Metropolis
Jetzt kaufen
Durch das Verwenden dieser Links unterstützt du READO. Wir erhalten eine Vermittlungsprovision, ohne dass dir zusätzliche Kosten entstehen.
Buchinformationen
Beiträge
Kritik daran größtenteils berechtigt...
" Irgendwann in ferner Zukunft, in der Superstadt Metropolis: Freder, der Sohn des mächtigen Finanz-Oligarchen Fredersen, verliebt sich in das Mädchen Maria, die pazifistische Führerin der unter unmenschlicher Akkordhetze schmachtenden Arbeitermassen. Von ihr beeinflußt, will Freder seinem Vater, dem unumschränkten Herrn der Stadt, klarmachen, daß die in den untersten Kelleretagen von Metropolis schuftenden Menschen seine Brüder seien. Doch der alte Fredersen hat kein Ohr für seinen Sohn. Während Freder sich auf die Seite der Arbeiter schlägt, verbündet sich sein Vater mit dem Wissenschaftler Rotwang. Maria ist für ihn eine Aufrührerin, die es auszuschalten gilt. Das Mäd-chen wird gefangengenommen und durch einen Androiden ersetzt: Dieser Kunstmensch wiegelt die bisher friedlichen Unterpriviligierten auf. Endlich hat Fredersen einen legalen Grund, gegen die Revolutionäre vorzugehen. Zwar kann sein Sohn die echte Maria befreien und den Androiden entlarven, aber das Unheil hat bereits seinen Laufgenommen: Die aufgebrachten Arbeiter sabotie-ren die Maschinen. Und plötzlich brechen die Wassermassen eines unterirdi-schen Flusses in ihren Wohnbereich ein...Metropolis, 1926 nach dem Roman von Thea von Harbou von Fritz Lang verfilmt, gehört zu den wenigen utopischen Streifen, die wirklich Filmgeschichte gemacht haben... " ------------------------- Metropolis ist ein Werk, das mich trotz seiner geringen Seitenzahl erstaunlich lange beschäftigt hat – über mehrere Tage hinweg. Ob im positiven oder negativen Sinne, lässt sich schwer sagen. Viele Rezensionen auf Plattformen wie Reado kritisieren vor allem die Sprache, den Ton, den Schreibstil sowie die Hintergrundgeschichte der Autorin Thea von Harbou. Schon nach wenigen Seiten war ich kurz davor, das veraltete und umstrittene Werk abzubrechen. Dennoch hat mich von Anfang an die Motivation angetrieben, das Buch genau dort weiterzulesen, wo viele aufhören – und es auch zu beenden. Heute kann ich sagen: Ich habe es geschafft. Die Kritik am Schreibstil und an der starken Theatralik ist durchaus berechtigt. Für ein Werk, das im Jahr 2026 spielt, wirkt das Buch aus heutiger Sicht (ebenfalls 2026) tatsächlich veraltet – eine gewisse Ironie lässt sich dabei kaum übersehen. Trotzdem gab es immer wieder Stellen, die mir gefallen haben. Besonders die Dialoge – etwa zwischen Josaphat und dem Schmalen oder zwischen Joh Fredersen und seiner Mutter – konnten mich faszinieren. Abseits der oft übertriebenen Theatralik wirkten diese Momente lebendig und haben mich teilweise wirklich in ihren Bann gezogen. So sehr sogar, dass ich einer modernen Neuinterpretation des Stoffes mit einem zeitgemäßeren, angepassten Schreibstil definitiv eine Chance geben würde. Empfehlung: Nur bei Interesse Lesen

Ein Klassiker der Dystopie - von einer der besten Drahbuchautorinnen der „roaring Twenties“
Wenn die "Roaring Twenties" (des letzten Jahrhunderts) eines hatten, dann viel Pionierarbeit für die Science-Fiction und Fantastik. So zum Beispiel den Klassiker der gesellschaftskritischen Dystopie "Metropolis". Aber wusstet ihr, dass das Drehbuch hierzu mitnichten von Regisseur Fritz Lang stammte? Nein, nein! Thea Gabriele von Harbou schrieb 1927 Drehbuch und Roman parallel - und Letzterer ist jetzt im Milena Verlag als sehr ordentliches Hardcover erhältlich. Nicht verheimlichen sollte man aber, dass von Harbou eine umstrittene Rolle in der Zeit des Nationalsozialismus spielte, genauso soll aber auch erwähnt werden, dass sie 1954 das Bundesverdienstkreuz der BRD hätte erhalten sollen, sie aber kurz vorher bei einem Unfall starb. Ich habe ihren Stil im Roman genossen, zeitgenössisch ja, aber so plastisch, wie man es von Drehbuchautoren und Drehbuchautorinnen nur selten gewohnt ist.
