Niemand hat es kommen sehen

Niemand hat es kommen sehen

Hardcover17,90 €E-Book15,99 €
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Beschreibung

Wenn aus einer Frau wie du und ich die „Waldviertler Elektra“ wird. Ihre Geschichte macht Schlagzeilen, die grell und laut sind. Maria bleibt leise. Erst bemerkt sie niemand, dann haben alle ein Bild von ihr. Die dörfliche Gerüchteküche brodelt in Eichschlag, auch durch die Medien zieht sich die wundersame Geschichte: Eine Frau, die ein Jahr verschwunden war, ist wieder aufgetaucht. Leidet aber an Amnesie – behauptet jedenfalls sie selbst. Was in den letzten Monaten passiert ist, wo sie war, weiß sie nicht. Was sollen da bloß die Leute denken? Vor allem, da kurz vor Marias Verschwinden ihre pflegebedürftige Mutter gestorben ist. Der Hausarzt spricht es schließlich laut aus: Hat sie ihre Mutter umgebracht? Doch selbst als weitere Vorwürfe auftauchen, bleibt Maria stumm. Was soll sie ohne Erinnerung denn sagen? Je ausgiebiger sie schweigt, desto maßloser sprechen die anderen. Maria wird zur Projektionsfläche: Hure, Muttermörderin. Aber ist sie auch wirklich Täterin – jetzt, wo sogar das Landeskriminalamt gegen sie ermittelt? Was würde eine wie Maria tun, wenn es nötig ist? Wer ist Maria wirklich? Und, viel wichtiger: Was hat sie getan? Diese Frage beschäftigt die Ermittler*innen ebenso wie die Medien und die Menschen im Dorf. Besonders Marias Schulfreundin Rafaela kann die Anschuldigungen nicht glauben – das passt doch nicht zu der Person, die sie zu kennen glaubt. Aber auch der junge Journalist Lando interessiert sich für Maria und ihre Geschichte: Hat sie doch in den ausbeuterischen Strukturen gearbeitet, über die er recherchiert. Alle versuchen, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Oder zumindest Teile davon. Was sie dabei ausheben, hat Potenzial: Indem Maria nicht spricht, sagt sie etwas über andere. Und diese anderen Frauen schlagen zurück – können sie ihre Solidarität zu einer Waffe machen? Dingfestmachung der Identitäten-Jongleur*innen? Egal was ihr Umfeld, die Kolleg*innen, das Dorf, der Boulevard – die anderen eben – über sie sagen: Die unscheinbare Maria, die ruppige Chefinspektorin Mel oder auch Lando, der als Wiener Journalist für eine deutsche Zeitung schreibt, bleiben sich nicht nur treu. Sie erfinden sich darüber hinaus auch immer wieder neu, anders. Verbergen sie so Brüche und Risse, Unrecht oder Kummer? Oder haben sie einfach Lust am Spiel mit verschiedenen Versionen ihrer selbst? Gudrun Lerchbaum schreibt ihre Charaktere nicht fest: Sie bleiben wandelbar, wendig und in Bewegung. Ihr Spiel mit Perspektivenwechseln, Innensichten und Blicken von außen zieht uns in den Bann, ihre Charaktere begleiten uns auch über die letzte Seite hinaus. Denn so eine wie Maria, so eine sind wir doch alle irgendwie. Die Pflege der kranken Mutter, prekäre Arbeitsbedingungen, eine von Gewalt geprägte Beziehung – Marias Geschichte kommt uns schnell bekannt vor. Umso mehr lässt sie uns hoffen: auf die Stärke von Freundinnenschaft und vielleicht auch auf Gerechtigkeit.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Krimis
Sub-Genre
N/A
Format
Hardcover
Seitenzahl
284
Preis
17.90 €

Autorenbeschreibung

Gudrun Lerchbaum, aufgewachsen in Wien, Paris und Düsseldorf, war schon Plakatkleberin, Philosophiestudentin und Weihnachtskartendesignerin. Seit Abschluss ihres Architekturstudiums an der TU Wien arbeitet sie als Architektin und freischaffende Künstlerin. Nach zahlreichen Texten und Kurzgeschichten erschien 2015 ihr erster Roman „Die Venezianerin und der Baumeister“. 2016 und 2018 folgten „Lügenland“ und „Wo Rauch ist“. Ihre Sprache fesselt, rüttelt wach, zeichnet und verwischt Konturen von Protagonist*innen, die uns auch nach dem Lesen noch lange begleiten. Für ihr Werk erhielt Lerchbaum diverse Auszeichnungen und Stipendien, u.a. der Stadt Wien. In „Das giftige Glück“ (Haymon, 2022) versetzt Gudrun Lerchbaum eine Stadt in Ekstase und fragt, was zu einem selbstbestimmten Leben gehört. Mit ihrem aktuellen Buch „Niemand hat es kommen sehen“ (Haymon 2025) schließt Gudrun Lerchbaum an ihren Kriminalroman „Zwischen euch verschwinden“ (Haymon 2023) an, in dem sie den Spuren einer Frau folgt, die ihre Identitäten wechselt und an der Grenze zur Unsichtbarkeit lebt.

Beiträge

1
Alle
2.5

So, nun habe ich seit langem mal wieder einen Krimi beendet, und zwar 'Niemand hat es kommen sehen' von Gudrun Lerchbaum. Ich lese ja sehr gerne querbeet durch diverse Genres, außer Science-Fiction und Krimis. Bei Krimis sind mir immer zu viele Kommissar*innen Chef*innen, Reporter*innen, LKA, BKA, SEK usw. involviert und ich komme durcheinander 😅🙈. Dieses mir bekannte Problem hatte ich auch hier und noch dazu hab ich die Story nicht verstanden und wusste am Ende gar nicht mehr, wer worin involviert war und ist und wer die einzelnen Personen überhaupt sind. Tatsächlich war es diesmal aber so, weil ich hier einen zweiten Teil gelesen habe und das unbewusst. Da hat mir, glaube, viel Vorwissen gefehlt. Dies war leider erst im Nachwort ersichtlich. Die Erzählung dreht sich um Maria, die nach dem Tod ihrer pflegebedürftigen Mutter verschwunden war und plötzlich still und leise wieder da ist. Und da, wo sie eventuell war, ist ein Mord geschehen Dies wirft viele Fragen auf und ich war gespannt, ob Maria nun Täterin oder Opfer ist. Es gibt den typischen Dorffunk und kritische Stimmen werden laut, aber auch Fürrednerinnen tun sich auf, nur Maria bleibt leise. Kann sie sich doch an nichts erinnern. Die Ermittler Mel und Theo ermitteln und ebenso der Journalist Lando versucht zu verstehen, was passiert ist. Die Story an sich ist gut, aber ich gebe zu, ich hatte durchgehend Fragezeichen im Kopf und diese haben sich auch am Ende nicht aufgelöst. Also meine Empfehlung wäre auf jeden Fall erst den ersten Teil zu lesen.

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