gestreckt durch die Scherze und Kabbeleien der Sucher untereinander, speziell Connor, Ethan, Adne und Silas. Es ist, als hätte jeder eine auswendig gelernte Liste an Sprüchen, die er ständig loslassen muss – und auch ganz gleich, zu welchem Zeitpunkt. Selbst in einem ernsten Gespräch kommt wieder irgendeiner mit einem dummen Spruch, jemand antwortet, Calla ist dann meist entweder amüsiert oder genervt / knurrt, und Monroe (Führer seiner Sucherdivision, an sich gibt’s natürlich Dutzende Sucher) muss dann wieder eingreifen. Das ist so oft im Buch passiert … Das hat alles einfach nur gestreckt und war irgendwann nervig. Nächster großer Kritikpunkt: Shay. Ich habe ihn geliebt in Band 1. Er war toll, weil er so anders war. Ich finde es nach wie vor doof, dass er bereits in Band 1 zum Wächter wurde, denn schon da hat er für mich einen Teil seiner Besonderheit eingebüßt. Und nun ist es extrem. Meiner Meinung nach ist Shay in Band 2 absolut blass und farblos, stellenweise fast schon eine Randfigur, weil er so … eintönig ist. In Band 1 war er für mich irgendwie weise, intellektuell auffallend, im positiven Sinne, er hat auch bereits da furchtlos seine Meinung vertreten und war mutig, aber es war eben etwas Besonderes. Nun in Band 2 besteht er nur noch aus seiner Liebe (oder auch Versessenheit) zu Calla. Gegen die Gefühle hab ich ja gar nichts, aber er war wirklich fast nur dann präsent, wenn er den Starken markieren und klarmachen musste, dass er Calla beschützen wird (Info am Rande: Sie braucht nun wirklich keinen Schutz!) – oder (noch besser), jedes Mal, wenn einer der Sucher irgendetwas zu Calla gesagt hat, das man im Entferntesten als Flirt oder Bedrohung auslegen KÖNNTE, war er plötzlich da, hat geknurrt und wollte sich auf die Person stürzen. Das hat sich wie ‘ne alte, hängende Kassette andauernd abgespielt. Irgendwann war es dann einfach nur noch albern. Bestes Beispiel: Natürlich ist auch Calla ständig eifersüchtig, was daran liegt, dass sie glaubt, Adne (Monroes Tochter und eine besondere Sucherin, die Portale „weben“ kann) würde sich an Shay heranmachen und er darauf eingehen. Da gab es diese schöne Szene, in der Adne Shay das Gitarrenspielen beibringen will und dafür seine Hände nimmt. Er lässt sich natürlich darauf ein und Calla platzt fast vor Eifersucht, zeigt es aber nicht. Ich glaube, es war Connor, der dann etwas leeeeicht Zweideutiges zu Calla sagte – und plötzlich, als wäre er aus einer Trance erwacht, ist Shay wieder da und – natürlich – am Knurren. Ja, ist klar. Er peilt null, wie sein Umgang mit Adne auf Calla wirken könnte, wird aber immer direkt wild, sobald man nur etwas anders mit Calla redet. Das war halt einfach lächerlich zu lesen und ich musste wirklich die Augen verdrehen. Mehr kommt von Shay nicht, wie gesagt. Ich hoffe, dass er in Band 3 wieder etwas MEHR ist. Ich weiß, ich weiß, er ist nun ein Wolf und ich akzeptiere, dass … seine dominante Seite (mehr sag ich mal nicht, da sonst kleiner Spoiler) nun mehr im Vordergrund ist, aber ich hatte doch gehofft, dass er noch mehr von dem behält, was ihn als Mensch ausgemacht hat, immerhin war er ja zuvor ein Mensch und nicht, wie Calla und Co., schon immer ein Wächter. Calla wird in diesem Band abermals in eine große Krise gestürzt, was man auch merkt, da sie ständig unentschlossen ist. Nach dem 20. Mal hat mich ihr Misstrauen und der Wunsch, irgendwem Gliedmaßen ausreißen zu wollen, dann auch ein wenig genervt, aber gut, Wolf und so. Eine Entwicklung macht sie in diesem Band nicht unbedingt durch, was aber auch daran liegt, dass nicht viel passiert. Abgesehen vom Ende, wo ein Minisprung von einem Tag oder so ist, spielt das gesamte Buch in weniger als 24 Stunden, das sagt wohl alles. Nichtsdestotrotz war es ab der zweiten Hälfte zunehmend spannend. Es passieren wirklich krasse Dinge, die einen immer mal wieder kurz stocken lassen, und es kommt auch zu einigen Offenbarungen. Einige ließen sich mit der Zeit erahnen, aber spannend war es dennoch. Auch war es rührend zu lesen, wie Calla sich für ihr Rudel einsetzt und wie alle übrigen Rudelmitglieder zusammenhalten. Die Darstellung von Callas Bruder hat mir in diesem Band ebenfalls gefallen, denn es zeigt, dass es nur normal ist, nach traumatischen Erlebnissen nicht so weiterzumachen, als wäre nichts passiert. Ich muss auch sagen, dass man das Buch trotz der zuweilen etwas langweiligen Szenen zu Beginn schnell lesen kann, man fliegt gut durch die Seiten. Der Schreibstil der Autorin ist dabei nicht allzu kompliziert, aber es gibt immer mal wieder schöne, nahezu poetische Sätze, die Callas Gefühlswelt beschreiben. Obwohl mir der erste Teil erheblich besser gefallen hat, bin ich zuversichtlich, was Band 3 angeht. In „Dunkle Zeit“ wurde nur der Grundstein gelegt und der eigentliche Kampf kommt erst noch. Die Fronten sind geklärt und ich habe absolut keine Ahnung, wie es ausgehen könnte und welche Verluste womöglich auf einen zukommen. Trotz meiner Kritikpunkte will ich unbedingt wissen, wie es weitergeht und da ich recht zuversichtlich bin und akzeptiere, dass dieser Band einfach ein Zwischenband ist, vergebe ich 3,5 Sterne.
23. Sept. 2022