Er sehnte sich danach, die Steine, an die er die Stirn lehnte, in grenzenloser Zärtlichkeit zu küssen. Gott - Gott! Schlug ihm das Herz in der Brust, und jeder Herzschlag war anbetende Dankbarkeit. Er sah das Mädchen und sah es nicht. Holdselige, formte sein Mund. Meine! Geliebte! Wie konnte die Welt bestehen, als du noch nicht warst? Wie muss das Lächeln Gottes gewesen sein, als er dich schuf? Du sprichst? Was sprichst du? Das Herz schreit in mir - ich kann deine Worte nicht fassen ... Habe Geduld mit mir, Holdselige, Geliebte! Quizfrage: in welcher Epoche und in welchem Zeitalter befindet sich diese Passage eines Buchs? Ich hätte wohl auf Liebesromanze oder -Drama aus dem 19. Jahrhundert getippt. Korrekt ist Science-Fiction der 20er Jahre. Und dieses Diskrepanz zwischen Leseerlebnis und ursprünglicher Erwartung hielt auf den ersten 100 Seiten bei mir an, bis es mir schlichtweg zu viel Theatralik wurde. Ich ertappte mich, dass ich mich über diese schwulstige bildhafte Sprache langsam lustig machte und das war der Zeitpunkt dem Spaß ein Ende zu bereiten. Ich brach bei 40 % ab. Trotz des Abbruchs vergebe ich einen zweiten Stern, denn faszinierend fand ich, wie man beim Lesen dieser melodramatischen Passagen die Szenen des Films von Fritz Lang in den Kopf bekam. Thea von Harbou war seine Frau zu Beginn der 20er Jahre. Sie kam aus dem Theaterfach, was man dem Buch sehr anmerkt. Zuvor hatte sie schon Drehbücher für Stummfilme geschrieben, und dieser Roman hat sehr viele Tendenzen eines Drehbuchs. Die Szene wirkten auf mich wie eingefroren, während die Hauptperson in diesen Szenen wie verlassen umherirrt und hadert. Ich bin wirklich beeindruckt, wie Lang dieses Buch von seiner Frau in einen der besten Stummfilme aller Zeiten verwandeln konnte. Als filmisches Produkt wirkt die Geschichte, als erzähltes Produkt ging es einfach nicht zu mir. Die Geschichte dieser Zwei-Klassen-Gesellschaft wirkte auf mich wie ein Alptraum. Für Interessenten an den Anfängen des Genres oder für Freunde des Theaters mag es ein gutes Buch sein. Für mich war es leider nicht das Richtige.
