Nelkenblatt
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Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Yusuf Yesilöz, geboren 1964 in einem kurdischen Dorf in Mittelanatolien, kam 1987 in die Schweiz. Heute lebt er mit seiner Familie in Winterthur und arbeitet als freier Autor, Übersetzer und Filmemacher. Seine Bücher wurden mehrfach ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt. 2020 kam «Beyto» von Gitta Gsell in die Kinos, die Verfilmung seines Romans «Hochzeitsflug». Im Limmat Verlag sind sechs Bücher von Yusuf Yesilöz erschienen, zuletzt «Die Wunschplatane».
Beiträge
Dieses Buch ist eine Geschichte eines Lebensendes, aber auch die Geschichte zweier Frauen. Elsa ist schon alt und wartet auf ihren Tod, vor dem sie auch keine Angst hat. Pina wird für Elsas letzte Wochen ihre Pflegerin. Sie verbringen viel Zeit miteinander, in der sie sich viel voneinander erzählen. Vor allem über Pina erfahren wir dadurch viel. Aber im Grunde ist das auch schon alles, was in diesem Buch passiert. Es tröpfelt vor sich hin und bleibt irgendwie emotionslos. Ich habe es nach dem Lesen sehr schnell wieder vergessen, weil es nichts gab, was mich besonders berührt hat. Der Schreibstil ist einfach und unkompliziert, das Buch recht kurz und schnell zu lesen. Für mich als Leser war es okay, ich denke aber nicht, dass ich zu weiteren Büchern der Autorin greifen werde.
Nach einer Herzoperation braucht Seniorin Elsa eine Rundumbetreuung und so kommt Pina als ihre Pflegerin ins Haus. Die ist eigentlich Studentin und musste aus politischen Gründen aus ihrem Heimatland fliehen. Elsas Tochter Luzia gängelt die alte Frau geradezu und Pina soll all ihre Regeln durchsetzen. Dennoch verstehen die beiden Frauen sich von Beginn an gut und erzählen sich gegenseitig aus ihrem Leben. Für mich ist „Nelkenblatt“ das erste Buch des kurdisch-schweizerischen Autors Yusuf Yeşilöz; umso trauriger, dass es mich leider nicht überzeugen konnte. Mit Pina und Elsa stehen sich zwei Frauen an unterschiedlichen Ausgangspunkten gegenüber, die junge Pflegerin steht am Anfang ihres neuen Lebens in der Schweiz, die Seniorin am Ende ihres Lebens – mit dem Tod hat Elsa sich bereits abgefunden, was für Pina und Luzia oft schwer zu ertragen ist. Selbstbestimmtes Sterben, das ist nur eines der Themen im Roman. Die Gespräche zwischen Pina und Elsa nehmen großen Raum im Text ein, wirken aber ungemein gekünstelt und literarisiert, so dass ich mir unweigerlich dachte: „Wer spricht so?“ Mir ist durchaus bewusst, was erreicht werden sollte, aber wenn zwei Frauen beim ersten Kennenlernen darüber sprechen, ob „Granatapfelbäume lachen können“ oder Pinas Vater „weich wie Baumwolle“ war, wenn er Lust auf ihre Mutter verspürte, dann ist das doch etwas absurd und gewollt philosophisch. Offen bleibt für mich – und das erschwert mir auch den Zugang zu den Protagonistinnen – wer diese beiden Frauen eigentlich sind. Sie scheinen sich nur über die Beziehung zu anderen zu definieren: zu ihren Liebhabern oder dem Ehemann, zur ihrer Familie, den Kindern und Enkelkindern. Aber wer war Elsa? Was hat sie ausgemacht? Über sie erfahren wir kaum etwas und auch Pinas Emigration scheint mehr schmückendes Beiwerk zu sein. Sie war immerhin nach Studentenprotesten vier Monate im Gefängnis, aber kein Wort davon? Dann sind da noch Andeutungen zu Feminismus, dem Pflegenotstand, zur Sexualität einer Figur, aber nichts davon wird ausgeschöpft – sehr schade!
Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Yusuf Yesilöz, geboren 1964 in einem kurdischen Dorf in Mittelanatolien, kam 1987 in die Schweiz. Heute lebt er mit seiner Familie in Winterthur und arbeitet als freier Autor, Übersetzer und Filmemacher. Seine Bücher wurden mehrfach ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt. 2020 kam «Beyto» von Gitta Gsell in die Kinos, die Verfilmung seines Romans «Hochzeitsflug». Im Limmat Verlag sind sechs Bücher von Yusuf Yesilöz erschienen, zuletzt «Die Wunschplatane».
Beiträge
Dieses Buch ist eine Geschichte eines Lebensendes, aber auch die Geschichte zweier Frauen. Elsa ist schon alt und wartet auf ihren Tod, vor dem sie auch keine Angst hat. Pina wird für Elsas letzte Wochen ihre Pflegerin. Sie verbringen viel Zeit miteinander, in der sie sich viel voneinander erzählen. Vor allem über Pina erfahren wir dadurch viel. Aber im Grunde ist das auch schon alles, was in diesem Buch passiert. Es tröpfelt vor sich hin und bleibt irgendwie emotionslos. Ich habe es nach dem Lesen sehr schnell wieder vergessen, weil es nichts gab, was mich besonders berührt hat. Der Schreibstil ist einfach und unkompliziert, das Buch recht kurz und schnell zu lesen. Für mich als Leser war es okay, ich denke aber nicht, dass ich zu weiteren Büchern der Autorin greifen werde.
Nach einer Herzoperation braucht Seniorin Elsa eine Rundumbetreuung und so kommt Pina als ihre Pflegerin ins Haus. Die ist eigentlich Studentin und musste aus politischen Gründen aus ihrem Heimatland fliehen. Elsas Tochter Luzia gängelt die alte Frau geradezu und Pina soll all ihre Regeln durchsetzen. Dennoch verstehen die beiden Frauen sich von Beginn an gut und erzählen sich gegenseitig aus ihrem Leben. Für mich ist „Nelkenblatt“ das erste Buch des kurdisch-schweizerischen Autors Yusuf Yeşilöz; umso trauriger, dass es mich leider nicht überzeugen konnte. Mit Pina und Elsa stehen sich zwei Frauen an unterschiedlichen Ausgangspunkten gegenüber, die junge Pflegerin steht am Anfang ihres neuen Lebens in der Schweiz, die Seniorin am Ende ihres Lebens – mit dem Tod hat Elsa sich bereits abgefunden, was für Pina und Luzia oft schwer zu ertragen ist. Selbstbestimmtes Sterben, das ist nur eines der Themen im Roman. Die Gespräche zwischen Pina und Elsa nehmen großen Raum im Text ein, wirken aber ungemein gekünstelt und literarisiert, so dass ich mir unweigerlich dachte: „Wer spricht so?“ Mir ist durchaus bewusst, was erreicht werden sollte, aber wenn zwei Frauen beim ersten Kennenlernen darüber sprechen, ob „Granatapfelbäume lachen können“ oder Pinas Vater „weich wie Baumwolle“ war, wenn er Lust auf ihre Mutter verspürte, dann ist das doch etwas absurd und gewollt philosophisch. Offen bleibt für mich – und das erschwert mir auch den Zugang zu den Protagonistinnen – wer diese beiden Frauen eigentlich sind. Sie scheinen sich nur über die Beziehung zu anderen zu definieren: zu ihren Liebhabern oder dem Ehemann, zur ihrer Familie, den Kindern und Enkelkindern. Aber wer war Elsa? Was hat sie ausgemacht? Über sie erfahren wir kaum etwas und auch Pinas Emigration scheint mehr schmückendes Beiwerk zu sein. Sie war immerhin nach Studentenprotesten vier Monate im Gefängnis, aber kein Wort davon? Dann sind da noch Andeutungen zu Feminismus, dem Pflegenotstand, zur Sexualität einer Figur, aber nichts davon wird ausgeschöpft – sehr schade!








