Muttersprache
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Beschreibung
Buchinformationen
Beiträge
Paolo wächst in Bozen auf und hasst diese Stadt. Sein Vater ist Asphasiker, dafür reden seine Mutter und Schwester umso mehr. Sie machen ihm die Wörter dreckig und er gibt ihnen die Schuld daran, dass der Vater aufgehört hat zu sprechen. Nach dem Suizid des Vaters hält es Paolo nicht mehr zu Hause aus. Er schwört sich nie wieder ein Wort Italienisch zu sprechen und flieht nach Berlin, wo er auf Mira trifft, die es schafft ihm nach und nach die Wörter wieder sauber zu machen. Kurz nach der Rückkehr nach Bozen holt ihn die Vergangenheit jedoch ein. - Rein von der Thematik her fand ich das Buch hochinteressant. Mit der Erwartung ein Buch zu lesen, was die Schönheit der Worte verarbeitet, war ich dann doch überrascht über die tiefe psychologische Richtung, die es eingeschlagen hat. Der Protagonist wächst unter schwierigen Familienverhältnissen auf. Der Vater hat aufgehört zu sprechen und da hier kein vorangegangener Schlaganfall oder Unfall oder ähnliches erwähnt wird, gehe ich mal von einer psychosomatischen Problematik aus, der spätere Suizid spricht auch dafür. Die Mutter kämpft mit Depressionen, die Schwester zeigt narzisstische Züge. Geprägt zum einen durch diesen familiären Hintergrund und zum anderen auch durch die besonderen gesellschaftlichen Umstände, die die Heimatstadt Bozen mit sich bringt, entwickelten sich auch bei Paolo psychische Auffälligkeiten. Im jungen Alter erlebt er eine heftige Phase magischen Denkens, eine Form der Zwangserkrankung, im Verlauf kommen Zähl- und Waschzwänge, sowie eine Angsterkrankung dazu, bis es am Ende in einem Nervenzusammenbruch mit Paranoia endet. Die ganze Darstellung ist für mich durchaus schlüssig, auch wenn ich ein bisschen ein Problem mit der sofortigen Genesung, als er Berlin erreicht, habe. Aber gut, man könnte hier argumentieren, dass die Trigger (Wörter in seiner Muttersprache) ausbleiben, da er sich ja verbietet Italienisch zu sprechen und damit auch eine Besserung eintritt, was zwar in meinen Augen etwas unrealistisch, aber keinesfalls unmöglich ist. Kommen wir zu dem, was mir persönlich nicht gefallen hat: Der Schreibstil ist sehr besonders… Man hat das Gefühl direkt im Kopf des Protagonisten gelandet zu sein. Es ist teilweise sehr konfus, es werden sehr lange, geschachtelte Sätze verwendet (etwas das ich eigentlich total mag), ich hatte beim Lesen permanent ein gehetztes Gefühl, was das Ganze überaus anstrengend gemacht hat und dazu führte, dass ich immer nur wenige Kapitel am Stück gelesen habe. Auch die Sprache hat mir nicht sonderlich zugesagt. Zum einen immer wieder kindlich geprägt, fällt sie auf der anderen Seite immer wieder ins Abwertende, Derbe, Beschimmpfende. Vor allem der Mutter und Schwester gegenüber werden Gedanken und Worte geäußert die ich teils sehr grenzwertig fand. Ebenso war ich von Erzählkonstruktionen alá „er sagt, sie sagt, und dann sagt er, usw.“ genervt, da das bei mir immer wieder zu einer Unterbrechung des Leseflusses geführt hat. - Ein abschließendes Fazit zu ziehen, fällt mir hier unglaublich schwer. Thematisch toll, lesetechnisch nicht so meins, daher macht euch gern selbst ein Bild.
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Paolo wächst in Bozen auf und hasst diese Stadt. Sein Vater ist Asphasiker, dafür reden seine Mutter und Schwester umso mehr. Sie machen ihm die Wörter dreckig und er gibt ihnen die Schuld daran, dass der Vater aufgehört hat zu sprechen. Nach dem Suizid des Vaters hält es Paolo nicht mehr zu Hause aus. Er schwört sich nie wieder ein Wort Italienisch zu sprechen und flieht nach Berlin, wo er auf Mira trifft, die es schafft ihm nach und nach die Wörter wieder sauber zu machen. Kurz nach der Rückkehr nach Bozen holt ihn die Vergangenheit jedoch ein. - Rein von der Thematik her fand ich das Buch hochinteressant. Mit der Erwartung ein Buch zu lesen, was die Schönheit der Worte verarbeitet, war ich dann doch überrascht über die tiefe psychologische Richtung, die es eingeschlagen hat. Der Protagonist wächst unter schwierigen Familienverhältnissen auf. Der Vater hat aufgehört zu sprechen und da hier kein vorangegangener Schlaganfall oder Unfall oder ähnliches erwähnt wird, gehe ich mal von einer psychosomatischen Problematik aus, der spätere Suizid spricht auch dafür. Die Mutter kämpft mit Depressionen, die Schwester zeigt narzisstische Züge. Geprägt zum einen durch diesen familiären Hintergrund und zum anderen auch durch die besonderen gesellschaftlichen Umstände, die die Heimatstadt Bozen mit sich bringt, entwickelten sich auch bei Paolo psychische Auffälligkeiten. Im jungen Alter erlebt er eine heftige Phase magischen Denkens, eine Form der Zwangserkrankung, im Verlauf kommen Zähl- und Waschzwänge, sowie eine Angsterkrankung dazu, bis es am Ende in einem Nervenzusammenbruch mit Paranoia endet. Die ganze Darstellung ist für mich durchaus schlüssig, auch wenn ich ein bisschen ein Problem mit der sofortigen Genesung, als er Berlin erreicht, habe. Aber gut, man könnte hier argumentieren, dass die Trigger (Wörter in seiner Muttersprache) ausbleiben, da er sich ja verbietet Italienisch zu sprechen und damit auch eine Besserung eintritt, was zwar in meinen Augen etwas unrealistisch, aber keinesfalls unmöglich ist. Kommen wir zu dem, was mir persönlich nicht gefallen hat: Der Schreibstil ist sehr besonders… Man hat das Gefühl direkt im Kopf des Protagonisten gelandet zu sein. Es ist teilweise sehr konfus, es werden sehr lange, geschachtelte Sätze verwendet (etwas das ich eigentlich total mag), ich hatte beim Lesen permanent ein gehetztes Gefühl, was das Ganze überaus anstrengend gemacht hat und dazu führte, dass ich immer nur wenige Kapitel am Stück gelesen habe. Auch die Sprache hat mir nicht sonderlich zugesagt. Zum einen immer wieder kindlich geprägt, fällt sie auf der anderen Seite immer wieder ins Abwertende, Derbe, Beschimmpfende. Vor allem der Mutter und Schwester gegenüber werden Gedanken und Worte geäußert die ich teils sehr grenzwertig fand. Ebenso war ich von Erzählkonstruktionen alá „er sagt, sie sagt, und dann sagt er, usw.“ genervt, da das bei mir immer wieder zu einer Unterbrechung des Leseflusses geführt hat. - Ein abschließendes Fazit zu ziehen, fällt mir hier unglaublich schwer. Thematisch toll, lesetechnisch nicht so meins, daher macht euch gern selbst ein Bild.