Er sehnte sich danach, die Steine, an die er die Stirn lehnte, in grenzenloser Zärtlichkeit zu küssen. Gott - Gott! Schlug ihm das Herz in der Brust, und jeder Herzschlag war anbetende Dankbarkeit. Er sah das Mädchen und sah es nicht. Holdselige, formte sein Mund. Meine! Geliebte! Wie konnte die Welt bestehen, als du noch nicht warst? Wie muss das Lächeln Gottes gewesen sein, als er dich schuf? Du sprichst? Was sprichst du? Das Herz schreit in mir - ich kann deine Worte nicht fassen ... Habe Geduld mit mir, Holdselige, Geliebte! Quizfrage: in welcher Epoche und in welchem Zeitalter befindet sich diese Passage eines Buchs? Ich hätte wohl auf Liebesromanze oder -Drama aus dem 19. Jahrhundert getippt. Korrekt ist Science-Fiction der 20er Jahre. Und dieses Diskrepanz zwischen Leseerlebnis und ursprünglicher Erwartung hielt auf den ersten 100 Seiten bei mir an, bis es mir schlichtweg zu viel Theatralik wurde. Ich ertappte mich, dass ich mich über diese schwulstige bildhafte Sprache langsam lustig machte und das war der Zeitpunkt dem Spaß ein Ende zu bereiten. Ich brach bei 40 % ab. Trotz des Abbruchs vergebe ich einen zweiten Stern, denn faszinierend fand ich, wie man beim Lesen dieser melodramatischen Passagen die Szenen des Films von Fritz Lang in den Kopf bekam. Thea von Harbou war seine Frau zu Beginn der 20er Jahre. Sie kam aus dem Theaterfach, was man dem Buch sehr anmerkt. Zuvor hatte sie schon Drehbücher für Stummfilme geschrieben, und dieser Roman hat sehr viele Tendenzen eines Drehbuchs. Die Szene wirkten auf mich wie eingefroren, während die Hauptperson in diesen Szenen wie verlassen umherirrt und hadert. Ich bin wirklich beeindruckt, wie Lang dieses Buch von seiner Frau in einen der besten Stummfilme aller Zeiten verwandeln konnte. Als filmisches Produkt wirkt die Geschichte, als erzähltes Produkt ging es einfach nicht zu mir. Die Geschichte dieser Zwei-Klassen-Gesellschaft wirkte auf mich wie ein Alptraum. Für Interessenten an den Anfängen des Genres oder für Freunde des Theaters mag es ein gutes Buch sein. Für mich war es leider nicht das Richtige.
Er sehnte sich danach, die Steine, an die er die Stirn lehnte, in grenzenloser Zärtlichkeit zu küssen. Gott - Gott! Schlug ihm das Herz in der Brust, und jeder Herzschlag war anbetende Dankbarkeit. Er sah das Mädchen und sah es nicht. Holdselige, formte sein Mund. Meine! Geliebte! Wie konnte die Welt bestehen, als du noch nicht warst? Wie muss das Lächeln Gottes gewesen sein, als er dich schuf? Du sprichst? Was sprichst du? Das Herz schreit in mir - ich kann deine Worte nicht fassen ... Habe Geduld mit mir, Holdselige, Geliebte! Quizfrage: in welcher Epoche und in welchem Zeitalter befindet sich diese Passage eines Buchs? Ich hätte wohl auf Liebesromanze oder -Drama aus dem 19. Jahrhundert getippt. Korrekt ist Science-Fiction der 20er Jahre. Und dieses Diskrepanz zwischen Leseerlebnis und ursprünglicher Erwartung hielt auf den ersten 100 Seiten bei mir an, bis es mir schlichtweg zu viel Theatralik wurde. Ich ertappte mich, dass ich mich über diese schwulstige bildhafte Sprache langsam lustig machte und das war der Zeitpunkt dem Spaß ein Ende zu bereiten. Ich brach bei 40 % ab. Trotz des Abbruchs vergebe ich einen zweiten Stern, denn faszinierend fand ich, wie man beim Lesen dieser melodramatischen Passagen die Szenen des Films von Fritz Lang in den Kopf bekam. Thea von Harbou war seine Frau zu Beginn der 20er Jahre. Sie kam aus dem Theaterfach, was man dem Buch sehr anmerkt. Zuvor hatte sie schon Drehbücher für Stummfilme geschrieben, und dieser Roman hat sehr viele Tendenzen eines Drehbuchs. Die Szene wirkten auf mich wie eingefroren, während die Hauptperson in diesen Szenen wie verlassen umherirrt und hadert. Ich bin wirklich beeindruckt, wie Lang dieses Buch von seiner Frau in einen der besten Stummfilme aller Zeiten verwandeln konnte. Als filmisches Produkt wirkt die Geschichte, als erzähltes Produkt ging es einfach nicht zu mir. Die Geschichte dieser Zwei-Klassen-Gesellschaft wirkte auf mich wie ein Alptraum. Für Interessenten an den Anfängen des Genres oder für Freunde des Theaters mag es ein gutes Buch sein. Für mich war es leider nicht das Richtige.
