Mythos der Erneuerung

Mythos der Erneuerung

Taschenbuch

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Beschreibung

In der italienischen Prosa der dreißiger und vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts werden Möglichkeiten der Erneuerung und Vitalisierung der Menschen und der Nation erprobt. Faschismus und Geist, Faschismus und Moderne, das schloß sich in Mussolinis Italien keineswegs aus. Im Gegensatz zum »Dritten Reich« betrieb der italienische Faschismus eine offene Kulturpolitik, der es um die Einbindung möglichst vieler Künstler und Autoren ging. Die meisten glaubten daher, sich im Regime einrichten zu können. Viele, vor allem die jüngeren, begeisterten sich für Mussolini und die Idee einer faschistischen Revolution, die sich als Erneuerung und Vitalisierung der Menschen und der Nation verstand. Ob diese Autoren Parteimitglieder waren oder nicht - die italienische Prosa der dreißiger und vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts läßt sich als Beitrag zur erwarteten Erneuerung begreifen. Schriftsteller wie Elio Vittorini, Alberto Moravia oder Dino Buzzati nutzten die Möglichkeiten der Fiktion, um unabhängig voneinander, aber in unfreiwilliger deutlicher Übereinstimmung Wege der Vitalisierung durchzuspielen. In der zweiten Hälfte der dreißiger Jahre, als das Regime offensichtlich reaktionär erstarrt war, legte sich Autoren wie Landolfi, Vittorini oder Pavese die Rückbesinnung auf archaisch-zyklische Erneuerungsvorstellungen nahe. Sie ließen von der faschistischen Idee einer nationalen Regeneration nicht ab, vielmehr meinten sie auch in den Kriegsjahren, ihre Suche unter antifaschistischen Vorzeichen einfach fortsetzen zu können. Die Prosa der Resistenza läßt sich somit teils als naive, ideologisch problematische Tradierung faschistischen Denkens, teils als ästhetische Reflexion dieser Kontinuität und ihrer Folgen lesen.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Lyrik & Dramen
Sub-Genre
Kritiken & Literaturwissenschaft
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
232
Preis
24.70 €

Autorenbeschreibung

Franziska Meier, geb. 1964, studierte Romanistik und Neuere Deutsche Literaturwissenschaft in München. Sie promovierte über Intertextualität im Werk Stendhals. Seit 2001 ist sie Privatdozentin für Romanische Literaturwissenschaft an der Universität München und freie Mitarbeiterin der Feuilletons der »Frankfurter Rundschau« und der »Süddeutschen Zeitung«.