Buchinformationen
Beiträge
Kritik daran größtenteils berechtigt...
" Irgendwann in ferner Zukunft, in der Superstadt Metropolis: Freder, der Sohn des mächtigen Finanz-Oligarchen Fredersen, verliebt sich in das Mädchen Maria, die pazifistische Führerin der unter unmenschlicher Akkordhetze schmachtenden Arbeitermassen. Von ihr beeinflußt, will Freder seinem Vater, dem unumschränkten Herrn der Stadt, klarmachen, daß die in den untersten Kelleretagen von Metropolis schuftenden Menschen seine Brüder seien. Doch der alte Fredersen hat kein Ohr für seinen Sohn. Während Freder sich auf die Seite der Arbeiter schlägt, verbündet sich sein Vater mit dem Wissenschaftler Rotwang. Maria ist für ihn eine Aufrührerin, die es auszuschalten gilt. Das Mäd-chen wird gefangengenommen und durch einen Androiden ersetzt: Dieser Kunstmensch wiegelt die bisher friedlichen Unterpriviligierten auf. Endlich hat Fredersen einen legalen Grund, gegen die Revolutionäre vorzugehen. Zwar kann sein Sohn die echte Maria befreien und den Androiden entlarven, aber das Unheil hat bereits seinen Laufgenommen: Die aufgebrachten Arbeiter sabotie-ren die Maschinen. Und plötzlich brechen die Wassermassen eines unterirdi-schen Flusses in ihren Wohnbereich ein...Metropolis, 1926 nach dem Roman von Thea von Harbou von Fritz Lang verfilmt, gehört zu den wenigen utopischen Streifen, die wirklich Filmgeschichte gemacht haben... " ------------------------- Metropolis ist ein Werk, das mich trotz seiner geringen Seitenzahl erstaunlich lange beschäftigt hat – über mehrere Tage hinweg. Ob im positiven oder negativen Sinne, lässt sich schwer sagen. Viele Rezensionen auf Plattformen wie Reado kritisieren vor allem die Sprache, den Ton, den Schreibstil sowie die Hintergrundgeschichte der Autorin Thea von Harbou. Schon nach wenigen Seiten war ich kurz davor, das veraltete und umstrittene Werk abzubrechen. Dennoch hat mich von Anfang an die Motivation angetrieben, das Buch genau dort weiterzulesen, wo viele aufhören – und es auch zu beenden. Heute kann ich sagen: Ich habe es geschafft. Die Kritik am Schreibstil und an der starken Theatralik ist durchaus berechtigt. Für ein Werk, das im Jahr 2026 spielt, wirkt das Buch aus heutiger Sicht (ebenfalls 2026) tatsächlich veraltet – eine gewisse Ironie lässt sich dabei kaum übersehen. Trotzdem gab es immer wieder Stellen, die mir gefallen haben. Besonders die Dialoge – etwa zwischen Josaphat und dem Schmalen oder zwischen Joh Fredersen und seiner Mutter – konnten mich faszinieren. Abseits der oft übertriebenen Theatralik wirkten diese Momente lebendig und haben mich teilweise wirklich in ihren Bann gezogen. So sehr sogar, dass ich einer modernen Neuinterpretation des Stoffes mit einem zeitgemäßeren, angepassten Schreibstil definitiv eine Chance geben würde. Empfehlung: Nur bei Interesse Lesen

Ein Klassiker der Dystopie - von einer der besten Drahbuchautorinnen der „roaring Twenties“
Wenn die "Roaring Twenties" (des letzten Jahrhunderts) eines hatten, dann viel Pionierarbeit für die Science-Fiction und Fantastik. So zum Beispiel den Klassiker der gesellschaftskritischen Dystopie "Metropolis". Aber wusstet ihr, dass das Drehbuch hierzu mitnichten von Regisseur Fritz Lang stammte? Nein, nein! Thea Gabriele von Harbou schrieb 1927 Drehbuch und Roman parallel - und Letzterer ist jetzt im Milena Verlag als sehr ordentliches Hardcover erhältlich. Nicht verheimlichen sollte man aber, dass von Harbou eine umstrittene Rolle in der Zeit des Nationalsozialismus spielte, genauso soll aber auch erwähnt werden, dass sie 1954 das Bundesverdienstkreuz der BRD hätte erhalten sollen, sie aber kurz vorher bei einem Unfall starb. Ich habe ihren Stil im Roman genossen, zeitgenössisch ja, aber so plastisch, wie man es von Drehbuchautoren und Drehbuchautorinnen nur selten gewohnt ist.
Er sehnte sich danach, die Steine, an die er die Stirn lehnte, in grenzenloser Zärtlichkeit zu küssen. Gott - Gott! Schlug ihm das Herz in der Brust, und jeder Herzschlag war anbetende Dankbarkeit. Er sah das Mädchen und sah es nicht. Holdselige, formte sein Mund. Meine! Geliebte! Wie konnte die Welt bestehen, als du noch nicht warst? Wie muss das Lächeln Gottes gewesen sein, als er dich schuf? Du sprichst? Was sprichst du? Das Herz schreit in mir - ich kann deine Worte nicht fassen ... Habe Geduld mit mir, Holdselige, Geliebte! Quizfrage: in welcher Epoche und in welchem Zeitalter befindet sich diese Passage eines Buchs? Ich hätte wohl auf Liebesromanze oder -Drama aus dem 19. Jahrhundert getippt. Korrekt ist Science-Fiction der 20er Jahre. Und dieses Diskrepanz zwischen Leseerlebnis und ursprünglicher Erwartung hielt auf den ersten 100 Seiten bei mir an, bis es mir schlichtweg zu viel Theatralik wurde. Ich ertappte mich, dass ich mich über diese schwulstige bildhafte Sprache langsam lustig machte und das war der Zeitpunkt dem Spaß ein Ende zu bereiten. Ich brach bei 40 % ab. Trotz des Abbruchs vergebe ich einen zweiten Stern, denn faszinierend fand ich, wie man beim Lesen dieser melodramatischen Passagen die Szenen des Films von Fritz Lang in den Kopf bekam. Thea von Harbou war seine Frau zu Beginn der 20er Jahre. Sie kam aus dem Theaterfach, was man dem Buch sehr anmerkt. Zuvor hatte sie schon Drehbücher für Stummfilme geschrieben, und dieser Roman hat sehr viele Tendenzen eines Drehbuchs. Die Szene wirkten auf mich wie eingefroren, während die Hauptperson in diesen Szenen wie verlassen umherirrt und hadert. Ich bin wirklich beeindruckt, wie Lang dieses Buch von seiner Frau in einen der besten Stummfilme aller Zeiten verwandeln konnte. Als filmisches Produkt wirkt die Geschichte, als erzähltes Produkt ging es einfach nicht zu mir. Die Geschichte dieser Zwei-Klassen-Gesellschaft wirkte auf mich wie ein Alptraum. Für Interessenten an den Anfängen des Genres oder für Freunde des Theaters mag es ein gutes Buch sein. Für mich war es leider nicht das Richtige.
Er sehnte sich danach, die Steine, an die er die Stirn lehnte, in grenzenloser Zärtlichkeit zu küssen. Gott - Gott! Schlug ihm das Herz in der Brust, und jeder Herzschlag war anbetende Dankbarkeit. Er sah das Mädchen und sah es nicht. Holdselige, formte sein Mund. Meine! Geliebte! Wie konnte die Welt bestehen, als du noch nicht warst? Wie muss das Lächeln Gottes gewesen sein, als er dich schuf? Du sprichst? Was sprichst du? Das Herz schreit in mir - ich kann deine Worte nicht fassen ... Habe Geduld mit mir, Holdselige, Geliebte! Quizfrage: in welcher Epoche und in welchem Zeitalter befindet sich diese Passage eines Buchs? Ich hätte wohl auf Liebesromanze oder -Drama aus dem 19. Jahrhundert getippt. Korrekt ist Science-Fiction der 20er Jahre. Und dieses Diskrepanz zwischen Leseerlebnis und ursprünglicher Erwartung hielt auf den ersten 100 Seiten bei mir an, bis es mir schlichtweg zu viel Theatralik wurde. Ich ertappte mich, dass ich mich über diese schwulstige bildhafte Sprache langsam lustig machte und das war der Zeitpunkt dem Spaß ein Ende zu bereiten. Ich brach bei 40 % ab. Trotz des Abbruchs vergebe ich einen zweiten Stern, denn faszinierend fand ich, wie man beim Lesen dieser melodramatischen Passagen die Szenen des Films von Fritz Lang in den Kopf bekam. Thea von Harbou war seine Frau zu Beginn der 20er Jahre. Sie kam aus dem Theaterfach, was man dem Buch sehr anmerkt. Zuvor hatte sie schon Drehbücher für Stummfilme geschrieben, und dieser Roman hat sehr viele Tendenzen eines Drehbuchs. Die Szene wirkten auf mich wie eingefroren, während die Hauptperson in diesen Szenen wie verlassen umherirrt und hadert. Ich bin wirklich beeindruckt, wie Lang dieses Buch von seiner Frau in einen der besten Stummfilme aller Zeiten verwandeln konnte. Als filmisches Produkt wirkt die Geschichte, als erzähltes Produkt ging es einfach nicht zu mir. Die Geschichte dieser Zwei-Klassen-Gesellschaft wirkte auf mich wie ein Alptraum. Für Interessenten an den Anfängen des Genres oder für Freunde des Theaters mag es ein gutes Buch sein. Für mich war es leider nicht das Richtige.
Er sehnte sich danach, die Steine, an die er die Stirn lehnte, in grenzenloser Zärtlichkeit zu küssen. Gott - Gott! Schlug ihm das Herz in der Brust, und jeder Herzschlag war anbetende Dankbarkeit. Er sah das Mädchen und sah es nicht. Holdselige, formte sein Mund. Meine! Geliebte! Wie konnte die Welt bestehen, als du noch nicht warst? Wie muss das Lächeln Gottes gewesen sein, als er dich schuf? Du sprichst? Was sprichst du? Das Herz schreit in mir - ich kann deine Worte nicht fassen ... Habe Geduld mit mir, Holdselige, Geliebte! Quizfrage: in welcher Epoche und in welchem Zeitalter befindet sich diese Passage eines Buchs? Ich hätte wohl auf Liebesromanze oder -Drama aus dem 19. Jahrhundert getippt. Korrekt ist Science-Fiction der 20er Jahre. Und dieses Diskrepanz zwischen Leseerlebnis und ursprünglicher Erwartung hielt auf den ersten 100 Seiten bei mir an, bis es mir schlichtweg zu viel Theatralik wurde. Ich ertappte mich, dass ich mich über diese schwulstige bildhafte Sprache langsam lustig machte und das war der Zeitpunkt dem Spaß ein Ende zu bereiten. Ich brach bei 40 % ab. Trotz des Abbruchs vergebe ich einen zweiten Stern, denn faszinierend fand ich, wie man beim Lesen dieser melodramatischen Passagen die Szenen des Films von Fritz Lang in den Kopf bekam. Thea von Harbou war seine Frau zu Beginn der 20er Jahre. Sie kam aus dem Theaterfach, was man dem Buch sehr anmerkt. Zuvor hatte sie schon Drehbücher für Stummfilme geschrieben, und dieser Roman hat sehr viele Tendenzen eines Drehbuchs. Die Szene wirkten auf mich wie eingefroren, während die Hauptperson in diesen Szenen wie verlassen umherirrt und hadert. Ich bin wirklich beeindruckt, wie Lang dieses Buch von seiner Frau in einen der besten Stummfilme aller Zeiten verwandeln konnte. Als filmisches Produkt wirkt die Geschichte, als erzähltes Produkt ging es einfach nicht zu mir. Die Geschichte dieser Zwei-Klassen-Gesellschaft wirkte auf mich wie ein Alptraum. Für Interessenten an den Anfängen des Genres oder für Freunde des Theaters mag es ein gutes Buch sein. Für mich war es leider nicht das Richtige.







